Sum 41 – Order in Decline

Langweilig wurde es um Sum 41 nie. Die Band aus Toronto glänzte über ihre gesamtes bisheriges Schaffen mit so ziemlich allem, was das Business hergibt und geben kann. Vielleicht ist allerdings auch genau das die Grundlage für die stetige individuelle Weiterentwicklung des unvergleichbaren, aber immer etwas neuerfundenen Sounds der Kanadier. Genau drei Jahre mussten Fans der Band auf das siebte Studioalbum „Order In Decline“ warten.

„Wenn „13 Voices“ 2016 der starke Anfang einer neu zu schreibenden Geschichte war, knüpft „Order In Decline“ genau da selbstbewusst und entschieden an.“

Aggressiver und konkreter denn je

Deryck Whibley erklärte gegenüber den Kollegen von heute.at, dass Sum 41 „ihre AC/DC-Mentalität“ behalten wollen, während immer mehr Musik im Popsumpf verschwindet. Das kann man bereits nach dem ersten Hördurchgang unterschreiben. Mit Pop-Punk hat Sum 41 2019 eher wenig zu tun. „Order In Decline“ kommt aggressiver und konkreter daher, als es je ein Album des Fünfers tat. Fünf Jahre sind vergangen, seit Whibley vor der größten und gefährlichsten Krise seines Lebens stand. Damals war sich wohl keiner der Beteiligten sicher, ob er es überhaupt wieder vollständig ins Leben zurückschaffen sollte. Heute beantwortet die gesamte Band diese Zweifel mit einer unfassbaren Energie – Live und eben auch auf Platte.

Klassische Punkelemente befeuern durchdringende Metalriffs

Das mittlerweile siebte Studioalbum ist handwerklich und künstlerisch das Stärkste, was die Musiker in ihrer bisherigen Karriere veröffentlichten. Zehn Songs die gleichermaßen Abrechnung und zukunftsweisend sind und live einschlagen, wie eine Bombe. Wenn „13 Voices“ 2016 der starke Anfang einer neu zu schreibenden Geschichte war, knüpft „Order In Decline“ genau da selbstbewusst und entschieden an. Grenzen werden ausgelotet und abgesteckt und klassische Punkelemente befeuern durchdringende Metalriffs. In Gänze könnte man hier von einer ganz neuen Art kraftvoller Hymnen reden, die am Ende keine Hymnen sind, aber zum aufbegehren anstacheln. Auch gesetztere Stücke wie „Heads Will Roll“ haben ihren legitimen Platz auf dem sehr kurzweiligen Album gefunden und ordnen sich nahezu perfekt ein. Ein gesunder Wechsel zwischen Wut, Melancholie und Reflektion, wie er menschlicher nicht sein könnte.

„Sum 41 haben einen Sound geschaffen, der die Vergangeneheit mit der Gegenwart verknüpft.“

Eindrucksvoll ehrlich

Heute gibt es kein Tracklisting, da ich davon überzeugt bin, dass dieses Album als Gesamtwerk zu hören und verstehen ist. Sum 41 haben einen Sound geschaffen, der die Vergangeneheit mit der Gegenwart verknüpft, während sich Whilbey eindrucksvoll ehrlich seinen selbstheraufbeschworenen Geistern entgegenstellt. Während man die unterschiedlichsten Vergleiche von Maiden bis Muse ziehen kann, liefern Sum 41 auf „Order in Decline“ gigantische Riffs, einen abenteurlich pulsierenden Groove, gelungene Punk-Geschosse und letztendlich, zwischen donnerndem Doublebass und emotionalen Schreie, die immer noch hörbare Pop-Punk-Tradition der Band.

Video: Sum 41 – 45 (A Matter Of Time)

Hier erhältlich
Sum 41 – Order In Decline
Release: 19. Juli 2019
Label: Hopeless Records
Maria

Bei Maria reichen sich Punk und Politik nicht einfach nur die Hand, sie liegen sich quasi eng umschlungen im Arm und trinken Schnäpschen auf die alten Zeiten. Wenn sie nicht gerade davon träumt durch die Welt zu reisen, ihrem Ärger auf Demos Luft macht oder ihrem Weltschmerz nachhängt, testet sie die neuesten Eiskreationen der Stadt, träumt vom Sommer und von Festivals oder sortiert ihre Platten zwischen der Terrorgruppe, Wizo, Propagandhi und No Use For A Name.

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Veröffentlicht von
Maria

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