Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was

Seit neun langen Jahren gab es keine neue Musik von Bright Eyes und nun erscheint mit “Down In The Weeds Where The World Once Was” das neueste Album des Band-Projekts um Conor Oberst. Passend zu einem Jahr voller Jubiläen: die ersten Aufnahmen sind auf 1995 datiert, das Album „Fevers and Mirrors“ wurde dieses Jahr 20 Jahre alt und „Digital Ash in a Digital Urn“ und der Meilenstein „I’m Wide Awake It’s Morning“, mit dem wohl bekanntesten Song „First Day of My Life“, feierten im Januar 15-jähriges Jubiläum.

„‚Down In The Weeds Where The World Once Was‘ lässt sich eher wie ein Kunstwerk, als ein Musikalbum betrachten. Man sitzt davor und lässt es auf sich wirken, erkennt sich am Ende selbst darin, nur um den Gedanken im nächsten Augenblick wieder im Trubel des herrschenden Informationsüberflusses zu verlieren.“

Ein wärmender, tröstender Mantel

Nun sind Bright Eyes also im Jahr 2020 gelandet und viele sind gespannt, wie das wohl klingen mag. Die Kritiken der ersten veröffentlichten Singles schlugen alle in eine ähnliche Kerbe: “Diese Songs passen genau in die dunkle, apokalyptische Stimmung der heutigen Zeit” und “Ein neues Bright Eyes Album ist genau das, was wir derzeit brauchen”. Und sie haben Recht – Conor Oberst’ Gesang wirkt wie ein wärmender, tröstender Mantel und zeigt der zuhörenden Person, dass natürlich vieles traurig und deprimierend ist, aber niemand damit allein ist.

Conor Oberst ist zurück zu Hause

Obwohl Oberst in der Abwesenheit auf verschiedenen Wegen und mit verschiedenen Projekten einige Releases veröffentlicht hat, hat sich die Welt nach neuer Musik von Bright Eyes gesehnt. Und die soll sie bekommen. Oberst, der in der Zwischenzeit 40 Jahre alt geworden ist, seinen Bruder und seine Ehe verloren hat, kommt mit „Down In The Weeds Where The World Once Was“ nach Hause. Die vierzehn neuen Songs sind kein Aufguss vergangener Tage oder gar ein progressiver Versuch der Neu-Erfindung, sondern fangen den „alten“ Spirit der Band perfekt ein.

Gänsehaut und spürbare Intimität

Das Album klingt groß und mächtig, schafft durch Streicher, Blasinstrumente und Chöre eine Gänsehaut-Atmosphäre oder sorgt durch die gezielte Abwesenheit von diesen imposanten Kunstgriffen für eine fast spürbare Intimität und Nähe. „Down In The Weeds Where The World Once Was“ ist an keiner Stelle zurückhaltend, sondern baut seine ganz eigene Dramaturgie auf, die auch beim mehrfachen Hören immer wieder neue Details freigibt.

Wenn Oberst in „Stairway Song“ singt „You like cinematic endings“ und der Song dann selbst zu einem filmreifen Soundtrack anschwillt, wird uns Songwriting auf meisterhaften Niveau präsentiert. Gepaart mit kulturellen Referenzen, sowohl textlicher, als auch musikalischer Art (der Song „Pan and Broom“ benutzt nahezu den identischen Beat von Drakes „Hotline Bling“) entsteht so ein Meisterwerk, auf das man sich einlassen können muss.

„Down In The Weeds Where The World Once Was“ lässt sich eher wie ein Gemälde, als ein Musikalbum betrachten. Man sitzt davor und lässt es auf sich wirken, erkennt sich am Ende selbst darin, nur um den Gedanken im nächsten Augenblick wieder im Trubel des herrschenden Informationsüberflusses zu verlieren.

Video: Bright Eyes – Mariana Trench

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Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was

Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was
Release: 21. August 2020
Label: Dead Oceans

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