Osnabrück, Rosenhof – Ein Abend wie aus alten Zeiten, nur besser.
Als sich am Dienstagabend die Türen des Rosenhofs in Osnabrück um 19 Uhr öffnen, ist die Erwartung im Raum fast greifbar. Wizo sind zurück – und das nach sechs langen Jahren. Was folgt, ist mehr als ein Konzert. Es ist eine Rückkehr nach Hause.
Diese Mischung aus Leichtigkeit und politischem Bewusstsein
Den Anfang machen Rantanplan, die mit treibendem Ska-Punk die Stimmung früh auf Betriebstemperatur bringen. Zwischen den Songs nehmen sich die Hamburger immer wieder einen Moment, um das Weltgeschehen anzusprechen – mit der Bemerkung, dass sie sich in diesem Saal wohlfühlen, solange sie keinen Schritt vor die Tür machen müssen. Der Saal lacht, nickt, versteht. Es ist diese Mischung aus Leichtigkeit und politischem Bewusstsein, die Rantanplan seit Jahren auszeichnet – und an diesem Abend passt sie perfekt. Doch die Ankündigung der Vorband bleibt keine gewöhnliche Moderatorensache: Wizo kommen selbst auf die Bühne, schenken den Fans in den ersten Reihen Bier ein und stellen Rantanplan persönlich vor. Ein Geste, die zeigt, wie viel Respekt und Herzlichkeit in dieser Szene noch steckt.
Bildergalerie: Rantanplan
Laternen, Lärm und sechs Jahre Sehnsucht
Kurz nach 21 Uhr ist es dann soweit. Die Lichter gehen aus – und Wizo betreten die Bühne mit großen, leuchtenden Laternen auf dem Rücken. Es ist ein Bild, das sich einbrennt: diese Silhouetten im Dunkel, langsam ins Scheinwerferlicht wandernd, als würden sie einen langen Weg endlich zu Ende gehen. Und irgendwie stimmt das ja auch.
„Endlich wieder zuhause“, sagen sie, und meinen es sichtlich ernst. Sechs Jahre sind eine lange Zeit – für eine Band, für ein Publikum, für eine Stadt. Der Rosenhof antwortet mit dem, was er am besten kann: laut sein, mitsingen, nicht aufhören.
Der Rest des Abends gehört der Energie, die nur entsteht, wenn Band und Publikum sich wirklich kennen. Wizo liefern, die Menge gibt zurück – und irgendwann gegen Mitternacht verlässt man den Rosenhof mit dem Gefühl, etwas Echtes erlebt zu haben.









