Atlas Losing Grip und Anchors & Hearts

    Am vergangenem Dienstag bespielten die Schweden von Atlas Losing Grip im Zuge ihrer Crooked Miles-Tour den LUX-Club in Hannover. Gemeinsam mit Anchors & Hearts gestalten sie für rund 150 Zuschauer einen fantastischen Abend.

    Kaum erst mit ZSK das Béi Chéz Heinz im Nachbarstadtteil aufgemischt, betreten ANCHORS & HEARTS zu ihrem Intro „We Are The Faithful Ones” die Bühne des Lux-Club Hannover. Heute besucht der Fünfer das Leinestädtchen als Support für die schwedische Melodic-Punk-Band Atlas Losing Grip. „Wir haben bisschen Pech auf dieser Tour, wir sind alle angeschlagen“, erklärt Sänger Manuel Wintjen. Nicht nur, dass die Jungs mit ihren Erkältungen kämpfen, ihr Schlagzeuger Torben scheint auch verloren gegangen zu sein. Vertreten wird er durch Niclas Brinkmann, bekannt von Defy Your Dreams. Ihren letzten Song „From The Heart“ widmen sie der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd.

    Super German Flu

    Mit „Different Hearts“ starten ATLAS LOSING GRIP kraftvoll in den Abend. Niklas Olsson, seit 2015 Sänger des Melodic-Punk-Schlachtschiffs, bittet aufgrund der bereits erwähnten „Super German Flu“ um Entschuldigung und stimmliche Unterstützung des Publikums. Sofort willigt das bisher eher verhaltene Publikum klatschend ein. Für einen Circle Pit über die gesamte Veranstaltungsfläche reicht es zwar nicht, doch dank der Macht der Wiederholung kann Olsson sein Publikum zu einem immer höher steigenden Aktivitätsniveau motivieren.

    Neben „Shallow“, „Unrest“ oder „Bitter Blood“ überzeugt das Fünfergespann auch mit dem – laut Band – länger nicht gespielten Titel „Logic“ auf ganzer Linie. Gustav Brunn erklärt, dass sie schon zum gefühlt 25. Mal in Hannover seien und fängt kurz darauf an den Namen „Béi Chéz Heinz“ zu erörtern. „Was soll das Bei denn? Vielleich wie Coffeehouse By George”, versucht er es herzuleiten und gibt, vielleicht ganz unbewusst, einen Tipp, wo man sich auf einer Schwedenreise einen Kaffee gönnen sollte.

    „Bevor wir hier gehen, möchte ich mindestens einen Stagedive sehen“

    Immer wieder benötigt das Publikum einen dezenten Motivationsschub. Während Olsson den Bereich vor der Bühne in zwei Lager teilt, fordert er von seinen Zuschauern „den Kampf der Titanen“ und Brunn lädt zum Fliegen ein: „Wir haben diesen Song schon länger nicht gespielt und bevor wir hier gehen, möchte ich mindestens einen Stagedive sehen“. Die Zuhörer lassen sich leiten und wirken durchgehend sehr angetan von den Schweden, bleiben aber in ihrem ganz eigenen Tempo. Letztendlich kann man dann doch einem „Breaking Me“-Chor bei „Unrest“ lauschen.

    Atlas Losing Grip liefern während ihrer rund zweistündigen Show ordentlich ab und vermittelt mehr als nur einmal das Gefühl, dass sie genau das richtige machen. Niklas Olsson, der mittlerweile auch nicht mehr so „neu“ ist, zeigt sich trotz schwerer Erkältung unfassbar stimmgewaltig. Wie beeindruckend seine Stimme wohl ohne „the super german flu“ ist?

    Nach dem Konzert bilden sich überall kleine Grüppchen. Sowohl am Merchandise, an der Bar oder vor dem Venue wird sich noch ein wenig Zeit genommen: Bevor sich der Abend mit unfassbar sympathischen und authentischen Musikern dem Ende neigt, gönnen sich manche eine entspannte Abschiedszigarette, trinken einen geselligen Schlürschluck, nutzen den Fotoautomaten des Lux Clubs oder lassen das Konzert gemeinsam Revue passieren.

     

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    Review von Maria
    Fotos von Timo 

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