Uke-Hunt und Drunk’n’Dangerous

    Hannover hält für 2016 einige Highlights für Musikliebhaber bereit und so vergeht kaum eine Woche, in der keine große US-Punkband für ein Gastspiel angekündigt wird. Das riesiges Angebot, gepaart mit gutem Wetter, ist für kleinere Bands wie es UKE-HUNT momentan noch sind natürlich kontraproduktiv. Dementsprechend erweist sich die Besucherzahl als eher gering.

    So spielt die hannoversche Vorband DRUNK’N’DANGEROUS vor einer handvoll Zuschauern. Die Band präsentiert sich ab kurz nach 20.00 Uhr mit einem starken Akustikset. Sie bleiben dennoch guter Stimmung und nutzen die Zeit zwischen den Songs ihre Gitarre nachzustimmen, sich zu necken, Bier zu ordern und dem Publikum zuzuprosten. Einige Besucher nutzen den freien Platz vor der Bühne für Selfies mit Band im Hintergrund.

    „Maybe…“

    Mit Blick auf die Besucher lassen sich FAT WRECK CHORDS Jutebeutel und ME FIRST AND THE GIMME GIMMES Shirts entdecken. Kein Wunder, immerhin ist UKE-HUNT Frontmann Spike Slawson auch Sänger genannter Band. Wie gewohnt schick in Hemd und Blazer gekleidet, die hellblonden Haare zurückgegelt und die Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt, betritt er mit seinen drei Mitstreitern – die ebenso herausgeputzt sind – die Bühne. Hannover begrüßt er überraschenderweise auf deutsch.

    Auch mit seinem neuen Projekt huldigt Spike alten Klassikern wie „Green, Green Grass Of Home“ von CURLY PUTMAN oder „Enjoy The Silence“ von DEPECHE MODE. Die Hannoveraner zeigen sich norddeutsch – schüchtern. Auf Nachfrage, wie der Gemütszustand denn sei oder wie die Besucher zu den RAMONES und DAVID BOWIE stehen, gibt es verschmitzte Grinser und etwas Gemurmel. Spike grinst nur breit und nimmt es mit Humor: „I take it as a maybe!“. Dieses „maybe“ entwickelt sich schnell zum Running Gag des Abends und jede Frage wird folgend mit einem „maybe“ beantwortet.

    „Dance like nobody is watching!“

    Am Anfang des Sets regt Spike zum Tanzen an: „Dance like nobody is watching! Of course we do – and we judge!“, witzelt er. Musikalisch als auch auf Entertainmentebene erweisen sich UKE-HUNT als großartige Band. Neben Ukulele, Bass und Schlagzeug begeistert Jamin Barton mit Mundharmonika, Glockenspiel, Saxophon und Melodica. Für einen Song spielt er sogar mit einem Geigenbogen auf einer großen Säge. Spike performt derweil die Songs auf englisch, spanisch („Can we talk in Spanish for a minute?“), italienisch und sogar deutsch. „Bella Bella Marie“ von Bobby Solo wirkt mit US-amerikanischem Akzent besonders sympathisch.

    Mit „Enjoy The Silence“ von DEPECHE MODE beenden UKE-HUNT ihr reguläres Set. Die Besucher haben noch nicht genug und geben erst Ruhe, als die Band für zwei weitere Songs zurück auf die Bühne kommt. Kaum ist der wirklich letzte Ton erklungen, steht Spike auch schon am Merchtisch bereit. Er gibt Autogramme, schüttelt Hände und bedankt sich immer wieder bei den Besuchern. Ein großartiger Abend mit einer witzigen, sympathischen Band, die hoffentlich bald wieder den Weg nach Hannover findet.

    Uke-Hunt

    Drunk ’n’ Dangerous