Caliban, A Traitor Like Judas und Die Heart in Hannover

    Caliban Am 16.06.2018 Im Musikzentrum In Hannover
    Foto: Jenny Bank

    Am Samstag lockten Caliban die Fans des Metalcore der deutschen Schule ins abgelegene MusikZentrum nach Hannover, um zusammen mit A Traitor Like Judas und Die Heart die Hütte abzureißen.

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    „Musik mach‘ ich, um nicht nur Musik zu machen, sondern auch, um was zu sagen: Fickt Euch Nazis!“

    Offiziell wurde das Konzert auf 19.40 Uhr vorverlegt, doch Die Heart starten tatsächlich bereits um 19.30 Uhr. Während es draußen angenehme 24 Grad sind, gleicht das MusikZentrum eher einer Sauna und so bevorzugen es einige Besucher, draußen sitzen zu bleiben. Dennoch ist der Laden schon gut gefüllt und die Menge ist trotz der Hitze hochmotiviert. Bei ihrem Song “Keep Away” schafft Sänger Niels es sogar mit einem mehrfach skandierten “Teilt Euch!” eine kleine Wall of Death zu formieren. Nach einem Set voller Breakdowns und Cleangesängen auf Dancetunes spielen Die Heart als Zugabe ein zweites Mal “Unser Leben” von ihrer kürzlich erschienen EP “Monument” und geben dann weiter an A Traitor Likes Judas.

    Die Braunschweiger legen sogleich mit voller Härte los. Sänger Jasper rennt hochmotiviert die Bühne rauf unter runter und fordert schon beim ersten Song die Fans zum Stagediving auf. So schafft er es, dass die Fans das ganze Set über die Bühne stürmen und sich über die Menge hinweg tragen lassen. In den Moshpits geht es auch nicht gerade ruhig zu, sodass sogar ein junger Mann, von beiden Seiten gestützt, aus dem Veranstaltungszentrum rausgebracht werden muss. Doch A Traitor Like Judas ist es nicht nur wichtig soliden Metalcore abzuliefern, sondern auch eine Message zu verbreiten. So erklärt Jasper “Musik mach‘ ich, um nicht nur Musik zu machen, sondern auch, um was zu sagen: Fickt Euch Nazis!” und bittet alle, die auch gegen Nazis und die AFD sind, nach vorne zu treten. Nach ihrem letzen Song “What Counts” verabschiedet sich die Band für immer, denn A Traitor Like Judas werden sich nach ihrer Tour auflösen.

    “Habt Ihr Bock auf ‘ne kleine Wall of Death?”

    Nach einer ausgiebigen Umbaupause ist es auf der Bühne vollständig düster. Dichter Kunstnebel rauscht über die Menge und dann steigen Caliban, von starkem Strobolicht begleitet, mit “This Is War” von ihrem aktuellen Album “Elements” ein. Erst beim dritten Song begrüßt Sänger Andreas die Hannoveraner und fragt: “Habt Ihr Bock auf ‘ne kleine Wall of Death?”, was von der Menge natürlich bejaht wird. “Habt Ihr Bock auf ‘ne große Wall of Death?”. Das allgemeine Ja wird natürlich lauter und nach ein paar schmetternden Akkorden folgen die Fans der Anweisung. Mit mehrfachen Aufforderungen sorgt Andreas ganz nach Art des Metalcore ebenso dafür, dass das Musikzentrum konstant von Stagedivern und Crowdsurfern gefüllt bleibt.

    Bei ihrem aktuellen Hit “Ich blute für Dich” fällt dann plötzlich das Mikro aus, doch davon lässt Andreas sich nicht abhalten und setzt seinen Gesang einfach ohne fort. Unterstützt wird er dabei von den Stimmen aus dem Publikum. Mit den Worten “Das tut mir sehr leid! War trotzdem gut, oder?”, entschuldigt er sich für die Störung und bedankt sich für die Mitwirkung der Fans, die ihm den Zwischenfall natürlich keineswegs übel nehmen. Daraufhin ext er unter lautem Anfeuern eine Flasche Herri und legt dann mit “We Are The Many” los.

    “Schwingt Eure Ärsche auf die Bühne, singt mit uns, tanzt mit uns!”

    Eine Zugabe wollen Caliban nicht geben, viel lieber einfach durchknüppeln. So fordert Andreas für ihren letzten Song “Memorial” die Menge noch einmal auf: “Schwingt Eure Ärsche auf die Bühne, singt mit uns, tanzt mit uns!” und gibt noch einmal richtig Gas. Dem geben die Anwesenden natürlich gerne nach und am Ende verlassen die fast 500 Gäste völlig verschwitzt, aber glücklich das MusikZentrum. Zurück bleibt warmer Dunst und der Geruch von Bier in der Luft.

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    A Traitor Like Judas

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