Im KreuzverHör: Casey – Where I Go When I Am Sleeping

Casey KreuzverHör

Die britische Melodic Hardcore Band Casey präsentiert mit „Where I Go When I Am Sleeping“ ihr mittlerweile zweites Album. Der Vorgänger und gleichzeitig das Debüt „Love Is Not Enough“ (2016, Review) stieß sowohl bei Fans als auch bei Kritikern auf große Begeisterung und mittlerweile sind Casey eine feste Größe in der Szene. Es galt also, in große Fußstapfen zu treten. Wie sich Casey hier geschlagen haben, besprechen Sash und Hanna in einem neuen KreuzverHör.

Casey Where I Go When I Am Sleeping Albumcover

Casey
Where I Go When I Am Sleeping

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„Spoiler-Alarm! Es ist definitiv ein ganz großartiges und sehr emotionales Album geworden“

Hanna: Endlich ist es da! Ich muss sagen, dass “Where I Go When I Am Sleeping” ein Album ist, auf das ich mich schon länger gefreut habe. Ich fand “Love Is Not Enough” schon absolut großartig und das neue Werk steht dem in nichts nach. Auch wenn es noch mal deutlich ruhiger ist, als sein Vorgänger. Wie siehst Du das?

Sash: „Endlich“ trifft es auf den Punkt. Mann, was war ich gespannt, was Casey nach dem Über-Album “Love Is Not Enough” raushauen werden. Spoiler-Alarm! Es ist definitiv ein ganz großartiges und sehr emotionales Album geworden. Es ist in der Tat ruhiger… sogar viel ruhiger als der Vorgänger. Das ist aber auch gut so, denn so wird den Lyrics von Sänger Tom eine viel größere Bedeutung zugeschrieben und gerade die Lyrics verursachen das ein ums andere Mal eine ziemliche Gänsehaut. Hattest Du auch Schnatterpelle im großen Stil beim Hören der neuen Platte?

Hanna: Definitiv. Ich muss auch sagen, dass es fast unmöglich ist, dass einem bei Zeilen wie “Behind the curtains I’ve been crying almost every night, I don’t want to ache like this for the rest of my life” aus “Fluorescents” ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Da rennt mein Beschützerinstinkt gleich wild mit den Armen wedelnd und laut rufend im Kreis. Diese ganze Melancholie, die sich hier breit macht, ist echt keine leichte Kost. Tom hat in seinem Leben ja echt einiges durch… Wusstest Du, dass er seit Geburt an Glasknochen leidet und einen gehandicapten Bruder hat, dem er sich und seine Bedürfnisse immer untergestellt hat? Genau darüber handelt ja der Song “Bruise”. Dazu noch eine chronische Darmerkrankung, Depressionen… Die arme Seele hat es wirklich nicht leicht im Leben. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass gerade dieser Schmerz und diese abgrundtiefen Gefühle diesen ehrlichen und höchst emotionalen Sound von Casey ausmachen.

„Es galt in große Fußstapfen zu treten“

Sash: Ja, da hab ich tatsächlich bei Facebook zu den Ankündigungen des Albums gelesen. Meine Herren, ein einfaches Leben sieht echt anders aus. Dass man sich sowas mal von der Seele reden beziehungsweise singen und bölken  – diesmal mehr singen als bölken – muss, liegt da irgendwie auf der Hand. Solch‘ sensible Themen auch noch glaubhaft und vor allem stimmungsvoll umzusetzen, ist echt nicht einfach. Aber das haben Casey mit wehenden Fahnen geschafft, ohne vor allem das Thema Depressionen, woran leider doch viele Leute erkranken, ins Lächerliche zu ziehen. Was ich übrigens richtig stark fand, ist der “Spoken-Word-Part” im letzten Song “Wound”. Egal wie beschissen das Leben es mit Dir meint, es wird auch wieder sonnigere Tage geben und Deine Familie und Freunde werden Dir immer helfen, damit es Dir besser geht. Tolle Message!

Hanna: Das stimmt allerdings! Ich finde es sowieso immer wieder sehr bewundernswert, wie Bands es schaffen, so offen mit doch so sehr persönlichen Themen umzugehen. Dazu gehört ja auch eine ordentliche Portion Mut. Ich muss sagen, dass es musikalisch für mich etwas weniger ruhig zugehen könnte. Das machen die Lyrics aber allemal wieder wett. Es galt ja auch in große Fußstapfen zu treten. Ich bin auf jeden Fall schon wahnsinnig gespannt auf die Show in Hannover im April. Welchen Song von der Platte willst Du da unbedingt live hören?

„Live kriegt das bestimmt noch einmal eine ganz andere Note“

Sash: Hui, da fragste mich was. “Wavering” würde ich gern live hören. Die Energie in dem Song ist grandios. Vor allem aber möchte ich “Phosphenes” und “Fluorescents”, am liebsten mit dem Instrumental-Track “&”, der die beiden Songs auf dem Album schon so schön verknüpft, hören. Das wäre großartig. Live kriegt das bestimmt noch einmal eine ganz andere Note. Auf was freust Du Dich live zu hören?

Hanna: Auf jeden Fall “Fluorescents”. Den fand ich schon so super stark, als er als erste Single veröffentlicht wurde. Ansonsten kann ich mich Dir auf jeden Fall bei “Wavering” anschließen. Und über “Wounds” würde ich mich auch sehr freuen – ganz großartiger Song! Wenn ich aber an die letzte Casey Show zurückdenke können wir uns sicher sein, dass es dieses Mal auch sehr gut wird. Das war schon eine ganz besondere Stimmung. Auch, weil Tom sich für das komplette Set nach unten ins Publikum gestellt hat (Konzertbericht). Das macht diese Atmosphäre noch mal um einiges intimer und emotionaler. “Where I Go When I Am Sleeping” ist auf jeden Fall eine großartige Platte, die sich live bestimmt noch mal übertrifft.

 

Über Hanna
„All it takes is one song to bring back thousands of memories“

Im Herzen immer noch überzeugtes Emo-Kind, finden darin mittlerweile auch Bands wie Counterparts, Touché Amoré, Slipknot, Comeback Kid und Boston Manor ihren festen Platz. Außerdem ebenfalls so gut wie immer an Hannas Seite: Hündin Mia, mit der sie Alltag, Büro, Bett und Pizzakäserand teilt. Wenn sie nicht gerade um das letzte Stück kämpft, holt sie sich den nächsten Kaffee oder philosophiert nach ein paar Gläsern Sekt darüber, warum My Chemical Romance immer noch eine der besten Bands der Welt ist.

Hanna Jahresrückblick Count Your Bruises Magazine 2017

 

Sash Autorenbox Count Your Bruises Magazine

Über Sash
„Despite all my rage I am still just a rat in the cage!“

Dank MTV und VIVA2 wurde Sash regelrecht zum Musik-Junkie erzogen und hört von Alternative über Emocore bis Punk, Hardcore und Metal alles, worauf er gerade Bock hat. Wenn er nicht gerade der Musikleidenschaft mal wieder exzessiv in irgendeiner Art und Weise frönt, ist er entweder mit seiner Band One Strike Left kreuz und quer im Lande unterwegs, zockt gern mal ausgiebig mit seiner Nintendo Switch oder spielt mit seinem Hund Hugo.

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