Metallica & The San Francisco Symphony – S&M2

Braucht die Welt wirklich eine weitere Metallica Liveaufnahme? Vor allem, wenn es das Konzept so schon vor etwas über zwanzig Jahren zu sehen gab? Die Antwortet lautet: „Ja!“.

„S&M2″ ist kein uninspiriertes Nebeneinanderherspielen zweier Parteien, sondern eine mehr als spannende Symbiose aus Klassik und Metal.“

Großes Kino

Wie schon 1999 tun sich Metallica für zwei Konzerte mit dem San Francisco Symphony Orchestra zusammen. Doch wer beide Aufnahmen kennt stellt schnell fest, dass „S&M2“ aus seinem Vorgänger gelernt hat: wirkten Ende der Neunziger viele Passagen, als würden Metallica und das Orchester nebeneinander her spielen, so sind die klassischen Passagen auf „S&M2“ perfekt in die Songs integriert und bereichern diese teils sogar.

Ganz großes Kino direkt zu Beginn ist die Live-Version des „Ecstasy Of Gold“ Intros. Hier beginnt der Auftritt bereits mit Gänsehaut und man fängt an all den vergangenen Metallica-Konzerten hinterher zu schmachten. Wenn die Band dann unter dem Jubel von vierzigtausend Fans zur Eröffnung des San Francisco Chase Centers einläuft ist man als Fan gebannt und voll und ganz in der Konzertatmosphäre gefangen. Das Intro zu „The Call Of Ktulu“ zeigt wie symbiotisch das Symphonie Orchester und die Thrash-Legenden zusammenarbeiten können. Auch zu „For Whom The Bell Tolls“ hat das Orchester einiges beizutragen.

Konzertatmosphäre für zuhause

Doch nach großem Anfang schleichen sich dann ein paar Längen ein. Einzelne Songs, wie „Moth Into Flame“ machen dann wieder großen Spaß. Die Setlist ist eine gute Mischung aus alt und neu. Gegen Ende wartet dann das große und bombastische Finale. Mit „One“ und „Master Of Puppets“ gibt es große Emotionen und noch einmal den Beweis dafür, dass das Konzert seine Daseinsberechtigung hat. Mit „Nothing Else Matters“ werden dann noch einmal die ruhigen Töne angespielt, bevor alles mit einem großen Knall und einer sehr guten Darbietung von „Enter Sandman“ endet.

Gerade die Bluray-Version des Albums schafft es die Konzertatmosphäre ins heimische Wohnzimmer zu bringen. Der gut abgemischte Mix lässt die Zuschauer sehr präsent durch die Boxen mitsingen und als James Hettfield die Menge auffordert „Show ‚em how loud you can get“ kommt ein weiteres Mal Gänsehautstimmung auf. Auch wenn man dem Sänger seine Erschöpfung und die Notwendigkeit für den kommenden Entzug bereits ansieht ist die Performance gewohnt professionell.

War „S&M“ ein eher intimes Konzert für die Bandverhältnisse, so kann man auf „S&M2“ die tobende Masse förmlich als „dritte Band“ des Konzerts spüren. Gerade in Zeiten der Konzertverbote ein sehr netter Reminder auf was man sich in Zukunft hoffentlich wieder freuen darf.

Kein uninspiriertes Nebeneinanderherspielen

Trotz einiger Längen und einem sichtlich erschöpften Hettfield ist der Zusammenschnitt der zwei Konzerte aus San Franzisco ein beeindruckendes und gelungenes Film- und Hörerlebnis. Wer Bedenken hatte, dass hier ein lauer Aufguss des zwanzig Jahre alten Vorgängers geliefert wird, darf sich eines Besseren belehren lassen. „S&M2“ ist kein uninspiriertes Nebeneinanderherspielen zweier Parteien, sondern eine mehr als spannende Symbiose aus Klassik und Metal.

Dabei schaffen Metallica ein weiteres Mal ein besonderes Konzerterlebnis auf Film und Platte zu bannen. Fans werden hier definitiv glücklich.

Video: Metallica & San Francisco Symphony – Nothing Else Matters (Live)

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Hier erhältlich
metallica-san-francisco-symphony-sm2Metallica – S&M2
Release: 28. August 2020
Label: Universal Music
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