Being As An Ocean und Holding Absence in Hannover 03. Juni 2018, Kulturzentrum Faust

    Being As An Ocean besuchten am Sonntag Abend im Zuge ihrer aktuellen Headliner-Tour das Mephisto in Hannover. Mit im Gepäck hatten die fünf Kalifornier sowohl ihr aktuelles Album „Waiting For Morning To Come“ (CD-Review), als auch einige ältere Klassiker. Begleitet wurden sie dabei von den britischen Newcomern Holding Absence, die den rund 200 Zuschauern einen gelungenen Start in den Abend bereiteten.

     

    „Come forward!“

    Um 19.45 Uhr verdunkelt sich die Bühne des Mephisto kurz, ehe sie in ein dunkles rot gehüllt wird. Holding Absence stehen auf der Bühne und lassen die ersten melodischen Klänge des Abends ertönen. Das Quintett aus South Wales hat sich mit seiner Mischung aus Melodic- und Post-Hardcore bereits in die Herzen vieler Fans gestohlen und wem das nicht reicht? Der lässt sich spätestens von der mitreißenden Stimme des Sängers Lucas Woodland oder der unglaublichen Stimmung mitreißen, die sich auch in den hinteren Reihen noch spüren lässt. „Come forward, come forward!“ lädt der Frontmann nach einem der ersten Songs sympathisch ein.

    „Make some noise for yourselves!“

    Die Band wirkt völlig vertieft in in ihre Musik, was auch die ersten Reihen langsam ansteckt: Trotz der Hitze kann man das eine oder andere Kopfnicken erkennen, vor der Bühne sind sogar einige Leute am tanzen. Die Augen des Sängers sind dabei stets auf das Publikum gerichtet, mit dem er auch während der Songs freundschaftlich interagiert. „Thank you so much for coming out tonight, it means the world to us. Make some noise for yourselves!“ bedankt sich Woodland bei den zahlreichen Zuschauern. Mit den Titel „Penance“, der trotz kurzer technischer Probleme souverän durchgespielt wird, verabschieden sich die fünf nach einer halben Stunde von den Leuten.

    „Thank you for joining us again at Faust!“

    In der 15 minütigen Umbaupause drängen noch einmal alle nach draußen, um noch einmal etwas frische Luft zu schnappen. Unter den Leuten lässt sich auch das eine oder andere Fan-Tattoo erkennen – manche sogar frisch gestochen. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es mit voller Energie zurück ins Mephisto, wo Being As An Ocean ihr Set mit „OK“ vom aktuellen Album einläuten. Bereits nach den ersten Klängen wird im Publikum fleißig mitgesungen. Als Shouter Joel Quartuccio dann auch noch dazu auffordert werden die Zuschauer zu einem kleinen Chor, der sich so im Laufe des Abends immer wieder findet.

    „We are a band called Being As An Ocean, thank you for joining us again at Faust!“ stellt der Frontmann die Band vor, was – gemessen an der Anzahl der Bandshirts – beinahe überflüssig scheint. Dennoch ist allein die Freude, die man ihm deutlich ansehen kann, mehr als ansteckend.

    Publikums-Chöre und emotionale Reden

    Titel wie „Dissolve“ und „Black & Blue“ werden fleißig mitgesungen, teils überlässt Quartuccio den Refrain einfach den Zuschauern, deren Stimmen den ganzen Raum erfüllen. „Beautiful!“ lobt er begeistert. „Do you guys wanna have some fun?“ fragt er anschließend. „Jump!“ – dieser Aufforderung kommt das Publikum natürlich unmittelbar nach. Wie gewohnt zeigt sich Joel publikumsnah und mischt sich bei dem einen oder anderen Song sogar unter die Crowdsurfer, die nach und nach immer mehr werden.

    Im Laufe des Abends kocht die Stimmung immer weiter hoch, vorne bildet sich sogar ein kleiner Pit. „It’s good to see you again!“ beginnt der Shouter seine nun etwas längere Ansprache. „You’ve got a room full of 200 people, who are all here for the same thing as you“, sagt er und zählt all die Gemeinsamkeiten auf, die im Alltag so gerne vergessen werden. Etwa, dass jeder nur akzeptiert werden möchte, wie er ist, oder von dem Bedürfnis, geliebt zu werden. Auch, dass gerade Musik verbinden kann. „Don’t ever take this for granted!“ erinnert er, ehe er sich noch einmal bei allein Leuten bedankt, die heute Abend erschienen sind.

    „You guys want one more, right?“

    Zu Klassikern wie „L’exquisite Douleur“ und „This Loneliness Won’t Be the Death Of Me“ gibt es schließlich kein halten mehr. Crowdsurfer über Crowdsurfer stürmen die Bühne und Frontmann Joel Quarticcio gibt sich immer wieder selbst die Ehre.

    Schließlich verlässt der Fünfer die Zuschauer – wenn auch nur für eine Minute. Lautstark wird nach Zugaben gefordert und Jubel bricht aus, sobald Quartuccio wieder die Bühne betritt. „You guys want one more, right?“ fragt er mit einem verschmitzten Lächeln.

    Als er sich ein weiteres Mal von Herzen beim Publikum bedankt hat, gibt zu „The Hardest Part Is Forgetting Those You Swore You Would Never Forget“ jeder noch einmal alles. Immer mehr Crowdsurfer werden auf die Bühne befördert und auch die Band verbraucht ihre letzten Reserven. Nachdem noch einmal in Gemeinschaft der Refrain mitgesungen wurde, ist ein weiterer – definitiv emotionaler – Abend mit Being As An Ocean vorbei.

    Being As An Ocean

    Holding Absence

     

    Nachdem mit Power und Symphonic Metal alles anfing, entdeckte Sarah auch ihre Liebe zu Metalcore und Post-Hardcore. Mittlerweile hört sie sich quer durch alle Genre (außer Schlager) – je nachdem, wie gerade die Stimmung ist. Bands wie Parkway Drive, The Amity Affliction, Hollywood Undead und Being As An Ocean, aber auch In Flames und Avantasia bleiben dabei ewige Favoriten. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Kamera auf Konzerten unterwegs ist, findet man sie irgendwo inmitten von Pflanzen bei dem Versuch, doch noch einen grünen Daumen zu bekommen.

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