Five Finger Death Punch, Eskimo Callboy und Devil You Know

    Hannover im Metalrausch: Erstmalig hat sich das kalifornische Zweiergespann Five Finger Death Punch und Papa Roach für eine Co-Headliner-Tournee zusammengeschlossen. Nachdem Fans aus 19 europäischen Ländern via Online-Aktion für die Tourstopps voten konnten, schnürten die Metal-Giganten ein musikalisches Paket der Extraklasse. Mit den Senkrechtstartern Eskimo Callboy und dem US-Gast Devil You Know im Gepäck wurde in der Swiss Life Hall ein metallisch glänzendes Feuerwerk gezündet.

    Pünktlich um 17.30 Uhr öffneten an diesem Sonntagabend die Türen des Venues, um ab 18.30 Uhr mit den 5000 angereisten Fans dieses kleine Rock-Festival zelebrieren zu können. Opener des Abends bildet die US-Metalcoreband Devil You Know. Diese präsentieren in einer recht kurzen, aber einprägsamen Show ihre aktuelle Scheibe „They Bleed Red“.

    Die Castrop- Rauxeler Eskimo Callboy lösen ab und liefern – wie gewohnt – ein ordentliches Brett zwischen brachial getriebenen Gitarren, Trancecore-Elementen und Elektro-Spielerein ab. Ebendieser absolut charakterstarke, aber kaum zu definierende Stilmix fordert ungefragt die komplette Aufmerksamkeit des hiesigen Publikums.

    Auch Papa Roach liefern ordentlich ab. Das Nordkalifornische Quartett bespielte schon im Juni die benachbarte Gilde Park Bühne und zog sicherlich schon allein deswegen einen großen Teil der Besucher in die ehemalige Stadionsporthalle. Sie schaffen es ohne große Anstrengung ein Gefühl an das Publikum zu erzeugen, das zwischen der besten Party des Jahres und dem nostalgischen Gedanken an die guten, längst zurückgelegte Zeiten der eigenen Teenagerjahre erinnert.

    So steht, neben einer großen Portion Spaß auch der Kontakt zu den Fans an oberster Stelle: Frontmann Jacoby Shaddix klettert auch dieses Mal zu dem Song „Warriors“ auf den Wellenbrecher vor der Bühne, um die ersten Reihen persönlich zu begrüßen. Gefühlvoll wird es dann bei „Scars“: Beim Akustik Duett zwischen Shaddix und Jerry Horton erweicht wohl auch das stärkste Männerherz. Ob rau und brachial oder gefühlvoll – Hannover dankt es Ihnen. Auch Shaddix entgeht das nicht und so verabschiedet er sich nach einem ausgiebigen Bad in der Menge mit den Worten: „Tanks again for your love tonight!“

    Abschließend setzt dieser Abend schließlich noch einen drauf: Seit gerade einmal zehn Jahren gibt es die US-amerikanische Metal-Band Five Finger Death Punch und meist erscheinen sie wie ein Phänomen. Es ist nicht immer leicht, sie oder das was sie machen zu verstehen und manchmal braucht dies seine Zeit, aber irgendwie klappt es dann doch. Somit scheinen sie nach so kurzer Zeit einer der am meist gefeiertsten Acts der Hardrock-Szene geworden zu sein.

    Die Halle kocht und der Fünfer versteht es, mit seinem groovenden Metal ordentlich einzuheizen. Die Hände des Publikums zeigen eine Fünf als Sänger Ivan „Ghost“ Moody vor seinem silber-glänzenden Mikrofonständer – welcher stark an das des KoRn-Fronters Jonathan Davis erinnert – erscheint. Die Band ist sichtlich über das Publikum und die Show in der Stadt an der Leine erfreut und so rasen sie immer wieder völlig euphorisiert über die ganze Fläche dieser riesigen Bühne. Das Publikum hingegen dankt mit Crowd Surf-Einlagen der Superlative. Wer hier nicht völlig verschwitzt den Raum verlässt, hat tatsächlich irgendetwas falsch gemacht.

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    Review: Maria
    Fotos: Julia Langmaack

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