Agnostic Front und Today Will Be Worse in Hannover

Foto: Robert Höwelkröger

Mit Agnostic Front kehrt am Mittwoch, den 20. August, eine echte Hardcore-Legende nach Hannover in die 60er Jahre-Halle der Faust zurück. Erst im November hatten die New Yorker dort gespielt – nun sind sie überraschend schnell wieder da. Party garantiert? Definitiv, denn die Band steht für schweißtreibende Shows voller Hits. Den Support übernehmen Today Will Be Worse aus Hannover.

Erste Show für Drummerin Sarah

Arbeitnehmerfreundlich und traditionell startet das Konzert um Punkt 20:00 Uhr. Today Will Be Worse, noch recht neu in Hannover, bekommen die Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Während viele noch draußen den Spätsommerabend genießen, ist vor der Bühne bereits einiges los. Schwerpunkt ihres Sets ist die gleichnamige EP. Musikalisch setzt das Quintett auf Post-Hardcore mit Hardcore-Punk-Einflüssen: brachiale Gitarren, pfeilschnelle Drums und wütender Gesang treffen auf schnelle wie groovige Parts.

Im Mittelpunkt steht Sängerin Stephi, die Schlagzeugerin Sarah hervorhebt: „Sie wird es hassen, aber heute ist Sarahs erstes Konzert. Sie ist erst seit vier Wochen dabei.“ Dafür macht Sarah ihre Sache bestens – wie auch der Rest der Band. Stephi fragt das Publikum, ob Hannover mit ihr tanzen will, und springt kurzerhand ins Publikum. Kurz, aber effektiv. Der 30-minütige Auftritt mit Songs wie „No Way Out“ oder „Keep On“ kommt gut an. In den nächsten Wochen spielt die Band weitere Shows in Hannover, u.a. in Glocksee, Stumpf und Wohnwelt Wunstorf. Zum Schluss bedankt sie sich bei allen – dann geht es wieder an die frische Luft.

Stigma, der Anpeitscher

Nach 30 Minuten Umbaupause ertönen „New York, New York“ von Sinatra und Ennio Morricones „The Good, The Bad And The Ugly“. Unter Applaus betreten Roger Miret, Vinnie Stigma und der Rest die Bühne. Auf „Vinnie, are you ready?“ bricht die Stimmung endgültig los: Circle Pits, Stagediver und ausgelassene Party bei rund 400 Besuchern. Band und Publikum pushen sich gegenseitig.

Die Tour läuft unter dem Motto „The Last Warning – Part 2“ und startet mit Klassikern wie „The Eliminator“, „Dead To Me“, „My Life My Way“ und „Only In America“. Vinnie Stigma, der im Dezember 70 wird, zeigt eingeübte Tanzmoves und lässt sich feiern. Roger Miret hat gesanglich zunächst Luft nach oben, steigert sich aber schnell – und es wird ein Hitfeuerwerk.

This is Real, Fuck Social Media

„Old New York“ eröffnet den nächsten Block. Roger betont, wie wichtig es sei, vor so vielen „Familienmitgliedern“ aufzutreten: „Ihr seid alle AF-Familie.“ Bei „For My Family“ tauschen Roger und Stigma kurz die Rollen. Spätestens jetzt gleicht die Halle einem Tollhaus. Bei „Friend Or Foe“ geht Stigma ins Publikum, während ein Circle Pit um ihn kreist. „Victim In Pain“ bestreitet ein Gastsänger, „A Mi Manera“ kündigt Roger mit „Ihr habt hoffentlich die Tanzmoves dabei“ an. Traditionell übernimmt Stigma „Pauly The Dog“ – Hannover schunkelt und skandiert seinen Namen.

Mit „Crucified“, „Gotta Go“ und „Police State“ folgt ein weiterer Block. Vor „AF Stomp“ fordert Roger, nach vorne zu rücken und die Nachbarn kennenzulernen: „This is real, fuck social media.“ Zum Abschluss gibt es das Ramones-Cover „Blitzkrieg Bop“. Nach 55 Minuten folgt das obligatorische Familienfoto, Stigma springt noch ins Publikum und lässt sich feiern.

So endet ein Abend, der einmal mehr beweist: Agnostic Front machen auch nach über 30 Jahren noch unglaublich Spaß.