Papa Roach – Greatest Hits Vol.2 – The Better Noise Years

Mittlerweile legen Papa Roach mit „Greatest Hits Vol.2 – The Better Noise Years“ ihr zweites Best-Of Album vor. Dabei widmet sich die Compilation den Jahren zwischen 2010 und 2019. Als Kaufgrund für Besitzer der Alben sollen dann drei Remixe und zwei Akustikversionen dienen. Alle bislang unveröffentlicht. Die restlichen fünfzehn Songs wurden 2020 neu gemasteret.

„wer, wie ich, sich mit der jüngeren Vergangenheit der Band vertraut machen will, findet hier eine sehr nette Compilation, die mal eben in einundzwanzig Songs auf den neuesten Stand bringt. Wer die Songs aber schon zu Genüge gehört hat muss dann selbst entscheiden, ob eine zweite Greatest Hits lohnt. Viel spricht allerdings nicht dafür.“

Zweite Runde

Bedenkt man, dass zehn weitere Jahre seit dem letzten Best-Of der Band vergingen, ist es zumindest inhaltlich sinnvoll sich mit der aktuell letzten Dekade der Bandgeschichte auseinanderzusetzen. Auch wenn fünfzehn Songs bereits bekannt sind, wurden hier und da ein paar nette Gimmicks, wie das Danny Worsnop Feature auf „Broken As Me“, eingestreut um die Songs interessant und relevant zu halten.

Ich muss gestehen, mich seit „Infest“ kaum noch mit der Band auseinandergesetzt zu haben. Für mich stellt „Greatest Hits Vol.2“ vor allem die nötige Nachhilfe dar, die ich in Sachen Papa Roach so dringend brauche. Denn „Infest“ zählt auch nach zwanzig Jahren immer noch zu meinen All-Time-Favorite-Alben.

Der erste Höreindruck macht schon mal meine größte Angst zunichte, nämlich dass ich mit Papa Roachs neuerer Schaffensperiode rein gar nichts anfangen kann. Die Songs haben allesamt ihre Momente und geben in der Summe eine recht angenehme homogene Masse. Mit Imagine Dragons ähnlichen Ausflügen in die Pop-Welt, wie auf „Elevate“ kann ich wenig anfangen, aber das ist denke ich Geschmackssache. Hier und da brechen alte Papa Roach durch und das ist immer wieder gut zu hören. Trotz allem plätschern mir die Songs zu sehr dahin, als dass ich wirklich lange Gefallen an der Scheibe finden kann.

Nun ist das natürlich Geschmackssache, aber wenn ich mir die Originale anhöre, dann kann ich kaum eine Verbesserung durch das neu bearbeitete Material feststellen. Schade.

Fanservice oder Geldmache?

Und wie jedes Best-Of muss sich auch „Greatest Hits Vol.2 – The Better Noise Years“ der großen Frage stellen: Ist das jetzt Geldmache oder hat ein solches Best-Of einen wirklichen Mehrwert?

Dabei ist das nicht ganz leicht zu beantworten, denn wer, wie ich, sich mit der jüngeren Vergangenheit der Band vertraut machen will, findet hier eine sehr nette Compilation, die mal eben in einundzwanzig Songs auf den neuesten Stand bringt. Wer die Songs aber schon zu Genüge gehört hat muss dann selbst entscheiden, ob eine zweite Greatest Hits lohnt. Viel spricht allerdings nicht dafür.

Positiv zu vermerken ist allerdings, dass sich Papa Roach einiges haben einfallen lassen. Die unveröffentlichten Akustik-Versionen der Songs „Face Everything And Rise“ und „Leader Of The Broken Hearts“ zählen für mich ganz klar zu den Höhepunkten des Albums. Die Remixe sind dann schon wieder leicht an meinem Geschmack vorbei. Schade. Aber einige Fans werden hier sicherlich Freude haben. Für mich wirkt das einfach zu anbiedernd an den Mainstream.

Greatest Hits ohne die größten Hits

Bis auf einige kleine Ausnahmen muss ich dann resümieren, dass sich Papa Roach weg von dem bewegt haben, was ich als ihre Stärken gesehen habe: eine unglaubliche und ungebändigte Energie und die starken Riffs, die „Infest“ damals getragen haben. Da können auch Remixe und Gastauftritte nichts mehr retten.

Wer sich aber in dem Schaffen der Band der letzten zehn Jahre gerne wiederfindet, der bekommt mit „Greatest Hits Vol.2 – The Better Noise Years“ eine nette Zusammenstellung an Songs, die aber auch kaum Mehrwert haben, denn dass diese neu gemasteret sind ist wirklich kaum hörbar. Schade.

Dabei ist relativ schnell klar, dass die Band hier versucht noch schnell Vertragsauflagen mit ihrem aktuellen Label zu erfüllen. Denn neue Musik ist ja bereits in der Mache. Diese soll dann aber sehr wahrscheinlich in Eigenregie veröffentlicht werden und dementsprechend musste wohl noch ein Release für das alte Label her.

Nachdem die Band zum 20 jährigen Jubiläums ihres Klassikers „Infest“ schon einige alte Songs erneut ausschlachtete, ist dieses „Best-Of“ eine ordentliche Ernüchterung. Einzig die Akustikversionen zweier Songs und das nette Feature des Asking Alexandria Frontmanns Danny Worsnop sind hier interessant. Und diese drei Songs kann man sich gut und gerne via Spotify in die Playlisten packen. Ein komplettes Album kaufen muss man deswegen nicht.

Video: Papa Roach feat. Danny Worsnop – Broken As Me

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Hier erhältlich
Papa Roach – Greatest Hits Vol. 2 The Better Noise Years
Release: 19. März 2021
Label: Better Noise Music