Zebrahead und Alex Mofa Gang in Hannover 05. August 2018, Musikzentrum Hannover

    Zebrahead, Alex Mofa Gang, Hannover
    Foto: Christina Powalisz

    Wie könnte man das Bergfest besser zelebrieren, als bei einem Auftritt der kalifornischen Punkrockgröße Zebrahead. Diese touren gerade durch Deutschland und legen dabei einen Stopp im Musikzentrum Hannover ein. Begleitet werden sie von der Berliner Band Alex Mofa Gang.

    Es ist ein sommerlicher Septemberabend, an dem sich gegen 19.00 Uhr einige Leute in entspannter Stimmung vor dem Musikzentrum versammeln. Doch Entspannung steht heute nicht auf dem Programm – ausgelassene Stimmung hingegen schon. Und so leiten pünktlich um 20.00 Uhr die Jungs von Alex Mofa Gang den Abend mit dem Song „Nimm die Beine in die Hand“ von ihrem Debütalbum „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“ ein. Das ist astreiner fröhlicher Deutschpunk und das spiegelt auch das bereits gut gefüllte Musikzentrum wieder. Die Menge tanzt, klatscht und lächelt ununterbrochen.

    „Hier ist einfach kein Platz dafür!“

    Alex Mofa Gang ziehen allerdings auch kein schnödes Vorband-Geplänkel durch. Die Jungs vermögen auf der Bühne kaum stillzustehen, vor allem nicht Sänger Sascha Hörold. Dieser mischt sich mal ins Publikum und fordert die Leute auf zu Boden zu gehen, um mit ihm dann gemeinsam auf Kommando wieder aufzuspringen oder lässt sich auf einer Box über das Publikum tragen, um von eben dieser mit einem Salto in die Menge zu springen.

    Auch zu der politischen Situation äußert sich die Band. So Sascha: „Das sieht alles nicht so geil aus gerade. Ich will jetzt keine großen politischen Reden schwingen, denn ich weiß, dass in diesem Raum kein einziger Nazi ist. Hier ist einfach kein Platz dafür!“ Woraufhin alle jubeln und ausgelassen zum nächsten Song in die Luft springen und tanzen. Mit „AC/DC“ beweisen die Jungs, dass sie allerdings auch ruhigere Lieder draufhaben, bevor sie sich gegen 20.40 Uhr mit „Unser Haus“ von der Bühne verabschieden.

    Drei Männer in Bierflaschen, ein Geburtstagburrito und 800 Crowdsurfer

    Nach einer großzügigen Umbaupause, in der kaum einer die Halle verlässt – denn wer sich schon einen guten Platz ergattert hat, muss diesen jetzt verteidigen – stehen gegen 21.00 Uhr Zebrahead unter lauten Jubelrufen auf der Bühne. Diese legen ohne Umschweife mit „Rescue Me“ los und die darauf folgende Flut an Crowdsurfern, Tanzeinlagen und Mitgeklatsche soll sich noch den ganzen Abend über halten. Mit dabei sind auch wieder drei Männer in Bierflaschenkostümen, die von Zebrahead liebevoll mit Beer Number 1-3 vorgestellt werden.

    Auch für Drummer Ed Udhus ist der Aufritt in Hannover ein besonderer Tag, denn er hat heute Geburtstag und so bekommt er von seinen Bandkollegen auf der Bühne einen „birthday burrito“ mit Wunderkerzen überreicht, den er auch direkt verspeisen darf, wie Sänger Ali Tabatabaee erklärt: „It’s your birthday, you can sit here!“ Zu „Down Without A Fight“ wünscht Ed sich dann als Geburtstagsgeschenk so viele Crowdsurfer wie nur möglich – „Last time we got 800!“.

    „You guys are doing so great tonight!“

    Zebrahead holen sogar einen Mann mitsamt Rollstuhl zu sich auf die Bühne und bei „Save Your Breath“ spielt Dan Palmer prompt sein Gitarrensolo auf dem Schoß des jungen Mannes, der ihn dafür die Bühne rauf und runter rollt. Darauf folgt auch hier eine perfekt ausgeführte Wall Of Sit, bei der das Publikum auf Kommando in die Höhe springt und ausgelassen tanzt. Denn obwohl Zebrahead mit ihrer kochend heißen Show das Musikzentrum in eine Sauna verwandelt haben, ist der Bewegungs- und Feierdrang der Anwesenden nicht aufzuhalten und so stürmen einige Leute auch die Bühne, um auf dieser das einzigartige Konzert zu zelebrieren. Dabei stellt sich ein Typ sogar an Dans Mikro und singt den Refrain von „Hello Tomorrow“ mit, dessen Töne er überraschend gut trifft.

    Beinahe eineinhalb Stunden spielen Zebrahead und geben nochmal drei Songs als Zugabe zum Besten. Bei „Falling Apart“ lobt Ali die anwesenden Gäste mit den Worten „You guys are doing so great tonight!“ und klatscht einige aus den ersten Reihen ab. Nach „Anthem“ verabschieden sie sich dann endgültig von der Bühne lassen eine verschwitzte, aber absolut glückliche Meute zurück, die sich umgehend nach draußen in die deutlich kühlere Luft schiebt.

    Zebrahead

    Alex Mofa Gang

    Obwohl Christina eine Vorliebe für Bands aus dem Black-, Death-, und Extreme Metal-Bereich hat, feiert sie auch die Songs von Placebo, Muse und Mindless Self Indulgence. Wenn sie nicht gerade spazieren geht, zum 500. Mal Tools „Schism“ auf dem Bass spielt oder einen guten Klassiker liest, verbringt sie einen (zu) großen Teil des Tages mit Netflix.

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