Reload Festival 2017

    Foto: Maria Graul

    Rund 5.000 Reload Festival Besucher freuten sich schon am Donnerstag auf Bands wie Antillectual, First Blood oder While She Sleeps. Bei der letztgenannten Band wurde es aufgrund der ganzen Feierei so warm, dass es von der Zeltdecke tropfte und dadurch zu dem ein oder anderen Kurzschluss kam. Auf jeden Fall und ohne Übertreibungen ein rundum gelungener Einstand!

    Reload Festival 2017 – Tag 1

    „Let’s have some fuckin‘ fun!“

    Mit einer umgedrehten USA-Flagge als Banner im Hintergrund betreten Anti-Flag unter lautem Beifall die Bühne. Sie eröffnen ihr Set ohne große Umschweife mit den Worten „Let’s have some fuckin‘ fun!“ und ihrem Song „The Press Corpse“. Das Publikum hat sichtlich Spaß und feiert die Amerikaner gebührend und mit ordentlich Pogo und Circle Pits. Ab und zu schwankt die Band um Justin Sane zwar etwas im Tempo, was aber der Energie – die die Herren aus Pittsburgh versprühen – keinen Abbruch beschert. Natürlich dürfen politische Aussagen ebenso wenig fehlen, wie das Huldigung einer der ersten Punk-Bands überhaupt: Anti-Flag covern inbrünstig „Should I Stay Or Should I Go“ von The Clash.

    Bei bestem Festivalwetter wird der Menge ziemlich schnell warm. Mit ihrem mittlerweile irgendwie berühmten grünen Gartenschlauch sorgt die stets gut gelaunte OKS Security des Öfteren für Abkühlung in der Menge. Nach rund 45 Minuten verlassen Anti-Flag die Bühne. Das Publikum hat nun ein bisschen Zeit, den Akku mit ein paar kühlen Getränken aufzuladen.

    Eine Spur härter wird es mit Terror, die der weiterhin feierwütigen Menge von Beginn an ein ordentliches Brett  entgegen schleudern. Die Menge quittiert dies mit durchgängigen Mosh- und Circle Pits und die ersten Crowdsurfer sind auch unterwegs. Sänger Scott Vogel feuert das Publikum immer wieder an, obwohl das bei der Laune, die die Menge an den Tag legt, höchstwahrscheinlich gar nicht nötig ist. Mit „Keepers Of The Faith“ beschließen die Kalifornier unter lauten Beifall ihr Set und geben dem Publikum wieder etwas Zeit zum Verschnaufen.

    Ein Blick auf das Festivalgelände: Neben den obligatorischen Merch-Ständen und Fressbuden, die im Übrigen alle von lokalen Anbietern betrieben werden, gibt es auch Stände von Hilfsorganisationen wie Sea Sheperd, Hardcore Help Foundation und Skate-Aid, die gerne und zahlreich aufgesucht werden.

    “Lemme see you dancin‘“

    Nach einem kurzen Rundgang geht’s aber auch schon weiter im Programm. Skindred entern nun die Bühne und bringen die Masse mit ihrer bestens funktionierenden Mixtur aus Hip-Hop, Reggae und Metal zum Tanzen. Diese hat sich in der Umbaupause sichtlich gut erholt und macht genau da weiter, wo sie bei Terror aufgehört haben (oder aufhören mussten?!). “Lemme see you dancin‘“ ruft Sänger Benji Webbe der Menge zu und spätestens beim Song „Pressure“ springt gefühlt der ganze Platz. Die Interaktion zwischen Band und Publikum klappt richtig gut, sei es das allseits beliebte „Runter-auf-die-Knie-und-dann-komplett-ausrasten“ oder „T-Shirt-über-dem-Kopf-wedeln“: Alle machen mit! Sehr zur Freude der Band. Benji quittiert mit einem „Reload, you’re bloody beautiful“.

    In der darauffolgenden Umbaupause passiert etwas, was man tatsächlich nicht alle Tage sieht. Organisator Andre Jürgens ergreift das Mikro und bittet ein Teil der ehrenamtlichen Helfer auf die Bühne. Das waren sage und schreibe rund 250 an der Zahl, die nun ihren verdienten Applaus bekommen. Schließlich würde dieses Festival ohne sie nicht stattfinden. Tolle Geste!

    Dann darf Andre Jürgens vor dem nächsten Act nochmals auf die Bühne. Als großer Life Of Agony-Fan durfte er selbige, auf Wunsch der Band, ankündigen. Da lässt man sich natürlich als Fan nicht zweimal bitten. Unter lautem Beifall betreten Life Of Agony die Bühne. Die Band um Frontfrau Mina Caputo hat die Menge von Anfang an fest im Griff. Angefangen mit „River Runs Red“ hat die Band heute einen schönen Querschnitt aus ihrer bisherigen Bandgeschichte mitgebracht und augenscheinlich richtig Lust, alles niederzurocken. Dieser Funke springt sofort auf das Publikum über und dieses feiert jeden Song der Band ausgiebig. Es gefällt sogar so gut, dass die Menge nach dem Set das erste Mal lauthals nach einer Zugabe verlangt, was jedoch aufgrund des straffen Zeitplans leider nicht drin ist.

    Es wird Zeit, die Abrissbirnen auszupacken

    Wir nähern uns langsam dem Ende des ersten Tages und es wird Zeit, die Abrissbirnen auszupacken. Laute „Bullet“-Rufe erschallen über den Platz, bevor Bullet For My Valentine die Bühne betreten. Und wie schon vermutet, geht es direkt volles Pfund zu Sache. Das Publikum ist immer noch nicht müde und startet das ein oder andere Mal Circle- und Mosh-Pits. Wie es sich gehört werden immer wieder die Pommesgabeln in die Luft gestreckt. Textsicher singen die Festivalisten aus voller Kehle die Hits der Band wie „Poison“ oder Scream Aim Fire“ (das übrigens mit einem „Master of Puppets“-Intro die feiernde Menge verzückt) mit. Auch ein Schlagzeug-Solo wird ins Set eingebaut und Touring-Drummer Jason Bowld lässt ein wortwörtliches Gewitter über den Platz fegen.

    Schon ist es wortwörtlich an der Zeit für eine Endzeit: Es ist Zeit für Heaven Shall Burn. Die Umbaupause dauert hier aufgrund des wirklich beeindruckenden post-apokalyptischen Bühnenbildes ein wenig länger, welches besser für die Band nicht passen könnte. Die Saalfelder machen – ebenso wie Bullet For My Valentine – von Anfang an keine Gefangenen und reißen mit ihrer effektvoller Pyro-Show alles nieder. Sänger Markus ist sichtlich begeistert, dass zu solch später Stunde noch so viel Energie im Publikum steckt. Die Menge gibt in der Tat noch einmal alles: Vom Mattenschwingen über Circle Pits bis hin zur Wall of Death ist alles vertreten, was man sich nur wünschen kann. Heaven Shall Burn beschließen nach einigen Zugaben den ersten Festival-Tag. In freudiger Erwartung auf Tag 2 geht es zurück zum Zelt… vielleicht noch mit einem kleinen Abstecher zum Bierstand. So viel Zeit muss sein!

    Reload Festival 2017 – Tag 2

    Die junge Band Of Colours um Frontfrau Anne Brendel eröffnet den Reigen am Samstag bei gutem Wetter und verhältnismäßig hohen Temperaturen – für norddeutsche Verhältnisse, versteht sich. Die Band kann trotz früher Stunde schon einige Festivalbesucher aus den Zelten locken. Die Musik kommt gut an und selbst die Security mosht fröhlich vor den Wellenbrechern mit. Diese ist im Übrigen echt entspannt und freudig unterwegs und feiert auch gern mal mit der Menge, wenn es die Situation zulässt. Einfach absolut großartig!

    Auch das Publikum ist – trotz der wahrscheinlich langen Nacht – wieder bei bester Laune und erneut wird ordentlich die Matte geschwungen und gemosht. Selbst eine Wall of Death gibt es schon zu einer solch frühen Zeit. Wir ziehen noch etwas verschlafen, mit dem ersten Konterkaffee in der Hand unseren Hut und beobachten einen maximal gelungener Auftakt des zweiten Tages. Bereits jetzt lässt sich vermuten, dass es über die nächsten Stunden noch ordentlich zur Sache auf dem Battlefield gehen wird.

    „Move, move move!“

    Female-Fronted geht es direkt mit The Charm The Fury weiter, die mit ihrem ordentlichen Groove das Publikum in Bewegung bringen. „I know it’s fuckin‘ early but move, move, move!“ treibt Frontfrau Caroline Westendorp das Publikum an. Dieses lässt sich, wie auch schon das gesamte Festival, nicht lange zum Tanz bitten. Vor allem die häufigen Circle-Pits erfreue die Band aus Amsterdam und ein Schmunzeln können sich die Bandmitglieder – trotz der harten Klänge – dann manchmal doch nicht verkneifen. Glücklich und unter großem Beifall verlassen die Holländer die Bühne und die Festivalbesucher nutzen die Gelegenheit, um schnell den Wasser- bzw. Bierhaushalt nach dem schweißtreibenden Frühsportprogramm auf Vordermann zu bringen. Lange leer bleibt es vor der Bühne diesmal aber nicht.

    “A big middlefinger to all who wanna tell you to what you should listen to!“

    Denn anscheinend spielt mit Bury Tomorrow eine Band, auf die sich das Publikum sehr freut. Schon während der Umbaupause wird es rappelvoll. „I need you to mosh“ schleudert Shouter Daniel der Menge entgegen und die gehorcht mehr als willig. In der Tat legt das Publikum noch einmal einen Gang zu und macht schon dermaßen Party, dass man denken könnte, die letzte Band des Abends spielt. Auch die Security lässt es sich nicht nehmen, wieder ordentlich zu der Musik der Jungs aus Southampton mitzufeiern. „You brave Bastards“ sagt Daniel zu den paar Mohikanern, die bei der anstehenden Wall of Death mutig in der Mitte stehen bleiben. Glücklicherweise läuft alles glimpflich ab und alle können ausgelassen weiterrocken.

    Da es in der Mittagssonne zeitweise unerträglich wird, sorgt der mittlerweile auch auf dem Reload Festival sehr beliebte Gartenschlauch wieder für die nötige Abkühlung. Selbst Shouter Daniel ließ es sich nicht nehmen, die Menge selbst damit abzukühlen. Die Band freut es sehr, auf dem Festival spielen zu können und betont, wie großartig es ist, dass es in Deutschland solche Festivals für Punkrock, Hardcore und Metal gibt. Eine perfekte Überleitung zum Song „301“ . Denn wie Daniel zu dem Song treffend sagt:“A big middlefinger to all who wanna tell you to what you should listen to!“ . Frenetisch gefeiert verlassen die Engländer die Bühne und jetzt braucht die Menge tatsächlich eine wohlverdiente Pause.

    „Wir wurden heute gebooked für’s Gefühl“, sagt Sänger Sebastian verschmitzt ins Mikro und ganz Unrecht hat er dabei nicht. Massendefekt aus Meerbusch gehören – zumindest wenn man sich das Line-Up des Festivals anschaut – doch eher zur seichteren Fraktion. Das aber Punk’n’Roll mit einer Prise Indie trotzdem funktioniert, zeigt mal wieder das feierwütige Publikum, welches erneut ausgelassen tanzt und vor allem auch lauthals mitsingt. Auf die Frage hin, wer denn schon wieder dabei ist (beim Feiern und Trinken wohlgemerkt) gehen alle Hände des Publikums in die Höhe. So muss das sein! Die Jungs haben natürlich auch ein buntes Mitmachprogramm im Gepäck. So darf sich das Publikum in wohlbekannter Beatsteaks-Manier hinknien, um dann beim Einzählen des Songs wieder mal komplett auszurasten. „Das war ein Test für Eure Beine, jetzt kommt einer für Eure Stimme.“ sagt Sänger Sebastian und es erklingen die ersten Töne vom Pennywise Klassiker „Bro Hymn“. Dass hier das Publikum nur zu gerne lauthals mitsingt, versteht sich irgendwie von selbst. Mit einem „Abschlussselfie“ der Band geht es in die Umbaupause.

    Huckepack-Pogo

    Was jetzt kommt, ist Entertainment pur. Unter tosendem Beifall und „Stumpen“-Rufen entert die „meiste Band der Welt“ die Bühne. Die Rede ist von Knorkator, die sofort wie die Feuerwehr loslegen. Zuerst noch völlig in Tarnklammotten gepackt, lässt es sich Sänger Stumpen nicht nehmen, sich während eines heißen Strips bis auf eine frivole Unterbüchse auszuziehen. Es ist ja auch schließlich ganz schön warm, kann man also mal machen. Auch die Fotografen werden von Stumpen nicht vergessen und dürfen für ein paar exklusive Fotos auf die Bühne. Nur um nach ein paar Aufnahmen mit einem augenzwinkernden „Und nun verpisst Euch.“ wieder von der Bühne geschmissen zu werden. Auch das Publikum kommt mittlerweile in Blödellaune und bugsiert eine Gummipuppe über die Menge. Sehr zur Freude der Berliner. Da einige Zuschauer bereits auf den Schultern von anderen Besuchern sitzen, ruft Sänger Stumpen gleich mal zum Huckepack-Pogo auf und tatsächlich bildet sich eine kleine Menge für diesen Spaß. Mit „Wir werden alle sterben“ und der Titelmelodie von „Die bezaubernde Jeannie“ im Anschluss geht es in die Umbaupause.

    Da man schon gestern vermehrt Leute mit Whitechapel und ähnlichem Merch aus der Richtung gesehen hat, ist zu erwarten, dass es hier gleich ordentlich zur Sache geht. Phil Bozeman und seine Jungs lassen es auch direkt richtig krachen und die Menge bekommt vor lauter Circle Pits, Headbanging und Wall of Deaths kaum Zeit zum Durchatmen. Wie ein Behemoth walzt die Deathcore-Formation aus Knoxville alles nieder und Shouter Phil treibt die Menge zu immer größeren Pits an. So langsam wird es etwas dunkel am Himmel. Ob das wohl an der düsteren Musik der Band liegt? Wie dem auch sei, das Publikum legt noch einen Gang zu. Ein bisschen weniger Sonne kann schon mal ein paar weitere Kraftreserven freisetzen. Jedoch wird es tatsächlich zum Ende des Sets von Whitechapel wettertechnisch ziemlich finster und zum Ärger aller fängt es in der Umbaupause an zu regnen.

     „Wir scheißen auf den Regen!“

    Leider regnet es zu Beginn von Caliban immer noch, aber mit einem fröhlichen „Wir scheißen auf den Regen!“ hat Sänger Andreas gleich die Menge auf seiner Seite, die auch trotz Regen des Feierns nicht müde wird. So eine Abkühlung abseits des Gartenschlauchs tut ja auch mal gut. Glücklicherweise hält der Regen nicht lange an und die nun anstehende Wall of Death verwandelt sich nicht in eine Wall of Matsch. „Habt ihr Bock zu feiern?“, fragt Andreas das Publikum. Diese Frage erübrigt sich eigentlich, wenn man sich das ganze Festival über das ausdauernde und mehr als gut gelaunte Publikum anschaut. Zur Einstimmung auf den späteren Headliner Amon Amarth wird schon einmal eifrig die Ruderei geübt und auch die allseits beliebte Hinknie-und-Ausraste-Aktion kommt wieder voll zur Geltung. Man glaubt sogar, dass dabei ein klein wenig die Erde gebebt hat. Mit einem Grinsen im Gesicht verlassen Caliban die Bühne und mit ein paar kühlen Getränken und Fressalien tanken die Besucher neue Kräfte.

    Wir schwenken wieder zum Punk. Gewohnt druckvoll und politisch schicken sich jetzt Betontod an, das Reload-Gelände erzittern zu lassen. Der Funke springt sofort auf das Publikum über und es wird ausgelassen getanzt und mitgesungen. Beim Song „Küss mich“ unterbrechen die Deutsch-Punks kurz ihr Set, da es einen Sani-Einsatz vor dem Wellenbrecher gab. Tolle Aktion, denn Sicherheit geht schließlich vor. Das Publikum nutzt dies um lauthals „Nazis raus!“ zu rufen. Sehr zur Freude der Band. Natürlich haben auch die Pott-Punker die beliebte Hinknie-und-Ausraste-Aktion mit dabei. Es ist auch egal, wie oft diese an dem Wochenende schon verwurstet wurde: Spaß macht sie immer wieder. Sebastian vom Massendefekt lässt es sich auch nicht nehmen, für „Bambule und Randale“ auf die Bühne zu stürmen und den Song mit den Jungs zum Besten zu geben. Selbstverständlich wird der Auftritt mit dem Klassiker „Glück auf!“ beschlossen und getreu dem Motto des Songs werden erstmal die Bierstände aufgesucht.

    Jamey Jasta, seines Zeichen Frontmann von Hatebreed, wollte unbedingt mit seinem Zweitprojekt Jasta auf dem Reload-Festival spielen, da er dieses Festival einfach abgöttisch liebt. Da ließen sich die Organisatoren nicht zweimal bitten und somit betrat ein gut gelaunter Jamey Jasta zusammen mit seinen Mitstreitern um kurz vor 21.00 Uhr die Bühne. Mit Hatebreed hat er das Reload-Festival schon ein paar Mal in Schutt und Asche gelegt. Mit Jasta ist er von Anfang an auf einem guten Weg, dies wieder zu erreichen.

    Man kann mittlerweile auch einfach nur noch uneingeschränkten Respekt vor diesem Publikum haben. Die Leute feiern, moshen und drehen immer wieder durch, als hätte ihnen das Wochenende überhaupt nichts abverlangt. Bei den obligatorischen Wall of Deaths und Circle Pits grinst Jamey irgendwann nur noch wie ein Honigkuchenpferd. So ganz ohne Hatebreed geht’s dann aber doch nicht und zum Schluss wird die Hymne „I will be heard“ zum Besten gegeben.

    „My friends, bang your fuckin‘ heads!“

    Von nun an steht alles im Zeichen der Metal-Musik. Zwei Bands erwarten uns noch, die mehr Metal kaum sein können. Den Anfang machen die aus Florida stammenden Trivium, die dem Publikum nach kurzem Klavier- und Chor-Intro eine geballte Ladung Thrash-Metal entgegen schleudern. Die nimmermüde Zuhörerschaft braucht gar nicht erst zum Mitmachen animiert werden. Ein einzelnes „Springt!“ von Sänger Matt reicht und schon mosht und headbangt das Publikum was das Zeug hält. Schön zu sehen, dass auch gestandene Musiker ganz einfache Fans sind: Sänger Matt hat heute Abend, höchstwahrscheinlich aus gegebenen Anlass, extra ein Amon Amarth-Shirt angezogen. Dieser wärmt somit das Publikum für den kommenden Headliner bestens auf. „My friends, bang your fuckin‘ heads!“ ertönt es das ein oder andere Mal aus dem Mund des Sängers, dem die Menge nur zu gerne nachkommt.

    Und nun ist es endlich soweit. Der unbestrittene Headliner Amon Amarth ist bereit, die tapferen Recken des Reload-Battlefields in die Hallen von Walhalla zu führen. Das Schlachtfeld ist bereits gut gefüllt und die Schlachtgesänge werden schon hier und da vereinzelnd geprobt. Das Bühnenbild gleicht einem großen Wikingerhelm, der schon einmal vorab für die passende Atmosphäre sorgt.

    Als die Schweden schließlich die Bühne betreten, gibt es kein Halten mehr. Die Fäuste werden in die Luft gereckt, es wird geheadbangt, gemosht, gesungen und getanzt, als ob es kein Morgen geben würde… warum auch nicht? Schließlich ist dies die letzte Band des Reload Festivals 2017. Sowohl Amon Amarth, als auch das Publikum reißen jetzt wirklich alles nieder was noch steht. Bei dem Anblick würden selbst die nordischen Götter feucht-fröhliche Augen bekommen. Die Pyroshow und Kampfeinlagen machen den Auftritt der Schweden wahrlich zu einem Spektakel der Extraklasse. Zurecht sind Amon Amarth der heutige Headliner und nach rund 75 energiegeladenen Minuten stolpern müde, aber glückliche Gesichter zu ihren Zelten. Oder zum nächsten Bierstand, je nachdem. So eine Schlacht macht schließlich auch durstig.

    Das war ein wahrhaftig würdiger Einzug in die heiligen Hallen von Walhalla, Du famoses Reload-Festival. Man sieht sich im nächsten Jahr definitiv wieder, wenn es heißt: „Welcome to the Battlefield!“

    Reload Festival 2017 – Tag 1

    Heaven Shall Burn

    Bullet For My Valentine

    Life Of Agony

    Welcome To The Pit

    Skinred

    Terror

    Anti-Flag

    Reload Festival 2017 – Tag 2

    Amon Amarth

    Trivium

    Jasta

    Welcome To The Pit

    Betontod

    Caliban

    Whitechapel

    Welcome To The Pit

    Knorkator

    Massendefekt

    Bury Tomorrow

    The Charm The Fury