Frau Doktor – Onkel Punk

Fasst ein bisschen spät in diesem Jahr sind Frau Doktor mit neuer Musik zurück. Denn „Onkel Punk“ ist ein wahrliches gute Laune-Album geworden, das perfekt in den Sommer gepasst hätte. Spätsommer bzw. Herbst geht aber auch dachten sich die Wiesbadener wohl und zelebrieren auf ihrem neuen Album insgesamt zwölf Ska- bzw. Skapunk-Songs, die aber auch Einflüsse von Soul oder Rocksteady aufweisen.

„Nach 10-jähriger Pause melden sich Frau Doktor eindrucksvoll zurück und zelebrieren hier Ska, Skapunk und Rocksteady auf ganz besondere Art und Weise.“

Frau Doktor melden sich nach einer zehnjährigen Pause, unterbrochen nur von ganz wenigen Shows, wieder zurück und haben mit „Onkel Punk“ gleich eine neuen Meilenstein in Sachen Ska, Skapunk, Rocksteady und Soul mitgebracht. Die Texte von Sänger Üni kommen auf den Punkt und entführen den Hörer zu den großen und kleinen Sorgen des Alltags, ohne dabei auf zahlreiche Mitsingphasen zu verzichten. Musikalisch stehen immer wieder vor allem die Bläser im Mittelpunkt, die ihre Sache richtig gut machen und sowohl den eignen als auch den drei Cover-Songs das gewisse Etwas verleihen. Den Anfang macht „Im Sommer“, ein guter Launesong par excellence, der den Hörer fast sehnsüchtig an wärmere Tage in der Natur denken lässt. Ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Flott, punkig aber auch traditionell

Weiter geht es mit punkigen und sehr flotten „F.R.A.U.D.O.K.T.O.R.“ und der Textzeile „alles außer Frau Doktor ist Scheiße“. „Hängematte“ ist dann wieder genau das Gegenteil und der erste Song bei dem der Rocksteady bzw. Reggae den Ton angibt. Der Track ist wirklich so relaxt, wie ein Tag in der Hängematte. Deutlich schneller und grooviger wird es wieder mit „Zeiten“, einer gesellschaftskritischen Abrechnung. Schließlich endet der Song mit der Zeile „if you have a racist friend, now is the time for you friendship to end“. Starke Aussage, mehr muss dazu nicht hinzufügen. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Viva La Senil“, wobei hier vor allem die Bläser noch etwas mehr herausgearbeitet und der Text etwas ironischer gehalten worden ist. „Zuhause Süß“ dagegen ist von der ersten Sekunde an Ska pur – wieder so ein sommerlich anmutender, leichter und beschwingter Track. Auch „Geben und Nehmen“ ist von dieser leichten Sorte, den Gesang übernimmt hier Orgelspielerin Martha.

Offbeat und Bläser stehen bei „Birks Works“, dem instrumentalen Bonustrack, im Mittelpunkt – im Original von dem Jazz-Trompeter Dizzy Gillespie. Extrem tanzbar und verdammt treibend. Gutes Zwischenstück zum Luftholen, bevor „She´s The One“ folgt. Ebenfalls ein Song, der nicht aus der Feder von Frau Doktor stammt, sondern von dem Musiker Karl Wallinger, aber hier richtig spannend und mit viel Offbeat interpretiert wird. Ähnlich verhält es sich mit dem amerikanischen Traditional „Wayfaring Stranger“, der hier in einem Atemzug genannt werden kann und der ebenfalls instrumental und mit viel Offbeat dargeboten wird. Der gleichnamige Titeltrack fällt dann als groovige, aber durchaus punkige Midtemponummer aus. Textlich wird hier das ein oder andere Punkurgestein vergangener Tage zitiert und somit gehuldigt. Final gibt es noch „Emilie Rose“ auf die Ohren, flott und zum Mitsingen geeignet.

Reunion direkt geglückt

Frau Doktor sind zurück und ihr neues Album „Onkel Punk“ kann direkt und ohne Umschweife überzeugen. Die insgesamt elf bis zwölf Songs (auf Vinyl nur elf) verbreiten, trotz durchaus auch kontroverser und kritischer Themen, gute Laune und leben vom Beat und einer beinahe schon unsichtbaren Beschwingtheit. Da hat jemand offensichtlich richtig Bock gehabt, wieder ein Album aufzunehmen. Das hört man, das spürt man und daher ist „Onkel Punk“ im Endeffekt auch so gut geworden. Punkt!

Video: Frau Doktor – Im Sommer

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Onkel Punk Albumcover

Frau Doktor – Onkel Punk
Release: 18. September 2020
Label: Rookie Records

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