Frank Iero And The Future Violents – Barriers

Ja, Frank Iero ist der Typ von My Chemical Romance – Nun, wo wir das aus der Welt geschafft haben, können wir mit seinem neuen Solo-Album “Barriers” weitermachen. Während seine letzten Veröffentlichungen “Parachutes” und “Keep The Coffins Coming EP” noch unter dem Namen Frank Iero and the Patience veröffentlicht wurden, heißt seine neue Begleitband nun The Future Violents. Und diese Band hat es in sich, eine hochkarätige Besetzung aus Musikern und Freunden von Iero. Wie unter anderem Multitalent Kayleigh Goldsworthy, die auch in Dave Hauses Band The Mermaid mitmischt, Matt Armstrong (Murder By Death) am Bass und Tucker Rule (Thursday) an den Drums. Dazu noch Steve Albini an den Aufnahme-Reglern, der schon Bands wie Nirvana produziert hat – doch genug des Namedroppings.

„Wenn dir etwas besondere Angst bereitet, dann musst du es erst recht machen. Diese Attitüde durchzieht “Barriers” vom Opener “A New Day’s Coming” bis zum letzten Song “24k Lush”.“

Selbstkonfrontation

Beste musikalische Voraussetzungen also für “Barriers”, welches Iero eher als Retrospektive bezeichnet. Ein Blick auf die Steine, die wir uns selbst in den Weg legen – die Mauern, die wir bauen um uns zu schützen und die andere Menschen gewollt und ungewollt aus unseren Leben heraushalten. Diese Steine und Mauern versucht Frank Iero mit 14 neuen Songs aus dem Weg zu räumen – er konfrontiert sich selbst mit seinen Ängsten, denn seine Einstellung ist: „Wenn dir etwas besondere Angst bereitet, dann musst du es erst recht machen.“ Diese Attitüde durchzieht “Barriers” vom Opener “A New Day’s Coming” bis zum letzten Song “24k Lush”.

Alle Schubladen auf und nach Herzenslust bedienen

Ob im Songwriting oder in den Arrangements – auch dabei durchbrechen The Future Violents unter Leitung von Iero alle (metaphorischen) Barrieren. Hier ein wenig Americana-Sound, dort ein chaotisch-rockiger Song wie “Moto Pop”, dann ein Post-Punk-Einschlag in “No Love”, um dann wieder in Singer-Songwriting-Melodien abzutauchen. Frank Iero sagt dazu: “Das Ziel ist es, diese Lieder ohne jegliche Vorstellung davon, wie das Projekt klingen soll, wahrzunehmen. Es gilt, alle Grenzen und Barrieren, die wir aufgebaut haben oder die andere Menschen uns aufgebaut haben zu durchbrechen.” Ein Statement, woran man als Musiker gerne mal zerbricht. Doch Frank Iero and The Future Violents reißen alle Schubladen auf und bedienen sich nach Herzenslust, nur um danach selbst in keine Schublade mehr zu passen. Ziel erreicht. Hin und wieder hört man Parallelen zu Musikerkollege Dave Hause, was nicht nur am Klavier- und Synthesizer-Spiel von Kayleigh Goldsworthy, sondern auch an diversen gemeinsamen Touren liegen mag – doch das ist auch der einzige Vergleich, der Sinn macht und sich trotzdem weit hergeholt anfühlt.

One of a kind

“Barriers” ist ein einzigartiges Album, was Spaß macht und auch nach diversen Durchlaufen immer wieder neues entdecken lässt. Da wünscht man sich doch direkt eine Europa-Tour, um die zahlreichen Emotionen, die Frank Iero auf diesem Album weckt, auch live zu durchleben.

Video: Frank Iero And The Future Violents – Young And Doomed

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Frank Iero And The Future Violents - Barriers (Albumcover)Frank Iero And The Future Violents – Barriers
Release: 31. Mai 2019
Label: UNFD
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