Am 16. Februar 2026 gastierte die britische Band Mouth Culture im Hamburger Musikclub Betty. Im Rahmen ihrer ersten Headliner-Tour durch Europa machte die Formation damit auch in der Hansestadt Station. Trotz der Bedeutung dieser Tour für die Band blieb das Konzert jedoch hinter den Erwartungen hinsichtlich der Besucher:innenzahl zurück: Der Club war an diesem Abend nicht ausverkauft.
Pünktlich begann die Band ihr Set und stellte früh klar, dass sie ihre neue Rolle als Headliner selbstbewusst annimmt. Von Beginn an war die Energie auf der Bühne spürbar. Druckvolle Gitarrenriffs, ein präzises Schlagzeugspiel und eine insgesamt kompakte Performance bestimmten den Sound des Abends. Dennoch zeigte sich das Publikum zunächst zurückhaltend. Zwar wurde aufmerksam zugehört, doch die Stimmung blieb in der ersten Hälfte des Konzerts eher verhalten.
In der zweiten Hälfte des Konzerts gewann die Atmosphäre schließlich deutlich an Fahrt. Mit zunehmender Spieldauer tauten die Besucher auf, rückten näher an die Bühne und begannen, sich freier zur Musik zu bewegen. Mehr und mehr Gäste tanzten, sangen Textpassagen mit und beteiligten sich aktiv am Geschehen. Die Band nutzte diese Dynamik, suchte immer wieder die Interaktion und bedankte sich mehrfach für die Unterstützung während ihrer ersten europäischen Headliner-Tour. Zu den Höhepunkten gehörte in der zweiten Häfte „Cherry Red Rage“, das mit seiner dynamischen Struktur und eingängigen Hook live besonders wirkungsvoll zur Geltung kam. Auch „15 Missed Calls“ überzeugte durch seine emotionale Intensität und sorgte für deutlich lautere Reaktionen im Publikum.
Technisch verlief der Abend reibungslos. Der Sound war ausgewogen abgemischt, Gesang und Instrumente blieben klar differenzierbar, ohne dass einzelne Elemente überbetont wirkten. Auch das Lichtdesign unterstützte die Stimmung, blieb jedoch insgesamt schlicht und konzentrierte sich auf klassische Club-Ästhetik.
Nach einem kompakten, stringenten Set verließ die Band die Bühne ohne Zugabe. Trotz Applaus und vereinzelter Rufe nach weiteren Songs kehrten die Musiker nicht zurück. Der Abend endete damit etwas abrupt.
Insgesamt präsentierte sich Mouth Culture in Hamburg als engagierte Liveband, die ihre erste Headliner-Tour mit spürbarer Ernsthaftigkeit und Energie bestreitet. Auch wenn der Club nicht ausverkauft war und das Publikum etwas Anlaufzeit benötigte, entwickelte sich das Konzert zu einem soliden und in der zweiten Hälfte mitreißenden Abend, der das Potenzial der Band als eigenständiger Headliner in Europa unterstrich.
Setlist:
- On and On
- Dead In Love
- Little Wednesday
- Honey
- Picking Wings Off a Butterfly
- Happier
- Sharkbait
- No Shame
- Regret 101
- These Days
- Everyday
- Cherry Red Rage
- Ratbag
- 15 Missed Calls
- Don’t Pull Up









