Thy Art Is Murder, Emmure und Miss May I in Hannover 22. Juni 2018, Kulturzentrum Faust

Thy Art Is Murder Am 22.06.2018 Im Kulturzentrum Faust In Hannover
Foto: Hanna Hindemith

An diesem Freitag beehrten uns mit Thy Art Is Murder, Emmure und Miss May I die aktuellen Szenegrößen im Bereich des modernen Metalcore. Mit gut 400 Menschen ist das Kulturzentrum Faust heute Abend ordentlich gefüllt. Einlass war bereits um 18.30 Uhr und somit war klar, dass es ein verhältnismäßig kurzer Abend wird.

„We like to party!“

Stabiler und würdevoller Auftakt

Den Anfang des heutigen Abends machen Miss May I aus Ohio pünktlich um 19.30 Uhr. Miss May I ist eine der Vorzeigebands in der aktuellen Metalcoreszene. Sie kombinieren technisch anspruchsvollen Metal mit cleanen Vocals und sorgen so dafür, dass viele Songs des Sets etwas Hymnenartiges haben. Leider sind die Leadvocals etwas leise und so gehen die Growls und Screams von Sänger Levi Benton zum Teil unter.

Dieser Umstand stört das anwesende Publikum aber nicht im Geringsten. War der Raum zu Beginn des Sets noch eher spärlich gefüllt, ändert sich das im Laufe der 30 Minuten Spielzeit und viele der knapp 400 Besucherinnen und Besucher finden schon zur ersten Band den Weg in die Faust. Levi Benton animiert das Publikum zu ersten Circle Pits und hat damit auch immer wieder Erfolg. Ein rundum stabiler und würdiger Auftakt an diesem Freitagabend.

„Give it up for this fucking Idiot“

Gegen 20.00 Uhr betreten Emmure die Bühne. Bei der Band drehte sich in den letzten Jahren das Besetzungsrad so häufig, dass lediglich Sänger Frankie Palmeri von den Gründungsmitgliedern übrig geblieben ist. Die Bühne ist in rot und weiss gehalten, was dafür sorgt, dass lediglich die Umrisse der Band zu sehen sind. Emmure starten mit den ersten vier Songs ihrer aktuellen Platte „Look At Yourself“. Nun wird deutlich, woher die Vergleiche mit den mächtigen Korn kommen.

Im Laufe des Sets hält Sänger Frankie einem Besucher das Mikrofon zum Mitsingen von der Bühne. Was als normaler Sing-a-long begann endet damit, dass der Fan für den Rest des Songs auf der Bühne steht und unverständlich ins Mikrofon grunzt. So hatte sich das die Band vermutlich nicht vorgestellt, doch anstatt die Lage irgendwie zu beruhigen macht sich Frankie offen über den Typen lustig. Abschließend sagt er „Give it up for this fucking Idiot“, um im Nachgang nochmal zu sagen, wie schlecht er es fand. Nicht die netteste Art. Emmure sind allerdings auch nicht dafür bekannt, die netten Jungs von nebenan zu sein. Musikalisch schöpft die Band aus den Vollen und das Publikum geht zu jedem Song mit. Nach gut 40 Minuten verabschiedet sich die Band von der Bühne, die Besucherinnen und Besucher fordern weiter Zugaben und so beginnt die letzte Umbaupause für den Headliner an diesem Abend.

„We like to party!“

Um 21.15 Uhr ertönen die Vengaboys und jemand spielt am Lichtschalter im Saal herum. Die Vengaboys als Intro auf einer Metalshow? Klar, es ist ja hinlänglich bekannt, dass Metaller die vermutlich fröhlichste und zugleich düsterste Subkultur sind. Thy Art Is Murder betreten die Bühne und beginnen mit dem Song „Dear Desolation“ aus dem gleichnamigen Album, welches die Band letztes Jahr auf den Markt gebracht hat (CD-Review). Auch hier überzeugt die Lichtshow und das Publikum befindet sich mittlerweile auf dem Zenit ihrer Kondition: Es gibt endlose Circle Pits und Moshpits zu sehen.

Leider sind auch hier die Main Vocals etwas zu leise, ebenso die Samples, welche die Tracks untermalen sollen. Aber hier wird natürlich auf ziemlich hohen Niveau gemeckert, steht hier doch heute die Crème de la crème der Szene auf der Bühne. Sänger CJ McMahon kündigt nach gut der Hälfte des Sets an, dass die Band heute statt einer Stunde ganze 70 Minuten spielen wird. Das Publikum ist nun gar nicht mehr zu halten. Etwas unverständlich waren die Ansagen zu einigen Songs. Besonders die Ansage zu dem überraschenden Coversong „Du Hast“ von Rammstein war mehr als nur wirr. Dennoch liefern Thy Art Is Murder einen rund um gelungenen Auftritt. Das letzte Viertel des Abends war zwar etwas eintönig und schleppend, das ist aber auch der ähnlichen Stile der Bands geschuldet. Um 22.30 Uhr ist der Abend bereits sehr früh vorbei und die Besucherinnen und Besucher werden in die Freitagnacht entlassen.

Thy Art Is Murder

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Emmure

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Miss May I

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