Architects – Holy Hell

Ihr neues Album war für die britische Band Architects sicherlich eines der schwierigsten – auf jeder Ebene. Denn „Holy Hell“ ist ihr erstes Album ohne Gitarrist Tom Searle, der vor zwei Jahren im Alter von nur 28 Jahren an Krebs verstarb. Hier greift nicht nur der extreme persönliche Verlust, sondern auch die Tatsache, dass Tom bis dahin Hauptverantwortlicher hinsichtlich des Songwriting war. So stammt der auf dem Album befindliche Song „Doomsday“ beispielsweise noch aus seiner Feder, konnte von ihm selbst aber nie fertiggestellt werden. Das übernahmen nun seine Bandkollegen – seine Freunde, seine Familie. In Josh Middleton fanden die Architects schließlich einen neuen Gitarristen, der die Band vorher bereits auf einigen Liveshows unterstützte. Was erwartet die Architects-Fans also nun auf dem neuen Werk?

Mit „Holy Hell“ präsentieren sich die Architects einmal mehr von ihrer starken Seite und schöpfen Kraft aus ihrem schweren Verlust

Die Band aus Brighton weiß, wo ihre Stärken liegen

„Holy Hell“ startet sanft mit leichten, ruhigen Streichern im Song „Death Is No Defeat“. Allein der Songtitel ist vielsagend. Schnell wird die Stille von den durchdringenden, markanten Shouts von Fronter Sam Carter durchdrungen „Why do we fight what we can’t define? Don’t be afraid, we all cross the same line“. Den zweiten Track des Albums – „Hereafter“ – haben die Architects bereits im Vorfeld präsentiert. Dass Tom auf dem kompletten Album immer noch präsent ist, ist sowohl eindeutig, als gleichzeitig natürlich absolut nicht verwunderlich.

Musikalisch bleiben sich die Architects auch auf „Holy Hell“ treu. Die Band aus Brighton weiß, wo ihre Stärken liegen. Die rund elf Songs sind energievoll und werden immer wieder von mal dezenten, mal sehr präsenten Samples unterstrichen. Dazu kommen die altbekannten Breakdowns und die unverkennbaren Shouts von Sam, die von melodiösen Refrains begleitet werden. Dabei sticht heraus, dass Sam sich in den Songs durchaus auch mal an seiner cleanen Stimme bedient, wie beispielsweise im Song „Royal Beggars“, der ebenfalls im Vorfeld als Single ins Rennen geschickt wurde. Besonders der Song „The Seventh Circle“ hebt sich auf dem Album hervor, der sich noch mal deutlich härter zeigt als die anderen Vertreter des Werks.

Ein kleiner Funke Hoffnung

Zwar kommt „Holy Hell“ düster daher, doch der Funke Hoffnung blitzt doch immer wieder durch – so klein dieser Funke in manchen Zeiten auch sein mag. „I see no silver linings when the days are so dark. So hold a flame to these words, enough pressure will create a diamond“ heißt es so im Song „Dying To Heal“.

Mit „Holy Hell“ präsentieren sich die Architects einmal mehr von ihrer starken Seite und schöpfen Kraft aus ihrem schweren Verlust. Tom wäre sicher stolz auf seine Freunde gewesen. Und die Fans dürfen sich über ein weiteres Album freuen, das den typischen Architects-Stempel trägt, sich aber auch immer wieder auch in neue musikalische Gefilde wagt.

Video: Architects – Modern Misery

Hier erhältlich

Architects Holy HellArchitects – Holy Hell
Release: 09. November 2018
Label: Epitaph

Im Herzen immer noch überzeugtes Emo-Kind, finden darin mittlerweile auch Bands wie Counterparts, Touché Amoré, Slipknot, Comeback Kid und Boston Manor ihren festen Platz. Außerdem ebenfalls so gut wie immer an Hannas Seite: Hündin Mia, mit der sie Alltag, Büro, Bett und Pizzakäserand teilt. Wenn sie nicht gerade um das letzte Stück kämpft, holt sie sich den nächsten Kaffee oder philosophiert nach ein paar Gläsern Sekt darüber, warum My Chemical Romance immer noch eine der besten Bands der Welt ist.

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