Fake Names – s/t

Über keine Band und kein Debütalbum wurde in den vergangenen Monaten mehr gesprochen, als über Fake Names und ihr selbstbetiteltes erstes Studioalbum. Fakes Names wurden überall als Punkrock-Supergroup angepriesen, denn wer Musiker wie Brian Baker (Bad Religion u.a.) oder Denis Lyxzén (Refused u.a.) beherbergt, verdient diesen Namen anscheinend. Und ehrlich gesagt, dass Debüt hat es in sich. Ob es aber auch einer sogenannte Supergroup und den vielen Vorschusslorbeeren gerecht wird, schauen wir mal?

„Insbesondere überzeugen Fake Names mit perfektem Gitarrensound, herausragendem Gesang, starken Melodien, Abwechslung durch die eingeschobenen Einflüsse und viel Eingängigkeit.“

Rock-Einflüssen aus den 70er und 80er Jahren

Bereits im Jahr 2016 setzten sich Brian Baker (Minor Threat, Dag Nasty, Bad Religion) und Michael Hampton (SOA, Embrace, One Last Wish) zusammen und gründeten die Band Fake Names. Direkt wurden auch erste Songs geschrieben. Etwas später kamen dann Johnny Temple (Girls Against Boys, Soulside) und Refused Frontmann Dennis Lyxzén hinzu und komplett war die neue Band. Als Supergroup werden Fake Names betitelt, da die Band aus gestandenen Musikern besteht, die schon bei anderen Bands ihren Fußabdruck hinterlassen konnten. Natürlich sind die Erwartungen an die Band und ihr Debüt hoch.

Los geht es mit „All For Sale“. Dann folgt direkt „Driver“. Beide Nummern schlagen in die gleiche Kerbe und sind lockere Midtempo-Tracks geworden, mit starken Riffs und sehr gutem Zusammenspiel. Ein flotter Auftakt, der die Richtung vorgibt und mit melodischem Punkrock und unterschiedlichsten Rock-Einflüssen aus den 70er und 80er Jahren aufwartet. Mit „Being Them“ und „Brick“ erhöhen Fakes Names dann ordentlich die Schlagzahl und bringen das Album auf Kurs. Spätestens hier wird deutlich, über was für eine grandiose Stimme Dennis Lyxzén verfügt. Beide Songs haben Ohrwurmcharakter, sind klassische Punkrocklieder, zu denen man auch „Last Cause“ zählen kann, die Abschlussnummer dieses Albums. Richtig gut!

„Starkes Debüt! Hier merkt man, dass alle vier Musiker nachweislich ihr Handwerk verstehen!“

Mission completed: Erwartungen erfüllt!

Deutlich mehr experimentieren die vier Musiker dann bei den Tracks „Darkest Days“ und „Heavy Feather“. Hier fällt der eingesetzte Synthesizer auf, beide Nummern sind auch grooviger und tanzbarer ausgefallen. Wieder etwas klassischer wird es dann mit „First Everlasting“, einem weiteren echten Highligh. Auch „This Is Nothing“ und „Weight“ gehen in diese Richtung. Punkrock, mal recht poppig, dann wieder etwas rockiger, der insbesondere durch die Stimme hier und da auch mal an The International Noise Conspiracy (wo Lyxzén ebenfalls sang) erinnert.

Fake Names erfüllen im Grunde sämtliche Erwartungen. Dabei benötigt das selbstbetitelte Debüt einige Durchläufe, wächst aber mit jedem Hördurchgang und entfaltet zunehmend immer mehr Stärken. Insbesondere punkten die Musiker dabei mit perfektem Gitarrensound, der herausragenden Stimme von Dennis Lyxzén, starken Melodien, Abwechslung durch die eingeschobenen Einflüsse und viel Eingängigkeit. Musikalisch hangelt sich das Album zwischen Punk, Powerpop und Rock hin und her und wird nie langweilig. Wirklich starkes Debüt, von tollen Musikern, die nachweislich ihr Handwerk verstehen.

Video: Fake Names – Being Them

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Hier erhältlich
Fake Names s/t AlbumcoverFake Names – s/t
Release: 08. Mai 2020
Label: Epitaph
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