Refused – The Malignant Fire EP

Erst letztes Jahr legten Refused mit „War Music“ das zweite Album seit ihrer Wiedergründung im Jahre 2012 vor. Nun folgt die „The Malignant Fire EP“, die über Spinefarm Records releast wird. Zuletzt hatte die Band unter dem Namen „Samurai“ große Teile des Soundtracks zum Videospiel Cyberpunk 2077 beigesteuert. An Ideen und Output mangelt es den Schweden also nicht.

„Die Songs haben immer noch den typischen Drive und sind allesamt kleine Beweise dafür, dass Refused auch 2020 noch relevant sind.“

Ein alter Bekannter, vier neue Songs

Die EP startet mit „Malfire“, einem Song, den wir bereits von „War Music“ kennen. Das darauffolgende „Born On The Outs“ ist bereits releast und damit ebenfalls vor dem ersten Hören der EP bekannt.

Insgesamt ist „The Malignant Fire EP“ gewohnte Refused Kost: sehr tanzbarer Hardcore mit politischer Message, die aus jeder Pore der Songs tropft. Große Überraschungen finden sich keine, jedoch der unverkennbare Stempel, den die Band ihrer Musik aufdrückt und dieser sorgt auch 2020 noch für Gänsehaut und eine Menge sehr ansprechender Grooveriffs mit netten Rhythmusspielereien.

Tanzbarer Hardcore mit Message

Refused sind eingespielter denn je und das merkt man. Das Songwriting setzt mittlerweile mehr auf das Können der einzelnen Musiker, als auf die großen Experimente, die die Band noch zu „The Shape Of Punk To Come“ Zeiten ausmachte. Es scheint, als hätten Refused ihre neue Nische zwischen alten Hardcore-Ausbrüchen Marke „Rather Be Dead“ und groovigen Tanznummern wie „Francafrique“ gefunden. Dabei thronen Dennis Lyxzéns einzigartige Lyrics gewohnt politisch über den Songs, die schön klar und auf den Punkt geschrieben sind.

Wo andere Bands seit Jahren die immer selben motivierenden Plattitüden schreien, gehen Refused bewusst ins Detail und beziehen immer klare Standpunkte.

Knappes Scheitern an der eigenen Messlatte

Dabei haben Refused die Messlatte mit „The Shape Of Punk To Come“ und „Freedom“ für ein komplettes Genre verdammt hoch gelegt und dass sie nun knapp an der eigenen Messlatte scheitern kann man der Band nicht verübeln. Die Songs haben immer noch den typischen Drive und sind allesamt kleine Beweise dafür, dass Refused auch 2020 noch relevant sind.

„The Malignant Fire EP“ zündete bei mir aber nicht direkt. Es brauchte einige Durchläufe, um in die Songs reinzukommen und mich mit ihnen anzufreunden. Aber mehrmaliges Hören lohnt sich, da die einzelnen Songs eine Menge zu bieten haben und sich in ihrer Gänze nicht direkt erschließen. Refused-Songs boten seit jeher eine Menge zu entdecken und hört man beim ersten Durchgang noch auf die hysterischen Vocals, ist man beim zweiten Mal vielleicht vollkommen in den groovigen Gitarren gefangen.

Dass Refused zwei Meilensteine des Genres in der eigenen Diskographie wissen, macht die EP aber nicht schlechter. Denn auch wenn diese sich nicht an den oben genannten Alben messen kann, ist die „The Malignant Fire EP“ einer der interessanteste Hardcore-Releases in diesem Jahr.

Video: Refused – Malfire

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Hier erhältlich

refused cover The Malignant Fire EP Refused – The Malignant Fire EP
Release: 20. November 2020
Label: Spinefarm Records

Albumreview

Refused – War Music