Hollywood Undead – New Empire, Vol. 2

Erst im Februar veröffentlichten Hollywood Undead ihr Album „New Empire, Vol. 1“ (Albumreview). Bereits der Titel ließ vermuten, dass eine zweite Ausgabe folgen würde. Die erscheint nun am kommenden Freitag in Form von „New Empire, Vol. 2“, das mit seinen insgesamt 12 Songs musikalisch sowohl Ergänzung als auch Gegenstück zum Vorgänger bietet.

„Beide Alben haben ihre Stärken und Schwächen, „New Empire, Vol. 2“ macht vielleicht noch ein kleines bisschen mehr Spaß und ist ein großartiger zweiter Teil für das „New Empire“ von Hollywood Undead.“

Bekannte aber spaßige Rezeptur

Eröffnet wird das Album von „Medicate“, das entfernt an „Bullet“ erinnert – nicht unbedingt musikalisch, aber von der Art, wie es sich präsentiert. So wird auch hier ein recht düsteres Thema in einem scheinbar leichten, beschwingten Pop/Rock-Song verpackt, während der Text in typischer Hollywood Undead-Manier gerade so mit der richtigen Portion Ironie daherkommt, um den Song hörbar zu machen.

Nach diesem ersten Schlag geht es mit einem rockigen „Comin‘ Thru The Stereo“ weiter, auf dem die Band sich den Rapper Hyro The Hero mit ins Boot geholt hat. Chöre im Hintergrund sorgen an manchen Stellen für die richtige Dramatik, die den Song in eine klassische Hollywood Undead-Nummer verwandelt, wenn auch ausgefeilter und zeitweise heavier, als man vielleicht von den Herren aus Los Angeles gewohnt ist. Etwas entspannter und groovy geht es mit „Ghost Out“ zum nächsten Titel. Gerappte Strophen, gesungener Refrain – bekannte Rezeptur, spaßiger Song.

Überraschend düster und heavy

„Gonna Be Okay“ ist als aktuellste Single bereits bekannt. Die Gitarren sind für Hollywood Undead zeitweise überraschend Metal-lastig und zeitweise erinnern die Vocals nahezu an Screams. Mit „Monsters“ wird direkt wieder entschleunigt. Mit Killstation als Gastmusiker präsentiert die Combo hier ein ruhiges Stück, das eine sehr düstere Stimmung transportiert und melancholisch stimmt. In diesem Fall liegt der Fokus wieder mehr auf Sprechgesang, der zu den Erzählungen im Song wunderbar passt.

Auch bei der ersten Vorab-Veröffentlichung „Idol“ – in diesem Fall featuring Tech N9ne – wird auf Rap gesetzt, der begleitet wird von schweren Riffs, die teils elektronisch verzerrt sind. Von der Gesangsart her erinnert es an jüngere Rap-Veröffentlichungen und macht Spaß, ist es auch ein ungewohnt schwerer Song. Der wird immerhin direkt von der zweiten Single-Auskopplung „Coming Home“ abgelöst, das wieder in Pop/Rock-Sphären führt. Das Konzept ist hierbei ähnlich: Leichter Song, schweres Thema, auch wenn es hier doch sehr an einer generischen Pop-Ballade kratzt.

Macht aber nichts, denn „Unholy“ zieht das Tempo direkt wieder an. Zugegeben fällt es mir etwas schwer den Song richtig zu beschreiben, aber er ist irgendwie genau das, was Hollywood Undead ausmacht: Passt in kein Genre komplett rein, hat einen eigenen Vibe und wechselt zwischen Melodie und Screams. Coole Nummer!

Krönender Abschluss

Melancholischer wird es wieder mit „Worth It“, das ein bisschen an Songs aus früheren Tagen der Band erinnert. Ganz so viel Wiedererkennungswert hat es im Vergleich zum Rest des Albums allerdings nicht. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht hilfreich, dass der nächste Titel „Heart Of A Champion“ ist, das für „New Empire, Vol. 2“ mit Jacoby Shaddix von Papa Roach und Spencer Charnas von Ice Nine Kills neu aufgenommen wurde. Deren gemeinsame Tour war Corona-bedingt kürzer ausgefallen, was in der freien Zeit entstanden ist, kann sich aber auf jeden Fall sehen lassen. Der Song war schon auf dem vorigen Album cool und ist zu einem Fan-Favoriten geworden, mit den beiden Gastsängern ist der Titel bloß noch interessanter und definitiv ein Highlight.

Zum Schluss begegnen wir noch zwei Mal „Idol“; einmal mit Ghøstkid, der auf seinem Debütalbum (Albumreview) im Gegenzug einen Gastpart von Johnny 3 Tears präsentiert, und einmal mit Kurt 92. So viel ist dazu nun nicht mehr zu sagen, da sie sich wesentlich nicht von der entsprechenden Single unterscheiden. Dennoch ist es durchaus interessant denselben Song mit unterschiedlichen Gastmusikern zu hören, die ihn jeweils in einem anderen Licht erscheinen lassen. (Ich persönlich finde den Part von Ghøstkid angenehmer, aber das ist ja Geschmackssache.)

Eine neue Richtung

Im Review zu „New Empire, Vol. 1“ habe ich ein wenig philosophiert, was es mit dem Titel auf sich haben könnte und bin zu dem Schluss gekommen, dass wohl eine neue Richtung das Ziel war, ohne dabei die Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Das würde ich nach „New Empire, Vol. 2“ weiterhin unterschreiben. Allerdings lassen sich bei den beiden Alben deutliche Unterschiede feststellen. „New Empire, Vol. 2“ ist wesentlich düsterer und heavier als „New Empire, Vol. 1“ und eben auch weniger Hip Hop-lastig (zumindest im klassischen Sinne), die Rap-Parts sind hier insgesamt wesentlich kraft- und wirkungsvoller gesetzt. Auch wurden hier einige interessante Künstler mit ins Boot geholt, die das Album abwechslungsreich und spannend machen. Beide Alben haben ihre Stärken und Schwächen, „New Empire, Vol. 2“ macht vielleicht noch ein kleines bisschen mehr Spaß und ist ein großartiger zweiter Teil für das „New Empire“ von Hollywood Undead.

Video: Hollywood Undead feat. Papa Roach & Ice Nine Kills – Heart Of A Champion

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hier erhältlich

HollywoodUndead_NewEmpireVol coverHollywood Undead – New Empire, Vol. 2
Release: 4. Dezember 2020
Label: Dove & Grenade Media / BMG

Überblick der Rezensionen
Bewertung