Bury Tomorrow – Black Flame

Nachdem Bury Tomorrow aus Southampton in den letzten beiden Jahren gefühlt alles mitgenommen haben, was es in Deutschland und Europa an der Festival- und Konzertfront zu spielen gab, steht nun ihr bereits fünftes Studioalbum in den Startlöchern. Es trägt den Namen “Black Flame” und in den letzten Monaten wurden schon drei Auskopplungen für die sehnlichst wartende Metalcore-Gemeinde veröffentlicht. Diese drei Singles gaben bereits einen Vorgeschmack auf das, was die Freunde des Metalcore auf dem nun erscheinenden Album erwarten können.

Dieses Album hat definitiv das Potential, Bury Tomorrow ganz nach oben auf den Thron zu heben

Bury Tomorrow schaffen es, das Tempo und die Wucht ihrer Musik nochmals zu steigern

Der ein oder andere mag vielleicht den Gedanken gehabt haben, dass die Band mit dem letzten Album “Earthbound” das Gaspedal bereits maximal durchgetreten hat. Derjenige wird direkt mit dem Opener “No Less Violent” eines Besseren belehrt. Bury Tomorrow können tatsächlich noch einen Gang zulegen. Sie schaffen es auf diesem Album, das Tempo und die Wucht ihrer Musik nochmals zu steigern. Beim zweiten Song “Adrenaline” kann der Hörer diese Extraportion Power und Druck bereits vom Namen des Tracks ableiten. Dani Winter-Bates’ brutalen und weiter ausgereiften Shouts krachen von Beginn an durch die Boxen. Stets begleitet von fetten – für Bury Tomorrow typischen – Gitarrenriffs und Breakdowns sowie dem perfekten Gesang von Jason Cameron. Vor allem in diesem Song merkt der langjährige “BT-Fan”, dass sich auch die anderen Jungs um Dani Winter-Bates nochmals weiterentwickelt haben und auf “Black Flame” mit abwechslungsreichen, kreativen Drum- bzw. Riffparts glänzen. Der Hörer wird also von Beginn an mit Vollgas in sein Sofa gepresst und möchte von da eigentlich sofort weg und hin zum nächsten Moshpit, um die Energie, die aus den Boxen kommt, mit wilden Bewegungen ausgleichen zu können.

Nach diesem rasanten Einstieg ins Album folgt als Nummer drei der Tracklist der bereits bekannte und dem Album seinen Namen stiftende Track “Black Flame”. Um es an dieser Stelle schon vorweg zu nehmen: Auch wenn es schwerfällt, einzelne Songs dieses großartigen Albums hervorzuheben, dürfte dieser Song doch für die meisten Bury Tomorrow-Jünger eines der Highlights dieser Scheibe darstellen. Vereint er doch so ziemlich alles, was Bury Tomorrow seit jeher auszeichnet.

Mit offenem Mund und Gänsehaut erlebt der Zuhörer den wohl fettesten Breakdown des gesamten Albums

Mit “More Than Mortal” zeigen die Briten, dass sie wirklich die gesamte Klaviatur des Metalcore beherrschen und in der Lage sind, diesen weiter zu entwickeln und zu perfektionieren. Dani Winter-Bates’ massive Shouts werden anfangs von nahezu nicht endenden Gitarrenriffs getragen. Danach führen sie begleitet von einer brachialen Wand aus Schlagzeug, Gitarren und Bass zum melodischen Refrain. Mit offenem Mund und Gänsehaut erlebt der Zuhörer im Anschluss den wohl fettesten Breakdown des gesamten Albums. Über ein großartiges Gitarrensolo von Kristan Dawson, geniale Drum-Passagen von Adam Jackson und fette Bassriffs von Davyd Winter-Bates wird dieser fünfeinhalb Minuten lange Song zum Ende geführt. Insgesamt besitzt der Track schon fast etwas Hymnisches und steht sinnbildlich für die Weiterentwicklungen der Band mit diesem Album.

“Knife Of Gold” dürfte der künftige Circle Pit-Garant auf allen Live-Shows sein. “Stormbringer” liefert gegen Ende so ziemlich genau das, was der Name des Tracks vermuten lässt und bei “Overcast” lassen sich zu Beginn schon fast Ähnlichkeiten zum aktuellen Parkway Drive-Album (CD-Review) feststellen – was definitiv nichts Schlechtes ist. Auch dieser Song kommt trotz geringfügig langsameren Tempos sehr druckvoll und mächtig rüber. Der Name des letzten Tracks “Peacekeeper” erweckt zumindest den Anschein, dass nochmal ruhigere Töne angeschlagen werden würden. Aber auch dieser Song geht abermals richtig nach vorne. Er hat einen Refrain im Gepäck, der sehr catchy ist und auf allen künftigen Live-Shows sehr viele Crowdsurfer animieren dürfte. Das extrem hohe Energielevel des Albums wird somit wirklich ohne Pause bis zum letzten Track durchgezogen.

Bury Tomorrow agieren auf einem Level nahe an der Perfektion

Am Ende des Albums ist klar, dass Bury Tomorrow sich mit diesem Album nicht komplett neu erfinden. Das hat auch niemand erwartet. Sie bleiben ihrer unverwechselbaren Linie – bestehend aus massiven Riffs, krachenden Breakdowns und massiven Shouts in Kombination mit melodischen Parts und dem stets perfekten Gesang von Jason Cameron – treu und machen damit definitiv alles richtig. Dennoch lässt sich klar erkennen, dass die fünf Jungs ihre Technik und ihren Stil mit diesem Album nochmals weiterentwickelt haben. Bury Tomorrow agieren nun also auf einem Level, welcher nahe an der Perfektion angekommen sein dürfte.

Dani Winter-Bates betonte auf den letzten Live-Shows und in Interviews stets, dass “Black Flame” für die Fans geschrieben wurde. Man kann sich sicher sein, dass dieses Geschenk dankend angenommen und den fünf sympathischen Briten hoffentlich zum ganz großen Durchbruch verhelfen wird. Denn dieses Album hat definitiv das Potential, Bury Tomorrow ganz nach oben auf den Thron zu heben. Was den Jungs nach all dem Fleiß und Ehrgeiz sowie dem Maß an Professionalität des letzten Jahrzehnts mehr als gegönnt wäre.
Auch ihre Live-Auftritte der letzten Monate auf den großen Festivalbühnen haben belegt, dass die fünf in Kombination mit diesem Brett von Album auch dort zu den ganz Großen gehören können und werden.

Video: Bury Tomorrow – Knife Of Gold

Hier erhältlich
Bury Tomorrow - Black Flame AlbumcoverBury Tomorrow – Black Flame
Release: 13. Juli 2018
Label: Music For Nations

 

Fanni hat in der guten alten Emo-Ära begonnen, regelmäßig auf Konzerte zu gehen. Von Bands aus dieser Zeit hat sich ihre Playlist mittlerweile über Post-Hardcore auch hin zu Metalcore erweitert. Für die ruhigeren Momente stehen aber auch akustische Gitarrenklänge ganz weit oben. Da Fanni sich neben der Musik auch besonders für Fotografie interessiert, ist sie ab und an auch mit einer Kamera in der Hand auf Konzerten anzutreffen.

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