Memphis May Fire – Broken

Zwei Jahre nach „This Light I Hold“ melden Memphis May Fire mit einem neuen Studioalbum zurück. „Broken“ heißt die zehn Song starke Platte, die wie ihre Vorgänger über das Label Rise Records veröffentlicht wird. Für die Produktion wurde Kane Churko (Five Finger Death Punch, Ozzy Osbourne, Papa Roach) mit ins Boot geholt. Gemischt hat Drew Fulk (Motionless In White, We Came As Romans). Die Band behandelt auf „Broken“ vor allem Themen rund um Selbstzweifel, wodurch das Album Song für Song ein wenig wie eine musikalische Selbstfindungsreise wirkt. Es soll den Fans und jedem, der gerade eine düstere Phase durchmacht, Hoffnung geben und das Gefühl, verstanden zu werden. “It was important to be honest in a way that encourages people who are struggling to feel understood and to be known,” sagt Frontsänger Matty Mullins über das Songwriting. “Most of the album is about saying it’s important to know that it’s ok to feel broken. I’m broken, too.”

“Most of the album is about saying it’s important to know that it’s ok to feel broken. I’m broken, too.”

Die Platte präsentiert sich rockig mit gut gesetzten Akzenten

Mit dem bereits im Vorfeld veröffentlichten Titel „The Old Me“ wird das Werk eröffnet und gibt damit musikalisch deutlich den Ton an. Auch thematisch bildet der Song eine gute Einleitung. Wer auf „Broken“ nach lauten Screams sucht, sucht wohl vergeblich. Die Platte präsentiert sich eher rockig mit gut gesetzten Akzenten aus diversen anderen Genres.

Ein klares Statement machen die fünf Texaner mit „Watch Out“. Das Lied ist schnell und fängt stark an. „We came to change the game so get out the way“ heißt es und wird den einen oder anderen vermutlich zum Mitsingen einladen. „Sell My Soul“ reißt einen danach beinahe ein wenig aus der Stimmung. Der Song kommt langsamer daher, mit leicht verzerrten, drückenden Vocals und einem gefühlvoll gesungenen Refrain. Immer wieder finden sich auf „Broken“ solche Brüche, auch stilistisch. Bei „Heavy Is The Weight“ begegnet man beispielsweise einem überraschend gut gemachten Rap-Part. Andere Lieder werden mit elektronischen Melodien eröffnet, wie man es auf anderen Alben bereits gelegentlich zu hören bekommen hat.

Gemeinschaftsgefühl und Verständnis

Dass die Fünf auf diesem Album größtenteils auf Screams verzichtet haben bekommt manchen Songs wirklich gut, nehmen dem einen oder anderen Titel aber auch die Abwechslung. Der möglicherweise stärkste Track des Albums ist „Live Another Day“, der das Album ebenso bezeichnend abschließt, wie es von „The Old Me“ eröffnet wurde.

Noch einmal macht die Band ihre Absicht, ein Gemeinschaftsgefühl und Verständnis zu schaffen, deutlich. Der Song richtet sich an jeden, der davor steht aufzugeben oder von dunklen Gedanken verfolgt wird. „Cause we were born to be great, don’t just throw it away – live another day!“ verabschieden sich Memphis May Fire von ihren Hörern und lassen auf einen starken Live-Titel hoffen.

Memphis May Fire wissen, wer sie sind

Das Rad haben die Jungs mit „Broken“ sicher nicht neu erfunden und leider kommt der eine oder andere Song wie eine gut gemachte, aber schon tausend Mal gehörte Metalcore-Hymne daher. Auch bekommt man das Gefühl, dass einige wenige Songs all die Innovation abbekommen haben, die auch anderen Titeln gut getan hätte.

Allgemein ergibt sich allerdings ein rundes Album, das vor allem Fans begeistern dürfte, die keinen zu großen Wert auf brachiale Screams legen. Wer klassischen Metalcore mit starken Refrains und gewohnt wuchtigen Intros und Breakdowns mag, wird hier sicher auch fündig. Das Songwriting ist gelungen und erreicht sein Ziel. Man merkt, dass Memphis May Fire wissen, wer sie sind und zurecht eine der bekannten Größen des modernen Metalcore sind.

Video: Memphis May Fire – The Old Me

Hier erhältlich
Memphis May Fire - BrokenMemphis May Fire – Broken
Release: 16. November 2018
Label: Rise Records

Nachdem mit Power und Symphonic Metal alles anfing, entdeckte Sarah auch ihre Liebe zu Metalcore und Post-Hardcore. Mittlerweile hört sie sich quer durch alle Genre (außer Schlager) – je nachdem, wie gerade die Stimmung ist. Bands wie Parkway Drive, The Amity Affliction, Hollywood Undead und Being As An Ocean, aber auch In Flames und Avantasia bleiben dabei ewige Favoriten. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Kamera auf Konzerten unterwegs ist, findet man sie irgendwo inmitten von Pflanzen bei dem Versuch, doch noch einen grünen Daumen zu bekommen.

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