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Face to Face in Hannover

„Ich mag die entspannte und intime Stimmung dieser Show“

Mit den Spoilers nach Canterbury

Als klar war, dass die Show von Face To Face auf die kleine Mephistobühne verlegt wird, war gleichermaßen klar, dass dieser Abend definitiv schweißtreibend, familiär und ekstatisch werden könne. Die Erwartungen – so viel ist vorweg zu nehmen – werden in keiner Minute enttäuscht.

Eröffnet wird der heutige Abend durch die britische Band Spoilers aus Canterbury. In tiefrotes Licht gehüllt wärmt der Vierer das gut gefüllte Mephisto ordentlich auf. Mit amüsant zynischen Anekdoten über die eigene Heimatstadt und einen leichten Anflug von Verwunderung, dass tatsächlich anwesende Besucher Canterbury schon besucht haben, fällt es den Herren nicht schwer mit ihrem Publikum zu interagieren.

Ein homogener Pulk Musikverliebter und Tanzberauschter feiern Face To Face

„Wie geht es Euch, Hannover?“, begrüßt Face to Face Frontmann Trever Keith seine Gäste. Die Antwort folgt direkt nonverbal zum Opener „You Lied“ vom ’95er Album „Big Choice“. Ein homogener Pulk Musikverliebter und Tanzberauschter beweisen ab dem ersten Akkord, dass Face To Face definitiv zu den Großen der Punkrock-Szene gehören. Mit einem breiten Grinsen betreten die Musiker die Bühne und machen schnell klar, dass die heutige Show etwas Besonderes ist.

Keine große Halle, kein Festival. Ein wenig wie eine Probe mit guten Freunden. Schon lang bevor die Band die Bühne bespielt, ist die Frontröhre Keith am Merch zu beobachten. Gut gelaunt hält er die Stellung, beobachtet das Treiben und unterhält sich ausgelassen. Später erklärt er, dass die aktuelle Tour eigentlich wesentlich kürzer geplant war und sich etwas spontan verlängert hat. So kamen auch die deutschen Shows auf den Plan. Eine Crew habe es dafür allerdings nicht gegeben und so verfolgt man eben kurzerhand den weit-verbreiteten „Do It Yourself“-Gedanken.

Schweißtropfen bahnen sich ihren Weg über die Gesichter der Musiker und Gäste

Schnell steigen die Temperaturen in dem kleinen Laden und die ersten Schweißtropfen bahnen sich ihren Weg über die Gesichter der Musiker und Gäste. Standesgemäß punkrockesk stört sich daran natürlich keiner. Im Gegenteil: Simultan steigen auch Euphorie und Bewegungsdrang. Die Bühne wird immer wieder von den Besuchern geentert. Mit ausgebreiteten Armen setzt man zum Stagedive an, lässt sich Richtung Mischpult tragen und setzt direkt zur nächsten Runde an. Was für ein Fest!

Authentizität wird heute Abend groß geschrieben. Band und Publikum stehen sich fast symbiotisch gegenüber und lassen sich in allen Qualitäten aufeinander ein: Irgendwie einfach „face to face“. Schließlich setzt auch Gitarrist Dennis Hill – bewaffnet mit seinem Instrument – zum Bad in der Menge an. Die Setlist liest sich mit all time favorites wie „Complicated“ , „Bill Of Goods“ , „I Won’t Lie Down“  , „Disconnected“ oder „Ordinary“, „A-OK“ , „Walk The Walk“ , „I Want“ und „You’ve Done Nothing“ wie eine unfassbar gute Exkursion durch die Geschichte der Band.

„Ich mag die entspannte und intime Stimmung dieser Show“

„Ich mag die entspannte und intime Stimmung dieser Show“, würdigt Trever den Abend und die Gäste. Es ist eine dieser besonderen Shows. Eine dieser Shows, die man nicht so schnell vergisst. Vielleicht auch, weil ganz klar geworden ist, dass Face To Face mit allen Qualitäten zurück auf der Bühne sind. Ein Abend unter Freunden, unter Gleichgesinnten und ebenso Musikverliebten. Was für ein unbeschreibliches Glück, solche Abende zu erleben und mit Euch zu teilen. Chapeau!

Maria

Bei Maria reichen sich Punk und Politik nicht einfach nur die Hand, sie liegen sich quasi eng umschlungen im Arm und trinken Schnäpschen auf die alten Zeiten. Wenn sie nicht gerade davon träumt durch die Welt zu reisen, ihrem Ärger auf Demos Luft macht oder ihrem Weltschmerz nachhängt, testet sie die neuesten Eiskreationen der Stadt, träumt vom Sommer und von Festivals oder sortiert ihre Platten zwischen der Terrorgruppe, Wizo, Propagandhi und No Use For A Name.

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Veröffentlicht von
Maria
Tags: face to face

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