The Sewer Rats, Teenage Love Guns & Primetime Failure

    The Sewer rats
    Foto: Maria Graul

    Die Bielefelder Skatepunk Band Primetime Failure eröffnet den Abend. Schwungvoll holen sie ihre Zuhörerschaft zum gitarrengetriebenen Stelldichein ab. Der Vierer gibt ordentlich Gas und lässt die Temperaturen im Saal in die Höhe steigen. Spätestens jetzt hat Bielefeld definitiv seine Legitimation auf der Landkarte verdient. Nicht nur, dass seit kurzer Zeit eine tiefe Freundschaft zwischen den Städten Hannover und Bielefeld auf Fußballebene besteht – die Stadt spuckt auch noch eine erstklassige Punkformation aus. Im Gepäck haben die Musiker ihr Debütalbum „Home“. Mit erhobenen Kannen beweisen sich Primetime Failure als perfekter Opener eines perfekten Abends.

    „Fühlt Euch einfach so jung, wie Ihr seid!“

    Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hof des Béi Chéz Heinz stehen Teenage Love Guns in den Startlöchern. Der hannoversche Vierer lässt sich seinen Heimvorteil in keinster Weise anmerken und gibt ab der ersten Sekunde Vollgas. Immer wieder bedankt sich Frontmann Martin bei seinem Publikum, dem Veranstalter und dem Béi Chéz Heinz.

    Freunde werden vorgestellt und es wird auf den Abend angestoßen. Das Publikum ist in Feierlaune und lässt sich schnell von dem energetischen Punkrock des Vierers abholen. „Fühlt Euch einfach so jung wie Ihr seid!“, empfiehlt Martin dem Publikum. Dieses reagiert mit jugendlicher Energie. Aber auch die persönlichen und ernsten Themen kommen auf den Tisch. So geht es beispielsweise um Falsche Entscheidungen, die man in der Liebe getroffen hat. Auch den Veranstaltern solcher Konzerte und Parties wird mit dem Closer „Don´t Give It Up“ gedankt. Teenage Love Guns übergeben das Mikro an den Headliner des Abends und Martin ruft ins Publikum: „Viel Spaß mit The Sewer fucking Rats!“

    Unermüdlich bearbeiten The Sewer Rats ihre Instrumente

    The Sewer Rats peitschen mit vom Schlagzeug getriebenen Gitarren straight in den Abend. Mittlerweile ist es so warm, dass Bassist Schorni Walker überlegt in Unterhose zu spielen. Mit im Gepäck haben sie Songs ihres aktuellen Albums „Heartbreaks & Milkshakes“, aber auch Stücke der Vorgängerplatten. Unermüdlich bearbeiten die Kölner ihre Instrumente.

    Einen Sicherheitsabstand zur Bühne benötigt es heute nicht. Das Publikum wirkt bunt gemischt und lehnt sowohl das ausgelassenen Tanzen, als auch ein gemütliches Kopfnicken und Beinwippen nicht ab. Schorni Walker zieht es immer wieder in die Reihen. Mit seinem Bass verschwindet er zwischen den Zuschauern. Chris Gin stellt unterdessen fest, dass der Song „Skateboard Fahren“ geschrieben wurde, als er 18 war.

    „Der Abend ist echt geil. Ich habe mich Wochen darauf gefreut!“

    Mit ihrer Mischung aus Punk Rock, Pop Punk und Rockabilly klingen die Songs ordentlich nach Sommer, einer kühlen Hopfenkaltschale und dem ein oder anderem Cocktailschirmchen. „Ich bin hier bei Euch!“ , erklärt Chris Gin und fügt hinzu: „Ich hab Bock mit Euch Party zu machen! Der Abend ist echt geil. Ich habe mich Wochen darauf gefreut und bin echt schon ein bisschen traurig, dass das Konzert bald schon wieder vorbei ist.“

    Auch wenn er damit eine wunderbare Überleitung zu der anschließenden Party im Salon des Venue geschaffen hat, hindert es The Sewer Rats nicht daran, weiter in die Saiten zu hauen und ordentlich zu überziehen. Ein mehr als gelungener Abend mit drei wunderbaren Bands und einem Publikum voller True Believers.