Landscapes – Modern Earth

 

Nachdem die Posthardcoreband LANDSCAPES bereits mit „Life Gone Wrong“ vor rund drei Jahren auf ganzer Linie überzeugen konnten, ziehen die Briten nun mit ihrem zweiten Longplayer „Modern Earth“ nach – als erste nicht-US Band auf dem Label Pure Noise Records. Und auf ihrem neusten Werk zeigen sich LANDSCAPES ebenso energiegeladen, druckvoll und voller Emotionen wie schon auf dem Vorgänger. Und ja, auch die Ängste sind geblieben.

Die Angst vor dem Alleinsein in einer großen Gesellschaft, die starken Emotionen, die einen in ein tiefes, pechschwarzes Loch der Verzweiflung ziehen, wenn man einen geliebten Menschen verliert oder gar die Angst vor dem eigenen Tod: „Modern Earth“ knüpft dort an, wo „Life Gone Wrong“ endete. Während sich das erste Album um den Moment dreht, in dem alles über einen zusammenbricht, zieht der Nachfolger seine Inspiration aus dem darauf folgendem Leid und der Annahme dieser Umstände, an denen man zu ersticken droht.

Schon im Vorfeld haben LANDSCAPES einige Einblicke in ihr neustes Werk gegeben und insgesamt drei Singles im Stream vorab präsentiert. „Neighbourhood“, „Remorser“ und „Radiance“ zeigten schon sehr deutlich, wohin die Reise geht: LANDSCAPES bleiben dem Sound von „Life Gone Wrong“ weitestgehend treu, kommen sogar noch ruhiger, teilweise schleppender daher. Das ändert allerdings nichts daran, dass das, was LANDSCAPES auf „Modern Earth“ geschaffen haben, sehr starke Melodic Hardcoresongs sind.

Während sich „Death After Life“ und „Remorser“ in depressiven, dunklen Klängen verliert, schafft es die Band mit „Neighbourhood“ einen Song von „No Love“-Kaliber zu präsentieren. Ein Song, dessen Melodie und Lyrics durch den ganzen Körper gehen und den Hörer auf eine Achterbahn der Gefühle mitnimmt: Der sanfte Einstieg, der Einsatz des Schlagzeugs und der Klang der weichen, aber fordernden Gitarren. Währenddessen durchdringt der Gesang von Frontmann Shaun Milton durch und durch, der immer intensiver, rauer, herzzerreißender über die Angst vor dem Alleinsein erzählt.

In der Fülle der alten aber auch zahlreichen neuen Melodic Hardcorebands gehören LANDSCAPES definitiv zur oberen Riege. Auf „Modern Earth“ zeigen sich LANDSCAPES gewohnt emotional und sowohl lyrisch als auch musikalisch als starker Vertreter ihres Genre – und sind damit zu Recht ganz vorne mit dabei.

von Hanna

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