Angry Youth Elite – Ready! Set! No!

Innerhalb sportlicher ein­ein­halb Minuten treten Angry Youth Elite die Tür der Zuhörerschaft ungebremst und dezent angepisst mit ihrem unverkennbaren Opener „Start“ ein. „Skatepunk ist tot, lang lebe Skatepunk!“ betitelt die Presseankündigung das Release und lässt ein stolz angeschwollenes, verzückt schmunzelndes Herz, voller Erwartung an die Platte, zurück. Gerade 2018 beweist ja glücklicherweise, dass das gute alte 80er, 90er Gemisch noch gar nicht so tot ist, wie gedacht und Angry Youth Elite belegen genannte These mit ordentlich frischem Wind.

Nörgeln auf hohem Niveau, da an „Ready Set! No!“ absolut nichts auszusetzen ist

Mit einer mehr als passenden Mischung aus kompromisslosen Mittelfingersongs, melodiösen Hoffnungsträgern und eingehenden Sing-Alongs, liefern Angry Youth Elite ein nahezu perfektes Debüt. Hallelujah, wenn sich das, in der hoffentlich erfolgreichen Zukunft der Band, noch steigern wird. Dabei bleiben Vergleiche mit Größen wie Good Riddance, den frühen Pennywise oder Bouncing Souls nicht aus. Auch, wenn man sich ab und an fragen könnte, ob das Trio nicht vielleicht doch einen Tick zu nah an den Originalen ist. Das allerdings ist dann auch direkt wieder ein verdammt hohes Nörgelniveau, welches wohlmöglich allein auf der Tatsache beruht, dass an „Ready Set! No!“ absolut nichts auszusetzen ist. Eine echt bemerkenswerte Leistung für das Erstlingswerk einer deutschen Band.

„Von Gemeinschaft, Freundschaft und einer klarer Stellung gegen Rassismus und Kapitalismus.“

Produziert wurde „Ready Set! No!“ im legendären Blasting Room, was schnell die Parallelen zu den unverkennbaren Fat Wreck- oder Epitaph-Ansätzen erklärt. Schmissige 25 Minuten nach „Start“ ist die wilde Jagd auch schon wieder vorbei. Klar, prägnant und ohne Abschweifen setzen Angry Youth Elite ein musikalisches Statement und liefern absolut kein Retortenergebnis: „Punkrock muss wieder klarere Linie zeigen“, sagt Sänger Charly. „Statt seichtem Singer-Songwriter-Hype sehen wir ihn schneller und härter, gepaart mit der amerikanischen Punk-Einstellung von Gemeinschaft, Freundschaft und klarer Stellung gegen Rassismus und Kapitalismus.“

Video: Angry Youth Elite – Again & Again

Bei Maria reichen sich Punk und Politik nicht einfach nur die Hand, sie liegen sich quasi eng umschlungen im Arm und trinken Schnäpschen auf die alten Zeiten. Wenn sie nicht gerade davon träumt durch die Welt zu reisen oder ihrem Ärger auf Demos Luft macht, testet sie die neuesten Eiskreationen der Stadt, träumt vom Ruhrpott Rodeo oder sortiert ihre Platten zwischen der Terrorgruppe, Wizo, Propagandhi und No Use For A Name.

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