Architects – For Those That Wish To Exist (Live From Abbey Road)

So richtig wollte mich “For Those That Wish To Exist” von Architects nicht vom Hocker reißen. Einzelne Songs blieben im Gedächtnis, aber das Gesamtbild war mir dann doch auf Dauer etwas zu unspektakulär. Erste Höreindrücke der “Live From Abbey Road” Session haben dann wieder mein Interesse wecken können. Aber macht eine spannende Aufbereitung das Material noch mal interessant für mich?

Jede/r, der/die mit dem Album etwas anfangen kann, wird die live Versionen lieben. Ganz sicher.Marvin

Aus Mittelmaß mach Gold?

Leider wird mir schon beim ersten Hören klar: So richtig wird mich das Album nie abholen, egal in welcher Version. Trotzdem muss ich sagen, dass die Orchestrierung die Platte aufwertet. “Live From Abbey Road” ist ein spannendes Projekt mit unglaublich guter Umsetzung. Die Songs wirken organischer und an den richtigen Stellen aufgewertet.

Aber mir gefallen noch immer dieselben Songs, mich langweilen noch immer dieselben Titel wie bei Release vor einem Jahr. Schade. Absolutes Highlight ist für mich immer noch “Dead Butterflies”. Die live Version gefällt mir sogar noch einen kleinen Ticken besser als das Original. Einige Songs, wie etwa “An Ordinary Extinction” haben starke Momente, die durch das Orchester etwas mehr im Rampenlicht stehen und mir eine regelrechte Gänsehaut bescheren. Bedauerlicherweise versinken diese Momente dann wieder in der Anbiederung an einen kommerziellen Sound.

“Impermanence” konnte in der live Version dann doch für mich in die Reihe der Songs aufsteigen, die ich auf dem Album recht gut finde. Der Rest der Platte gefällt mir mit jedem Hören etwas weniger. Ich hatte wirklich Hoffnung, dass “Live From Abbey Road” dann doch noch die Liebe zum aktuellen Architects Album entfachen kann, denn so vieles aus dem Backkatalog gefällt mir noch immer unglaublich gut.

Nettes Experiment … und jetzt?

Hat man “For Those That Wish To Exist (Live From Abbey Road)” dann einmal gehört, ist die Luft für mich raus. Ich musste mich da wirklich durchkämpfen. Einzelne Songs ausgenommen. “Dead Butterflies”, “Animals” und erwähntes “Impermanence” höre ich immer wieder gerne. Aber das war es dann auch. Die kurzen Momente, in denen mich das Livealbum überzeugt, stehen einer insgesamt doch sehr einschläfernden Platte gegenüber.

Dabei liegt es keinesfalls an den live Qualitäten von Architects. Die Band kann so viel und der Livestream in der leeren Royal Albert Hall war für mich das Highlight eines sonst sehr langweiligen “Konzert”jahres. Leider kann ich es nicht anders ausdrücken, aber “For Those That Wish To Exist” wird für mich mit jedem Hördurchgang noch ein klein wenig unspektakulärer.

Um es an dieser Stelle einfach mal gesagt zu haben: Die Umsetzung ist grandios, das Material ist, was mir nicht gefällt. Da hilft dann auch keine super Performance mit Orchester. Jede/r, der/die mit dem Album etwas anfangen kann, wird die live Versionen lieben. Ganz sicher.

Bleibt zu hoffen, dass die Live-Rutsche aus der Royal Albert Hall bald auch ihren Weg auf Spotify und Platte findet.

Video: Architects – Animals (Live From Abbey Road)
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Fazit

Es bleibt dabei: “For Those That Wish To Exist” liefert auch in der Liveversion zwei oder drei Songs, die ich gerne in Playlists packe und das wars. Schade, denn das Konzept ist wirklich großartig und ein interessantes Experiment ist die Liveaufnahme mit dem Parallax Orchestra auf jeden Fall. Ich wünschte nur, Architects hätten eine bunte Setlist gespielt und nicht “For Those That Wish To Exist” in Gänze.

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