Frank Turner & The Sleeping Souls und Skinny Lister

    Nach zwei Jahren zieht es den Singer/Songwriter Frank Turner endlich wieder ins Capitol Hannover – und abermals spielt der sympathische Brite vor ausverkauftem Haus. Dieses Mal zeigte er sich wesentlich agiler und energiegeladener, schließlich litt er bei seinem letzten Besuch unter einem so starken Rückenleiden, dass sein Arzt ihm sogar empfahl, keine Shows zu spielen. Doch einen Frank Turner kann man natürlich nicht so einfach von seiner Leidenschaft fernhalten.

    Und dass er seine Shows ebenso wie seine Musik mit viel Leidenschaft bestreitet, lässt sich unmöglich übersehen- sowohl Frank als auch die Besucher haben einen spaßigen Abend. Bevor dieser allerdings mit ihm startet, ebnet zum einen Singer/Songwriter Will Varley und zum anderen die sechsköpfige britische Folkpunkband Skinny Lister das Spielfeld.

    Besonders Frontfrau Lorna Thomas rückt mit knallrotem Kleid und ebenso rotem Kussmund in den Fokus, auch wenn sie nicht primär den Main Part in der Band einnimmt. Skinny Lister sorgen definitiv für gute Laune und bieten einiges für Auge und Ohr – da fliegt in der ganzen Euphorie auch schon mal ein voller Bierbecher im Publikum in die Lüfte.

    Pünktlich um 22.00 Uhr betritt unter Jubel schließlich Frank Turner die Bühne des Capitol. Links und rechts leuchten große Würfel – insgesamt vier an der Zahl – um die Wette, darauf zu sehen sind + und – -Zeichen, die auf sein neustes Werk „Positive Songs For Negative People“ anspielt, das er im Rahmen dieser aktuellen Tour präsentiert. Springend kommt er mit seiner Akustikgitarre in der Hand auf die Bühne und eröffnet sein Set mit „The Next Storm“.

    „Jump the fuck up and down for David Bowie!“

    Allesamt in weiße Hemden gekleidet kommt auch seine Band The Sleeping Souls auf die Bühne, Frank Turner hebt sich lediglich durch eine schwarze Krawatte ab. Das ist sicher kein Zufall: Frank Turner ist kein Musiker, der sich in den Vordergrund spielt, auch wenn er selbstverständlich der Hauptprotagonist ist, wenn man das so nennen möchte. „Are you having a good time so far?“, fragt er bereits relativ früh am Abend. Die Antwort: Jubel. Es wäre auch wahrlich schwierig, an diesem Abend keinen Spaß zu haben.

    Auch dieses Mal hat Frank Turner seinen Song „Eulogy“ vom 2011er Album „England Keeps My Bones“ dabei, den er zur Feude der Fans auf Deutsch singt. Doch auch ernste, traurige Themen lässt er heute nicht außen vor: Den Tod von David Bowie in dieser Woche – ein schwerer Verlust für die Musikwelt. „Jump the fuck up and down for David Bowie!“, appeliert er an seine Fans, die dieser Aufforderung natürlich nachkommen.

    Rund 1,5 Stunden gibt Frank Turner auf der Bühne alles, mal mit kompletter Band, mal alleine für ruhige Minuten und Verschnaufspausen. Nach so viel Spaß und Gänsehautmomenten wollen die Hannoveraner ihren Frank natürlich nicht gehen lassen – und so kommt er für weitere 20 Minuten zurück auf die Bühne. „I want to dance, I want to dance! I want lust and love and a smattering of romance!“ – Mit „Four Simple Words“ und Kusshand verabschiedet er sich schließlich gegen 00.00 Uhr vom Capitol und hinterlässt strahlende Gesichter, die sich ihren Weg nach draußen bahnen und sich wohl einen besseren Dienstagabend nicht hätten wünschen können.

     

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    Bericht: Hanna
    Fotos: Timo

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