Being As An Ocean, Thy Art Is Murder, Miss May I und Casey live

    Being As An Ocean
    Foto: Hanna Hindemith

    Die Intimität und Emotionalität, die die britische Melodic Hardcore Band Casey in ihren Songs transportiert, zeigt Frontmann Tom Weaver heute Abend nicht nur musikalisch: Zu Beginn des Sets begibt er sich samt Mikrofonständer in die Mitte der Besucher und dort bleibt er auch während der kompletten knapp halbstündigen Spielzeit. Die Besucher stehen im Halbkreis um ihn herum, während er und seine Band die Besucher mit eher ruhigen Klängen in den Abend geleiten.

    Die coolen Kids, mit denen jeder befreundet sein will

    Casey sind wie die cooles Kids, die sich selbst eher als Außenseiter sehen, mit denen aber eigentlich alle befreundet sein wollen. Sie wirken schüchtern-sympathisch, als wäre ihnen selbst nicht ganz bewusst, was für eine großartige Musik sie der Welt eigentlich präsentieren. Mit ihrem Debütalbum „Love Is Not Enough“ katapultierte sich die noch junge Band in die obere Riege der modernen Post Hardcore Szene. „Thanks for checking us out, it means the world for us“, bedankt sich Weaver bei den Besuchern.

    Miss May I repräsentieren musikalisch definitiv den höllischen Part der The Heaven And Hell Tour. Die Metalcore Band aus Ohio verlangt den Besuchern einiges an Bewegung ab. „Open this fucking pit up!“, fordert Bandkopf Levi Benton immer wieder. Für den Juni haben Miss May I ihr neues Album „Shadows Inside“ angekündigt und geben heute Abend bereits einen Einblick: „Is it cool for you?“, fragt Benton ab, ob das Publikum das neue Material zu Ohren kriegen möchte – das ist natürlich nur eine rein rhetorische Frage.

    „I love you too, Schmetterlings!“

    Die australische Deathcore Band Thy Art Is Murder ist einer der heutigen Headliner. Das große Banner – das ihr Logo als Schriftzug samt Pentagram zeigt – hängt bereits den ganzen Abend an der Rückwand der Bühne. Vor dieser wird es merklich voller. Von einem düsteren Intro begleitet betritt der Fünfer die Bühne. Lediglich grüne Spots sorgen für etwas Sicht. Das Gesicht von Sänger CJ McMahon wird von einer schwarzen Kapuze verdeckt. Die Besucher jubeln.

    Wie sich zeigt, sind Thy Art Is Murder menschlich wesentlich weniger düster, als ihre Musik – McMahon ist zum Scherzen aufgelegt. Er hat auch allen Grund zur Freude: Es ist Montagabend und das Kulturzentrum Faust prall gefüllt. „I love you!“, ruft es ihm zwischen den Songs aus dem Publikum entgegen. Er grinst breit, zeigt in die Menge und ruft: „I love you, too, Schmetterlings!“. Das macht den Frontmann natürlich nur noch sympathischer. Dabei präsentieren sich Thy Art Is Murder als extrem starke Liveband. McMahon beweist ein beeindruckendes Spektrum an stimmlicher Vielfalt, die perfekt unterstrichen wird von den düsteren Klängen seiner Band. Genau das ist ihm auch wichtig, wie er heute Abend betont: „I am nothing without these guys“, stellt er als Liebeserklärung an seine Musikerkollegen klar. „And we are nothing without you!“ – dieser Dank gilt den Fans.

    Diese strecken derweil die Fäuste und Teufelshörner in die Luft, zeigen sich textsicher und stürmen die Bühne für Stagedives. Einer verläuft etwas zu stürmisch, sodass die Besucher in der ersten Reihe kaum Chance haben, zu reagieren und sich zu schützen. „Are you okay?“, erkundigt sich Gitarrist Sean Delander bei den Besuchern in der ersten Reihe nach dem Sprung und verteilt nach der Show die Setlist an die sichtlich erfreuten Fans. Für die nahe Zukunft haben Thy Art Is Murder übrigens spannende News angekündigt, die bald verbreitet werden sollen.

    „We are Being As An Ocean and we love you!“

    Auch der zweite Headliner hält eine Liebeserklärung parat: „We are Being As An Ocean and we love you!“, ruft Shouter Joel Quartuccio der Menge zu. Being As An Ocean gehören sicherlich zu den Superstars der Melodic Hardcoreszene und auch die Besucher zeigen sich voll und ganz verbunden mit der Band aus Kalifornien. Der Applaus ist riesig, als die Band die in rotes Licht getauchte Bühne betritt. Zu Songs wie „Zealot´s Blind“ vom letzten, selbstbetitelten Album schmettern die Besucher voller Inbrunst die Lyrics mit. Quartuccio hält immer wieder das Mikrofon in die Menge und bahnt sich mehrfach selbst den Weg durch jene, um unten inmitten des Publikums weiter zu performen.

    „Thank you for singing along“, bedankt er sich. „Unfortunately you can’t sing the next song, because it’s brand new!“ kündigt er den neuen Song „Black And Blue“ an. Das neue Album kommt im Juni auf den Markt. Den Text kennen die Besucher natürlich tatsächlich nicht, dafür kann aber zumindest im Takt mitgeklatscht werden. Gen Ende lässt sich Quartuccio zu einem Stagedive hinreißen. „Dankeschön Hannover!“, bedankt er sich auf Deutsch. Eine Zugabe gibt es nicht. Mit den Worten „Get home save. We had a fucking amazing night!“ entlässt er die Besucher des Kulturzentrum Faust schließlich in die Montagnacht.