Blackout Problems in Hannover

    Am vergangenen Freitag spielen BLACKOUT PROBLEMS vor rund 170 Gästen im LUX Hannover. Während der erste spürbare Frühlingstag sich längst wieder verabschiedet hat, schickt einen der Münchner Vierer im Zuge seiner Holy-Tour in tropische Gefilde. Als Support präsentieren sich FLYKTPUNKT aus Berlin, liefern ab und werden mit Applaus belohnt.

    „Seid ihr bereit, uns alles zu geben? Wir sind bereit, euch alles zu geben!“, beschwört Blackout Problems Sänger Mario Radetzky die Zuhörerschaft. Muss er nicht, denn sein Publikum liebt ihn ab der ersten Minute. Radetzky unterdessen sucht immer und immer wieder die Nähe zu den Fans. Für die Frage: „Wir haben letztens ein Album rausgebracht. Hat das jemand von euch?“, gibt es ordentlich Zustimmung und der Frontmann fährt fort „Gut, dann spielen wir jetzt das komplette Album!“. Einer aus dem Publikum schreit „Lasst mal.“ Und die Band stellt fest „Du warst doch gestern schon da und wir haben dich doch gestern schon ignoriert.“. Solche Dialoge zwischen den Musikern und ihrem Publikum wird es an diesem Abend immer wieder geben. Die Band hat sichtlich Spaß und zeigt sich überaus sympathisch.

    Steil bergauf

    Bei Blackout Problems geht es offensichtlich steil bergauf. Das dazugehörige Talent fehlt keinesfalls. Vermutlich ist es eine sicherer Wette zu behaupten, dass es eine gute Idee ist, sich den Namen Blackout Problems zu merken. Chapeau! Die Bühne findet sich immer wieder in düsterem grünen Licht und Nebelschwaden. Aus der Dunkelheit meldet sich Radetzky zu Wort: „Wie sieht eure Lust zu springen aus? Da rechts, links? Da hinten? Alles gut?“ und das Publikum überschlägt sich fast vor Euphorie.

    Euphorisch wirkt auch Radetzky. Irgendwie zieht es ihn immer wieder mitten in die Menge. Während ihn zwei seiner weiblichen Fans nachhaltig davon überzeugen möchten, dass es sicher gut wäre, wenn sie auf die Bühne kämen, lehnt der Sympath charmant den Wunsch der jungen Anhänger ab und entschließt sich, die Band zu schnappen und ins Publikum zu ziehen. Als er es dann auch noch schafft, die Zuhörer mit den „Kniescheibenproblemen“ zum Hocken zu motivieren, hat sich die Band an diesem Abend einmal mehr übertroffen. Sowohl musikalisch als auch Zwischenmenschlich setzten die Münchner immer wieder einen drauf.

    Purzelbäume und Stagedives

    Radetzkys bandeigener Lieblingssong heißt „Slayer“ und diesen kündigt er  – fast ein bisschen sarkastisch – mehr als überschwänglich an. Über die rechts vor der Bühne stehende Box taucht er einmal mehr ins Publikum ab, schlägt Purzelbäume während seines Stagedives und klettert mehrfach auf eine Zwischenwand des Venue. „Wollen wir uns noch zehn Minuten nehmen und alles übertreffen?“, fragt der Musiker und trifft auf verhaltenen Zuspruch. „Das war ganz schön lahmarschig“, macht er das Publikum erneut auf seine Frage aufmerksam und wird mit tosendem Applaus belohnt.

    Ganz klar: übertroffen wurden an diesem Abend nicht nur die letzten zehn Minuten. Blackout Problems haben mit „Holy“ eine gute Platte veröffentlicht und beweisen sich live als Überflieger. Die Band ist nach acht Jahren spürbar angekommen und macht Lust auf mehr, auf die Festivals und alles, was nach dieser Show kommen kann. Zum Abschied wird die Discokugel mit einem Küsschen für ihre Arbeit belohnt: “Auf dass wir uns immer an diesen Abend erinnern werden!“, geht es, begleitet durch Oasis´ „Don’t Look Back In Anger“, in die viel zu kühle Nacht Hannovers.

     

    BILDERGALERIE
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    von Maria

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