John Coffey und Steak Number Eight

    An einem kalten Dienstagabend – kurz vor Veröffentlichung ihrer neuen EP „A House For Thee“ – starten die niederländischen Punk-Rock´n´Roller JOHN COFFEY ihre Tour, die sie durch fünf deutsche Städte führt. Eröffnet wurde am gestrigen Abend im LUX in Hannover und gemeinsam mit STEAK NUMBER EIGHT sorgten John Coffey für viele warme Gemüter.

    Pünktlich um 20.00 Uhr starten die Belgier STEAK NUMBER EIGHT mit ihrem Intro, während sich der Großteil des bisher eingetroffenen Publikums an der Bar oder auf den Sitzgelegenheiten des LUX tummeln. Vor der Bühne herrscht gähnende Leere, das LUX wirkt knapp eine Stunde nach Einlass noch nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Doch kaum ertönen die ersten Klänge des Vierers füllt sich der Platz vor der Bühne und man mag sich wundern, woher die Leute plötzlich alle kommen – hier trügt der Schein eindeutig.

    Wirbelnde Klänge und viel Euphorie

    Und früh rumkommen lohnt sich heute Abend definitiv: STEAK NUMBER EIGHT erweisen sich als eine hervorragende Liveband, die musikalisch perfekt zum heutigen Abend passt. Ein markerschütternden Schrei von Frontmann Brent Vanneste durchdringt das LUX und scheint wie eine Kampfansage, um auch den letzten Besucher endgültig wachzurütteln. Dann folgt ein energiegeladener Instrumentalteil. Schnell lässt sich das Publikum von dieser Energie einfangen, startet mit einem Kopfnicken und kommt immer mehr in Bewegung.

    „Good evening!“, begrüßt Vanneste das LUX kurz, denn die Zeit ist knapp: Innerhalb von einer halben Stunde liefern STEAK NUMBER EIGHT eine wilde Show ab. Das Tempo der Songs variiert stetig, auf langsame Passagen folgen wirbelnde Klänge, während Brent Vanneste in all der Euphorie auch schon mal das ganze Mikrofon in den Mund nimmt. Ein perfekter Start in den Abend und eine Band, die man definitiv auf dem Schirm haben sollte.

    Rund eine Stunde nach Eröffnung des Abends ist es Zeit für den heutigen Headliner JOHN COFFEY. Die Besucher jubeln, als die Niederländer die Bühne betreten, in der ersten Reihe tummeln sich bereits Fans in John Coffey-Shirts, die es scheinbar kaum erwarten können, dass die Band loslegt. Und das passiert auch prompt: Gestartet wird mit „Broke Neck“ vom aktuellen Album „The Great News“.

     „Es ist ganz toll, hier zu sein!“ 

    Sofort ist Bewegung im Publikum, es wird getanzt, gesprungen, die Lyrics geschmettert. Auf der Bühne werden die Haare geschüttelt, Gitarrist Christoffer Van Teijlingen hält sich vornehmlich auf den kleinen schwarzen Kästen auf, auf denen das John Coffey-Logo prangt und die als Erhöhung dienen. Schon nach den ersten Songs ist die Temperatur nicht nur auf der Bühne sondern auch im Publikum merklich gestiegen, sodass er sich eine Flasche Wasser über den Kopf kippt und den Rest in der Menge verteilt. Im Laufe des Abends finden er und Hauptsänger David Achter De Molen immer wieder den Weg ins Publikum, um von dort aus weiterzuspielen.

    Weiter können JOHN COFFEY auch mit ihren Deutschkenntnissen überzeugen: „Wir hatten alle Deutsch in der Schule, deswegen sprechen wir etwas Deutsch“, erklärt Frontmann David Achter De Molen sehr zum Vergnügen seiner Bandkollegen. Es folgen Songs wie „No House Fo A Thee“ von der kommenden EP und „Bright Companions“ vom gleichnamigen Debüt. „Das ist unser letzter Song!“, verkündet Achter De Molen nach kurzer Zeit, was für unsicheres Gelächter, aber auch Verwirrung im Publikum sorgt.

    Doch Bassist Richard Van Luttikhuizen lenkt schnell ein: „Das ist nicht die Wahrheit!“, ruft er ins Mikrofon. „Es ist ganz toll, hier zu sein!“ Er war sich nicht ganz sicher, ob sie bereits ein oder zwei Mal in Hannover gewesen seien, doch das Publikum kann dem Gedächtnis natürlich auf die Sprünge helfen: Ein Mal 2012 im Kulturzentrum Faust zum Debüt „Bright Companions“, wo die Show der Fünfers ebenso energiegeladen ausfiel.

    Raus in die Kälte

    Im Laufe des Sets heizt sich die Stimmung immer weiter auf, es wird getanzt, gepogt und auch einige Crowdsurfer lassen sich durchs LUX tragen. Außerdem wollen JOHN COFFEY heute mal etwas Neues ausprobieren: „Alle raus hier!“, fordert Achter De Molen sein Publikum auf. Erneute Verwirrung. Meint er das ernst? Durchaus: „Wir machen erst weiter, wenn das LUX leer ist“. Die Besucher kommen dieser Aufforderung schließlich nach. Nachdem ein großer Teil der vor der Bühne stehenden den Weg nach draußen gefunden hat, stoppt er die Aktion: „Okay, stop! Sobald wir wieder anfangen zu spielen, möchte ich, dass alle auf ihren vorherigen Platz rennen!“. Gesagt, getan: Mal schneller mal weniger rasant finden die Besucher ihren Platz, um weiter mit der Band zu feiern. „Wir haben das noch nie gemacht, aber wir wollen mal ein bisschen ausprobieren“, erklärt sich Achter De Molen und grinst.

    Kurz vor Ende der Show ergreift Achter De Molen selbst die Gelegenheit, klettert auf eine Erhöhung und springt in die Menge. Der Song „Eagle Chasing Flies“ bildet den Abschluss eines energievollen Abends mit herausragenden Musikern.

     

     

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    Review von Hanna
    Fotos von Maria 

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