Das B58 Fest in Braunschweig

    Foto: Nikita Pohlan

    Am letzten Maiwochenende veranstaltete das Team des B58 – Braunschweigs behänder Live-Club! zum dritten Mal sein handgemachtes B58 Fest in bester DIY-Manier. Die Organisatoren überzeugten auch 2018 mit einem perfekt aufeinander abgestimmten Line-Up zwischen lokalen Newcomern und nationalen Hochkarätern. Auch in diesem Jahr war es für uns eine besondere Freude, Euch diese Veranstaltung präsentieren zu dürfen. Im B58 kommen Menschen nicht einfach nur zusammen: Hier knüpft man Freundschaften, entdeckt neue interessante Künstler und fühlt sich immer wieder ein bisschen wie zu Hause.

    Maria: Hola, die Waldfee, bist Du noch gut nach Hause gekommen? Das B58 Fest bietet ja echt ein großartiges Ganztagsprogramm. Ich war am Ende des Tages tatsächlich ganz schön k.o. – das hat sich aber definitiv gelohnt. Nicht nur Fjort, Idle Class und die Ducking Punches waren ganz großartig, auch Wood & Valley, Joe Astray oder Gregor McEwan haben mich voll überzeugt. Ist schon der absolute Hammer, was das Team des B58 da ein Mal im Jahr auf die Beine stellt. Völlig verständlich, dass der Laden bis in die letzte Ecke ausverkauft wurde.

    Es ist einfach mega angenehm, wie offensichtlich die Bands das B58 Fest feiern

    Hanna: Auf jeden Fall! Ich musste auch ein paar Stunden Schlaf nachholen, aber immerhin ging es ja auch schon um 15.30 Uhr los. Und pünktlich aufzuschlagen hat sich auf jeden Fall gelohnt: .NIRU, die spontan für For Them All eingesprungen sind, haben die Bühne oben gebührend eröffnet. Ebenso A Fox’s Burrow die Akustikbühne unten. Von den Songs bin ich ja immer wieder aufs Neue ganz verzaubert. Ich finde das Prinzip, dass auf der Bühne oben die lauten Bands und im Café unten die Akustikbands im Wechsel spielen ja total großartig. Das bietet sich bei der Location ja auch total an.

    Maria: Geht mir ganz genau so. Da leisten die Braunschweiger schon echt eine richtig gute Arbeit und ganz generell ist die Location auch einfach super angenehm und sympathisch. A Fox´s Burrow haben mich besonders mit den Songs “Run” und “Vietnam” überzeugt. Starke Arrangements zu denen Sissis Stimme einfach perfekt passt. Die sollten wir unbedingt im Auge behalten. GR:MM zogen ja direkt im Anschluss das schon früh recht stark vertretene Publikum schnell wieder in die obere Etage. Mit ihrem einschlagenden Gemisch aus Alternative- und Emopunk konnte die lokale Band schnell punkten. Ich finde es halt auch einfach mega angenehm, wie offensichtlich die Bands das B58 Fest feiern. Wie fandest Du Wood & Valley? Ich bin ja ganz verzaubert.

    Gänsehaut pur!

    Hanna: Wood & Valley fand ich auch ganz großartig. Was für eine Stimme – ich bin ja großer Fan von diesen rauchigen Whiskey-Stimmen. Ich bin auch schon ganz gespannt auf das neue Album, das er für Ende des Jahres angekündigt hat. Resolutions machen auch immer ordentlich Spaß mit ihrem Gainesville-Punkrock, die habe ich auch schon ewig nicht mehr gesehen. Da wurde die Luft oben im Veranstaltungsraum schon etwas knapp bei der ganzen Bewegung und den vielen gut gelaunten Menschen vor der Bühne. Danach konnte man auf dem Weg nach unten an die frische Luft ja zum Glück etwas mit einem Kaltgetränk in der Hand bei Joe Astray verschnaufen.

    Maria: Verschnaufen ist bei den aktuellen Temperaturen der absolut richtige Begriff.

    Hanna: Danach kam oben eines meiner persönlichen Highlights: Ducking Punches! Auf die Band aus England habe ich mich schon im Vorfeld besonders gefreut. Super sympathisch und ganz großartige Musiker. Die Songs gingen echt durch Mark und Bein, vor allem der Song, den er für seinen Freund geschrieben hat, der sich selbst das Leben nahm… Da musste man schon ordentlich schlucken. Ich fand es beeindruckend, wie textsicher viele Besucher im Publikum waren. Gänsehaut pur! Ducking Punches haben Dich auch auf ganzer Linie überzeugt, hatte ich den Eindruck?

    Maria: Da liegst Du ohne Wenn und Aber richtig. Die Songs der Briten strahlen trotz der heftigen Themen auch immer so viel Positives aus. Ich fand die Message auch absolut richtig, als er sagte, dass er neben dem von Dir bereits benannten Freund noch eine ganze handvoll mehr Freunde durch psychische Erkrankungen verlor und dass es echt unfassbar wichtig sei, sich mehr dafür einzusetzen und gemeinsam dafür zu arbeiten, dass Themen wie Depressionen oder Ängste beispielsweise kein Tabu mehr sein dürfen. Mindestens genauso beeindruckt hat mich auch die sehr positiv zustimmenden Reaktionen aus dem Publikum. Ich finde es fühlt sich schon immer echt gut an zwischen Menschen zu stehen, die so wichtige Thema im Blick und Herzen haben. In dem Zuge muss ich auch nochmal auf Wood & Valley zurückkommen. Der hat mich schon ziemlich gepackt. Wie Du weißt, bin ich ja bei solchen Themen immer sehr anfällig und seine Erklärungen, dass es in seinen Songs ums menschlich sein geht, haben voll eingeschlagen: “Immer wenn es darum geht menschlich zu sein, setzt sich die Menschheit die schlimmste Fratze auf. Das beste Beispiel dafür ist die anhaltende Situation auf dem Mittelmeer. Wenn es dann parallel eine rechte Partei schafft, in den Bundestag einzuziehen, ist das echt schlimm. Wenn man sich überlegt, dass es uns nur so gut geht, weil es anderen so schlecht geht, ist das auch richtig schlimm. Es geht gar nicht darum, die Welt verändern zu müssen, aber ich frage mich immer wieder, warum wir sie nicht alle ein bisschen mehr verändern wollen.” Das waren schon sehr wahre Worte.

    So eine Massensauna ist schon immer ein ganz besonders Sozialgefüge

    Hanna: Das waren definitiv wahre Worte! Da ist es einfach besonders wichtig, dass es immer und immer wieder Menschen gibt und geben wird, die den Mund aufmachen. Aber mal zurück zum Line-Up: Mit John Allen hat sich das B58 einen weiteren, hochkarätigen Singer/Songwriter eingeladen. Ich finde es toll, wie viele Besucher sich auch unten immer wieder eingefunden haben und nicht alle nach draußen gestürmt sind – und das bei den nahezu tropischen Temperaturen. Mit ihm ging der Abend ja auch schon in den Endspurt mit den letzten vier Bands. An Lygo kommt man ja gefühlt gerade auch nicht vorbei. Sollte man auch nicht: Ordentlicher Punkrock geht bekanntlich immer! Kein Wunder, dass sie als drittletzte Band oben Gas gegeben haben. Ich habe ja die ganze Zeit darauf gewartet, dass der Schweiß oben von der Decke tropft.

    Maria: So eine Massensauna ist schon immer ein ganz besonders Sozialgefüge 😀 Neben mir wurde Lygo von einem Besucher mit Frau Potz verglichen, das fand ich sehr treffend. Ich bin gespannt, wie es für die Bonner weitergehen wird. Bleibt auf jeden Fall spannend. Bei dem charismatischen Singer/Songwriter Gregor McEwan bekamen Körper und Seele erneut Zeit zum Durchschnaufen und genießen. Ich fand es total sympathisch, dass man den Berliner fast bei jeder Band im Publikum beobachten konnte. Das B58 Fest ist echt noch so eine wunderschöne Veranstaltung, bei der es um die Leidenschaft in Gemeinschaft zur Musik geht, aber auch den Support untereinander – alle haben sich ja auch echt immer wieder beieinander bedankt, aber auch die Organisatoren hervorgehoben. Ein absolutes Schmankerl für mich waren zweifelsohne Idle Class. Es ist total Schade, dass nach der aktuellen Tour erstmal eine Bandpause auf unbestimmte Zeit ansteht (News). Der Fünfer hat es dafür am letzten Wochenende allerdings nochmal richtig krachen lassen. Idle Class bestechen immer wieder mit großartigen Shows. Kein Wunder, dass das Publikum sich nicht lumpen lassen hat und zuverlässig am Stagediven war.

    “Wir sind alle Freunde heute Abend”

    Hanna: Idle Class fand ich auch ganz groß! Das war definitiv eine Punkrock Show wie aus dem Bilderbuch: Crowdsurfer, Mikrofon im Publikum, Schweiß und Bierchen. Fjørt waren auch eines meiner absoluten Highlights. Ich muss ja sagen, dass mich die Band auf CD immer nicht zu 100 % gefesselt hat. Aber schon auf der Show Anfang des Jahres in Hannover (Konzertbericht) war ich total hin und weg. Unfassbar, was Fjørt für eine Atmosphäre schaffen – da ist so wahnsinnig viel Energie im Raum… Das erlebt man echt nicht alle Tage. Ging es Dir ähnlich?

    Maria: Absolut, diese sphärische Spannungssteigerung, mit der die Aachener ihren Headlinerslot starteten, ist schon faszinierend. Ich muss gestehen, dass ich von denen hier und da immer mal wieder was mitbekomme, mich da aber noch nie so wirklich aktiv mit beschäftigt habe. Die Platte hat mich auch nicht vom Hocker gerissen. Live ist das aber echt granatenstark. Die zündeten ab der ersten Minute ein handwerklich perfektes Buschfeuer im B58. Heilige Kanonenkugel, das hat mich echt gepackt. Ein krönender Abschluss, eines wunderbaren Tages mit so schönen Menschen.

    Hanna: Ich finde,Fjørt haben den Abend auch auf den Punkt zusammengefasst: “Wir sind alle Freunde heute Abend”, haben sie während ihres Sets gesagt. Und genau so fühlt sich das B58 Fest an: Ein großartiger Abend mit ebenso großartigen alten und neuen Freunden.

    Maria: Da hast Du so recht! Der Termin für die vierte Runde B58 Fest 2019 steht auch schon. Genaueres wird wohl in den nächsten Tagen verkündet, habe ich gelesen. Also bei einem sind wir uns sicher, denke ich: Wir sind dabei!

    Fjørt

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    Idle Class

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    Gregor McEwan

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    Lygo

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    John Allen

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    Ducking Punches

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    Joe Astray

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    Resolutions

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    Wood & Valley

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    GR:MM

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    A Fox’s Burrow

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    .Niru

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