Life Of Agony und Second Function

    Allerdings muss man auf Grund der Besucherzahlen (etwa 850 Fans der Band schafften es in’s Capitol) auch zu Bedenken geben, dass Life Of Agony derzeit nicht auf dem Zenit ihrer Karriere stehen. Nichtsdestotrotz wurden die meist schwarz gekleideten und etwas älteren Zuschauer mit einer richtig guten Show belohnt.

    Im Vorfeld der New Yorker Rock-/Metal-Formation dürfen die aus der Schweiz, genauer gesagt aus Zürich, stammenden Second Function für eine halbe Stunde das Publikum anheizen. Das Trio bemüht sich redlich, seinem Job als Anheizer gerecht zu werden. Doch so richtig will der Funke an diesem Abend nicht überspringen, was sicherlich auch daran liegen dürfte, dass der Alternative Rock von Second Function für viele der Anwesenden im Vergleich zum Hauptact zu harmlos und brav wirkt. Musikalisch kann man der Band eigentlich keinen Vorwurf machen, es hat halt einfach nicht richtig gepasst.

    Kein Wunder also, dass sich sofort ein ansehnlicher Moshpit vor der Bühne bildet

    Als um 21.00 Uhr dann Life Of Agony auf die Bühne kommen, bietet sich dem Betrachter ein ganz anderes Bild. Bereits im ersten Drittel der Show werden Knaller wie „River Runs Red“ und „This Time“ auf die Meute eingedroschen. Kein Wunder also, dass sich sofort ein ansehnlicher Moshpit vor der Bühne bildet und die Fäuste massenhaft in die Luft gestreckt werden. Charismatisch und grazil wie eh und je bewegt sich Frontfrau Mina Caputo vor ihrem Publikum und zwischen ihren Bandkollegen über die Bühne, scherzt mit den Fotografen und fordert das Publikum zum Mitsingen auf.

    Im weiteren Verlauf der Show wecken die New Yorker die Hoffnung, dass das hier eines der Konzerthighlights des noch jungen Jahres werden kann, denn Hits gibt es nahezu am Fließband. „Method Of Grove“, „I Regret“, „Through And Through“, „Underground“ und das für Life Of Agony Verhältnisse musikalisch etwas aus dem Rahmen fallende aber nicht minder schlechte „Weeds“ gibt es unter anderem im Verlauf des Sets zu hören. Klingt gut? War es auch!

    Natürlich ist das Meckern auf hohem Niveau

    Doch leider verpassen Mina Caputo und ihre Kollegen die Möglichkeit, sich ein Denkmal zu setzen, denn nach der ersten Zugabe und einer Spielzeit von insgesamt 75 Minuten werden die begeisterten Zugabe-Rufe nicht mehr erhört und so verabschieden sich die Gäste mit gemischten Gefühlen in den frühen Nachthimmel. Einerseits hat man hier ein richtig gutes Set einer mehr als sehenswerten Band serviert bekommen, andererseits hätten es ruhig noch ein paar Songs mehr sein dürfen.

    Natürlich ist das Meckern auf hohem Niveau, aber als Fan der Band möchte man dann eben doch das gewisse Quentchen mehr, als man es von unzähligen anderen Konzerten gewohnt ist. Pflicht erfüllt, Kür verweigert … und natürlich trotzdem ein schöner Abend!

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