Alazka, Imminence & Across The Atlantic in Hannover

    Alazka
    Foto: Hanna Hindemith

    Bereits vor 20.00 Uhr betreten Across The Atlantic als erster Support für Alazka die Bühne des Mephisto. Diese ist durchgängig in rotes Licht getaucht. Trotz früher Stunde ist das Venue bereits sehr gut gefüllt, ganz zur Freude der Band aus San Antonio. „Es ist unglaublich für uns hier zu sein, vielen Dank!“ , freut sich Frontmann Jay Martinez und grinst breit über das ganze Gesicht.

    „Das ist mir noch zu wenig Energie“

    Imminence sind definitiv kein unbekanntes Gesicht in der Szene. Das zeigen auch die lauten Jubelrufe der ersten Reihen, als die Band aus Schweden die Bühne betritt. Vor allem junge Damen tummeln sich in der ersten Reihe und zücken ihre Smartphones, um ein Erinnerungsfoto oder Videos zu machen. „Wie geht es euch?“ , wendet sich Sänger Eddie Berg auf deutsch an die Besucher. „Ich kann nur ein bisschen deutsch“ .

    Oft sieht man ein breites Lächeln in seinem Gesicht, wenn ihm mal nicht die schwarzen Haare vor’s Gesicht fallen. Eddie Berg stachelt die Besucher bereits erfolgreich zu ersten Circle und Moshpits an. Zu Songs des aktuellen Albums „This Is Goodbye“ (Review) zeigt sich das Publikum textsicher.

    Gegen 21.30 Uhr ist es schließlich an der Zeit für Alazka, ihr Set zu eröffnen. Mit sechs Personen ist es auf der kleinen Bühne ziemlich eng, sodass Cleansänger Kassim beinahe ausschließlich auf den kleinen Erhöhungen vor der Bühne steht. Das tut der Energie, die Alazka auf die Bühne bringen, allerdings keinen Abbruch. Dennoch: Kassim ist das noch nicht genug. „Das ist mir noch zu wenig Energie“ , sagt er. „Das ist unsere erste Headliner-Tour. Wir haben richtig Bock! Habt Ihr auch Bock, das mit uns zu machen?“ Heute Abend wird außerdem Tobias als neuer, fester Schlagzeuger vorgestellt. Er unterstützt die Band bereits seit längerem am Schlagzeug, nun ist er festes Mitglied.

    „Wir sind alle eine Familie und wenn wir alle zusammenhalten, wird uns nichts passieren!“

    Wie auch bei den beiden Bands zuvor ist das Licht beinahe durchgängig in rotes und blaues Licht getaucht. Diese Atmosphäre wird durchbrochen, als Alazka die Besucher auffordern, ihre Handylampen anzumachen und als Feuerzeugersatz in die Höhe zu halten.

    „Danke an alle, die uns bisher begleitet haben, die unser Album gekauft haben und heute Abend hier sind!“ , bedankt sich Shouter Tobias bei der Menge. Erst Anfang des Monats ist das langersehnte Debütalbum „Phoenix“ (Review) auf den Markt gekommen, das heute Abend vorgestellt wird. Allerdings dürfen auch Songs wie „Phantoms“, „Clockwork“ und „Savior“ von der ersten EP „Values & Virtues“ nicht fehlen.

    Als Tobias „Hearts Of Gold“ ankündigt, erinnert er an den November 2015, als Alazka gerade als Teil der Never Say Die! Tour in Europa unterwegs waren und die schrecklichen Attentate auf das Bataclan in Paris während eines Eagles Of Death Metal passierte, bei dem zahlreiche Menschen getötet wurden. Zu diesem Zeitpunkt hat Bassist Julian diesen Song gerade geschrieben. Eine Woche später sollten Alazka selbst in Paris spielen. Natürlich kam der Gedanke auf, ob man diese Show spielen oder lieber absagen sollte. Allerdings war sich die Band einig: Man darf sich von derart bösartigen Terroristen nicht einschüchtern und einschränken lassen. „Wir sind alle eine Familie und wenn wir alle zusammenhalten, wird uns nichts passieren!“ überzeugt Tobias mit starken Worten.

    „Ich mach es kurz: Fick die AFD!“

    Ebenso stark und wichtig ist auch das, was Sänger Kassim auf dem Herzen liegt: „Steht zusammen und lässt Euch nicht verleiten. Nächste Woche sind Bundestagswahlen, ich mach es kurz: Fick die AFD!“ Dafür erntet er lauten Beifall.

    Erstmals präsentieren Alazka heute Abend einen Coversong. Dafür hat sich die Band Alexisonfire mit „This Could Be Anywhere In The World“ ausgesucht. Und auch dieser Song steht der Band verdammt gut. Als letzte Zugabe beenden Alazka den heutigen Abend mit „Phoenix“, dem Titeltrack ihres Erstlings.

    „Vielen Dank für diesen wunderschönen Abend Hannover!“ , bedankt sich Kassim für einen rundum gelungenen Auftakt ihrer ersten Headliner-Tour. Auf diesen heutigen Abend werden sicherlich in den nächsten beiden Wochen noch zahlreiche weitere auf die Band warten.