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To The Rats And Wolves – Cheap Love

Im Pressetext heißt es: “Cheap Love sind 100% To The Rats And Wolves” – die Jungs aus Essen haben sich bei ihrem neuen Silberling in keinster Weise reinreden lassen und sind auch keinerlei Kompromisse eingegangen, die sie im Nachhinein doch nicht zufriedenstellen. Was dabei rausgekommen ist, kann sich – sobald man die Veränderung (oder Weiterentwicklung) des Sounds und die Einbuße der Heaviness verdaut hat – definitiv hören lassen.

“To The Rats And Wolves ist gelungen, was viele nicht schaffen: Aus dem bisher da gewesenen auszubrechen und ihren eigenen Stil zu finden. Und der gefällt. Aber sowas von!”

Definitiv ungewohnt: Poppiger und softer mit weniger Growls

Beim ersten Durchhören wird direkt klar: Der Sound ist neu. Das Rad wurde hier zwar nicht neu erfunden – aber für TTRAW ist definitiv im ersten Augenblick alles ungewohnt: Poppiger, softer mit weniger Growls (diese rücken deutlich in den Hintergrund), gefühlt auch weniger Elektro-Einflüsse als auf dem Vorgänger “Dethroned” aus dem Jahre 2016.

Es hat sich viel getan in den drei Jahren seit dem letzten Album, der Sound wirkt erwachsener und ausgereifter, als auf den beiden Alben davor. Wo “Dethroned” noch voll auf die Fresse gab, aber an manchen Stellen noch nicht genau wusste, wohin die Reise jetzt eigentlich gehen soll, wird hier das Tempo und die “Schlagkraft” reduziert. Das Ganze wirkt in sich ruhiger, ausgeglichener. To The Rats And Wolves sind eben keine “Party Kapelle” mehr, auch wenn die Beats immer noch durchaus tanzbar sind.

Man kann sich an dem perfekten Zusammenspiel der beiden Sänger gar nicht satt hören

Allgemein kann man sagen, dass “Cheap Love” mit verschiedensten Emotionen aufgeladen ist. Alle Songs transportieren sehr viel Gefühl in den Gehörgang. Die Texte handeln von alltäglichen Problemen – Depressionen, Freundschaft, Liebe – eben alles, was man so im Laufe der Zeit durchmacht. Sänger Nicos Stimme ist wie gemacht, um die Messages gefühlvoll “ins Ohr” zu bringen – kraftvolle, sehr tragenden Melodien und Refrains sind das Markenzeichen dieser Platte. Shouter Dixi Wu steht deutlicher im Hintergrund, kommt aber auch zum Zuge, denn seine Shouts sorgen dafür, dass das Ganze nicht langweilig vor sich hin plätschert, sondern spannend und manchmal ein wenig unvorhersehbar wirkt.

Ebenso verstärkt er Nicos Gesang aus dem Hintergrund. Man kann sich an dem perfekten Zusammenspiel der beiden Sänger gar nicht satt hören. So wechseln sich sehr melodische Passagen mit der getragener Stimme von Nico mit dem musikalischen “Schlag in die Fresse” und den kraftvollen Shouts von Dixi Wu unter anderem im Song “B.I.C” perfekt ab und es entsteht ein Klangbild, was man erstmal nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Definitiv kein „Scooter-Metal“

Der Opener – Titeltrack “Cheap Love” – bildet die Brücke vom Vorgängeralbum, denn hier gibt es alles, was TTRAW bisher waren: Einen tanzbaren Beat, kraftvollen, aggressiven Sound und eine große Portion Party. Doch dass die Jungs auch ganz anders können, zeigt sich unter anderem beim Song “True”, bei dem man sich Gastsänger Trevor Wentworth von Our Last Night mit ins Boot holt. Fast schon ruhig, dennoch kraftvoll und sehr emotional. Hier kann man die Band definitiv nicht mehr als “Scooter Metal”, wie Trancecore gerne mal genannt wird, bezeichnen.

Auf diesem Album bekommt man einfach alles: Party-Vibes im Opener, groovigen Sound mit wenig Growls und einen kraftvollen Refrain in “Therapy”, Hip Hop Elemente bei “Look What You Made Us Do” oder eben emotionalen Tiefgang bei “True”. Wer sich an die bisherigen Party-Beats und die moderne Heaviness der Essener gewöhnt hat, wird vermutlich ein bisschen brauchen, um mit “Cheap Love” warm zu werden. Sind aber erstmal alle “Vorurteile” beseitigt, frisst sich das Album ins Gehirn – und bleibt auch da.

Ehrlich. Direkt. Emotionsgeladen.

Ein großes WOW für so viel Mut, dass zu machen, womit man wirklich glücklich ist und keine Kompromisse einzugehen, auch wenn man dafür einen eingeschlagenen Weg zum Teil verlassen muss. Hier ist To The Rats And Wolves gelungen, was viele nicht schaffen: Aus dem bisher da gewesenen auszubrechen und ihren eigenen Stil zu finden. Und der gefällt. Aber sowas von!

Video: To the Rats and Wolves – Cure

Hier erhältlich
To The Rats And Wolves – Cheap Love 
Release: 22. Februar 2019
Label: Arising Empire

 

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