Rawk Attack

    Die Stimmung kochte schon beim Opener Motionless In White, die sowohl optisch als auch musikalisch einiges hergeben und mit ihren weiß geschminkten Gesichtern und dunkel umrandeten Augen aussehen wie Vampire, die just aus einem Horrorstreifen entsprungen sind. Bassist Devin Sola setzt sogar noch einen drauf und tritt in einem Leatherface-Kostüm auf.

    While She Sleeps waren vor zwei Monaten bereits mit den Cancer Bats unterwegs, in Hannover wurde allerdings nicht Halt gemacht. Dafür stehen sie jetzt auf der Bühne des Rawk Attack und zeigen sich als sehr starker Vertreter ihres Genre. „Do you guys know what crowdsurfing is? Give the guys here something to work!“, fordert Frontmann Lawrence Taylor auf und deutet gleichzeitig auf die Security im Bühnengraben. Nachdem er sich seines Shirts entledigt hat, nimmt er selbst eine Menge im Bad und holt zum Ende sogar einen Fan auf die Bühne, um gemeinsam mit ihm zu singen.

    „You guys are fucking insane!“

    Ebenso energiegeladen geht es mit The Ghost Inside weiter, Circle Pits und Crowdsurfs werden fortgesetzt und Sänger Jonathan Vigil strahlt über das ganze Gesicht, während er gemeinsam mit der Menge Songs wie „Dark Horse“, „Engine 45“ und „Dear Youth“ vom aktuellen, gleichnamigen Album grölt.

    Asking Alexandria ist wohl die Band, die nicht zu 100 % ins Line-Up passt: Während die anderen Bands eher metallastig auftreten, ist hier eine sehr große Portion Metalcore und die damit verbundenen, meist typischen Elektroparts vorhanden. Die Band scheint viel Wert auf Selbstdarstellung zu legen, hat aber in ihrem neuen Frontmann Denis Shaforostov einen starken Shouter gefunden.

    „You guys are fucking insane!“, ruft Papa Roach-Sänger Jacoby Shaddix dem Rawk Attack-Publikum zu und verlässt schon nach den ersten paar Songs die Bühne, um in die Menge zu springen und sich schließlich zurück auf die Bühne tragen zu lassen. Obwohl die Band schon seit 22 Jahren unterwegs ist, wirkt sie, als wäre sie keinen Tag gealtert. Zu alten Hits wie „Last Resort“ wird ausgelassen gefeiert und Papa Roach haben unumstritten immer noch großen Spaß auf der Bühne.

    „So you guys wanna hear more songs or something?“

    Auch wenn die Stimmung auf dem Rawk Attack schon von Anfang an brodelt, findet sie in A Day To Remember einen absoluten Höhepunkt: Das Publikum rastet förmlich aus, als die Band ihr Set mit „Downfall Of Us All“ eröffnet und Klopapierrollen in die Menge schmeißt, die wild von vorne nach hinten und zurück zur Bühne ihren Weg finden. Ein Crowdsurfer nutzt einen anderen sogar als menschliches Surfbrett, wofür er großen Applaus erntet. A Day To Remember präsentieren sich als großartige Live-Band und wissen ihre Fans zu unterhalten: Es werden aufblasbare Bälle ins Publikum geworfen, das Set ist von Hits gespickt, Gasfontänen und eine wilde Lichtershow unterstreichen die Atmosphäre. Als einzige Band dürfen A Day To Remember der Bitte des Publikums nachkommen und eine Zugabe spielen.

    „So you guys wanna hear more songs or something?“, fragt Sänger Jeremy McKinnon, als er zurück auf die Bühne kommt und wird dabei von reichlich Applaus begleitet. Als er sich eine Akustik-Gitarre schnappt scheint es, als würde der Abschied recht ruhig ausfallen, doch in der Mitte von „If It Means A Lot For You“ setzt die Band ein, es wird eine zweite Zugabe gespielt, während das Publikum noch mal alles gibt und sogar volle Bierbecher in die Luft fliegen.

    Mit einem hochkarätigen Line-Up, das keine Wünsche offen lässt, einer kochenden Stimmung, einer optimalen Location und einer hervorragenden Organisation hätte das Rawk Attack besser nicht laufen können. Sollte es zu einer zweiten Ausgabe in 2016 kommen, darf man diese auf keinen Fall verpassen!

     

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