La Dispute

    La Dispute ist eine Band, die es sowohl auf Platte als auch live immer wieder schafft, einen in den Bann und gleichzeitig in die ganz eigene Welt des Fünfers aus Michigan zu ziehen. So auch auf ihrer Show im MusikZentrum in Hannover, auf der sich La Dispute zwar insgesamt eher zurückhaltend, aber gleichzeitig ungemein stark und sympathisch zeigen.

    Während Frontmann Jordan Dreyer auch mal die Nähe zum Publikum sucht und wild über die Bühne wirbelt, wirkt die restliche Band so, als wäre sie in ihrer ganz eigenen Welt: Bassist Adam Vass spielt das komplette Set mit dem Rücken gewandt zum Publikum, was wohl daran liegt, dass der Sound für ihn dort übersichtlicher ist, aber dennoch wirkt dies etwas befremdlich.

    Vielleicht liegt es daran, dass die Besucher des gut gefüllten MusikZentrums ein paar Songs brauchen, um aufzutauen. Zwischen den Songs gibt es nur kurze Ansagen, Jordan lächelt angesichts des vielen Applauses verschmitzt und bedankt sich jedes Mal auf deutsch mit einem “Dankeschön”.

    Dennoch (oder vielleicht sogar gerade deshalb): La Dispute schaffen es, eine außergewöhnliche Atmosphäre zu schaffen. Die Songs der Band aus Michigan sind stark, ziehen einen in ihren Bann und besitzen eine Dramaturgie, die man nicht alle Tage zu hören bekommt. Die Songs wirken live noch intensiver, bauen eine Welle der Energie auf, die allerdings erst einmal gestoppt wird, um es auf die Spitze zu treiben und schließlich doch noch zu explodieren, sodass diese Druckwelle eine wohlige Gänsehaut auf dem Körper hinterlässt.

    Dazu steht eine Band auf der Bühne, die nicht zuletzt durch ihr bescheidenes Auftreten unglaublich sympathisch und authentisch wirkt, die DIA-Projektion an der Rückwand und die einzelnd eingesetzten Spots machen den Auftritt zu einer vollends runden Sache.

    „Thank you for making us feel like home!“

    Da ist es allerdings besonders schade, dass die Show bereits mit zwei Zugaben nach einer Stunde vorbei ist, immerhin ist bei drei bisher veröffentlichten Alben sowie mehreren EPs reichlich Stoff vorhanden.

    “Thank you for making us feel like home!” lächelt Jordan ins Publikum und tatsächlich scheint sich die Band ganz wohl in Hannover zu fühlen. Denn nach dem Set – zurück in der Realität, hinaus aus der eigenen kleinen Welt mit all den Emotionen – nehmen sich La Dispute viel Zeit für ihre Fans, unterhalten sich, schütteln Hände, verteilen Umarmungen und schießen Erinnerungsfotos.

    Das Songwriting von La Dispute ist anspruchsvoll, sowohl musikalisch als auch lyrisch und mit ihren Werken schafft es der Fünfer, die Besucher aus der Realität zu reißen und in ihre Geschichten zu ziehen, die sie erzählen. Dazu wirken La Dispute ganz wundervoll sympathisch und authentisch, sodass der einzige Wermutstropfen ist, dass diese eine Stunde viel zu schnell vorbei war.

     

     

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    Review: Hanna

    Photos: Maria

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