Montreal und Pensen Paletti in Bremen

    Montreal
    Foto: Sarah Fass

    Pünktlich um 20.00 Uhr betritt dieser die Bühne des schon jetzt gut gefüllten Towers. „Mein Name ist Pensen Paletti und ich habe heute die Ehre, das Vorprogramm zu bestreiten“, stellt er sich vor und wird euphorisch vom Publikum begrüßt, dem dieser Name natürlich schon längst ein Begriff ist. In der ersten Reihe werden dem Sänger gewidmete Herzplakate in die Luft gehalten und Paletti versteht es zweifelsohne, die Zuschauer von der ersten Minute an für sich zu gewinnen.

    „Wir machen’s uns jetzt ein bisschen muckelig und dann wird’s asozial“

    Das Publikum wird in jeden Song mit einbezogen und zum Mitmachen animiert, was im gesamten Tower gut ankommt. „Wir machen’s uns jetzt ein bisschen muckelig und dann wird’s asozial!“, kündigt er an, nachdem auf die Frage, wer sich denn alles auf Montreal freue, ein tosender Applaus als Antwort folgt.

    Gerade die ersten Reihen singen textsicher alles mit und die Zuschauer werden immer wieder mit Erklärungen wie „Das Pferd ist ein absoluter, lebender Kiosk!“ als Ankündigung für das Lied „Pferdeapfel“ oder Pensen Palettis Imitation von Stöckelschuhen, ebenfalls für den darauf folgenden Song zum Lachen gebracht.

    Zuletzt wird sich „Blasenschwäche“ gewünscht, worauf der Künstler gerne eingeht. „Okay, ich spiele noch einen Song, weil ihr so geil seid und weil sich’s gerade gewünscht wurde!“ sagt er und gibt dem Publikum auch hier wieder eine Aufgabe.

    Dieses Mal sollen alle bei gestellten Fragen „Nein!“ rufen. Wobei scherzhaft viele alternative Vorschläge von den Zuschauern kommen, die von ihm mit „Du kannst auch ‚Müllsack‘ sagen! Jeder macht, was er will!“ kommentiert werden. Am Ende bleibt es doch bei „Nein“. Wieder machen alle mit und verabschieden ihn schließlich mit gebührendem Applaus.

    „Was bei denen Silvesternacht-Applaus ist, ist bei euch Dienstagabend-Applaus“

    Gegen 21.00 Uhr betreten schließlich Montreal die Bühne und eröffnen mit „Kino?!“ ihr Set. Direkt gefolgt von „Zucker für die Affen“. Das Publikum ist ab dem Moment in dem die drei Künstler die Bühne betreten voll dabei und bereits während des zweiten Songs kann man die ersten Crowdsurfer erblicken, die sich von der Bühne aus in die Menge werfen. Wer auf dem Boden bleibt befindet sich entweder in dem (noch) kleinen Moshpit, der sich gebildet hat, oder singt die Texte mit.

    Nach ein paar Liedern färben sich die Lichter auf der Bühne grün und die Hamburger kündigen mit einem kleinen Exkurs in die Welt des Fussballs – bei der die üblichen Sticheleien zwischen Hamburg und Bremen natürlich nicht ausbleiben – ihren Song „Richtig Falsch“ an. Schließlich erzählen sie von ihren Tourneen und den verschiedenen Zuschauern, denen sie bei verschiedenen Shows begegnen. Auch von denen, die eher etwas verhalten sind. „Was bei denen Silvesternacht-Applaus ist, ist bei euch Dienstagabend-Applaus!“, loben sie ihr Bremer Publikum.

    „Wir haben was vor, Bremen! Nichts Großes, nur ein Weltrekordversuch“

    Bevor Montreal „Max Power“ spielen, holen sie ihren Schlagzeuger nach vorne und erzählen, dass sie sich für diesen Moment des Abends immer etwas einfallen lassen. Heute darf Max Power zur Bar crowdsurfen und mit drei brennenden Shots ebenso wieder zurück. Da macht das Publikum natürlich sofort mit.

    „Wurdet Ihr schon jemals besser unterhalten?“, fragt Hirsch, als ihr Schlagzeuger wieder sicher auf der Bühne steht und jeder seinen Shot in der Hand hält. Sie prosten dem Publikum zu und fahren dann mit ihrem Set fort. Wenig später haben die Drei eine weitere Ankündigung zu machen: „Wir haben was vor, Bremen! Nichts Großes, nur ein Weltrekordversuch“, erklären Montreal. Der Plan ist, einen Song – „120 Sekunden“ von ihrem aktuellen Album – genau zwei Minuten zu spielen. Was bisher laut eigener Aussage nicht so gut geklappt hat. Sie lassen die Zeit stoppen und schaffen es dieses Mal auf die Sekunde genau, wofür es einen tosenden Applaus gibt.

    Gemeinsam mit Pensen Paletti performen sie „Bernd, der Bankräuber“. Anschließend folgt eine Geschichte darüber, dass die Menschen in Osnabrück die glücklichsten Menschen in Deutschland zu sein scheinen und sie spielen „Osnabrück“ von ihrem aktuellen Album. Spätestens bei dem Song „Endlich wieder Discozeit“ sind auch die letzten Reihen am Tanzen und niemand im Tower steht mehr still. Auch gegen Ende ist die Stimmung noch ausgelassen und das Publikum feiert noch bis zum letzten Song, der wieder gemeinsam mit Pensen Paletti gespielt wird. Die Band beendet ihr Set mit den Liedern „Musik in meinen Ohren“ und „Tag zur Nacht“.

    Sie verabschieden sich von der Bühne, kommen jedoch wenig später noch zu ihrem Merch-Stand und verbringen dort Zeit mit ihren Fans. Damit geht der Konzertabend langsam zu Ende und Montreal haben wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht umsonst auch international bekannt sind und mit 14 Jahren Bandgeschichte noch lange nicht genug haben.