Static X – Project Regeneration Vol.1

An sich eine nette Idee mit Originalbesetzung ein Album um die letzten Aufnahmen des verstorbenen Sängers Wayne Static zu schreiben. Zumal Static X sich im Streit 2013 auflöste, ein Jahr vor Wayne Statics Tod. Fragwürdig also, ob diese „Wiedervereinigung“ überhaupt im Sinne des Sängers gewesen wäre. Nett liest sich die Originalbesetzung aus Wayne Static, Gitarrist Koichi Fukuda, Bassist Tony Campos und Drummer Ken Jay allerdings. Schon vor dem ersten Hören drängt sich die Frage auf, ob die Band an die alten Glanztaten anknüpfen oder nun komplett in der Belanglosigkeit versinken wird.

„Alle guten Momente der Platte zusammengenommen hätte man hier allenfalls eine gute EP aus dem Material basteln können.“

Alte Besetzung – alte Stärke?

Zwölf Songs hat die „Wisconsin Death Trip“ Besetzung um die noch vorhandenen Aufnahmen Wayne Statics auf dem aktuellen Album geschrieben. Mit „Project Regeneration, Vol.2“ sollen es insgesamt zwanzig werden.

Das Intro „Regeneration“ verpasst der Platte schon einen schlechten Anfang. Über das ganze Album haben sich einige Samples eingeschlichen, die mir etwas die Stimmung verhageln. Leider wirken die eingestreuten Soundschnipsel nicht mehr so cool, wie noch auf „Wisconsin Death Trip“. Alles wirkt, wie schon im Intro, zu gekünstelt und überladen.
Positiv fällt erst mal auf, dass die Band sehr bemüht klingt den „alten Sound“ mit allen Stärken wieder aufleben zu lassen. Grooviger, leicht verrückter New Metal mit stampfender Rhythmussektion und industrial-angehauchten Keyboards und Soundspielereien. Hier und da geht die Rechnung auf und man fühlt sich positiv in die „alten Tage“ zurückversetzt, aber nach zwei, drei Songs geht „Project Regeneration, Vol.1“ leider schon die Luft aus.

Knapp daneben ist auch vorbei

Leider schafft es das Album nicht annähernd an die verspielten Ausraster von „Wisconsin Death Trip“ oder die hymnenverdächtigen Ohrwürmer eines „Shadow Zone“ anzuknüpfen. Für Hardcorefans der Band mag es ein netter Abschluss einer Ära sein, aber für mich wirkt es oft, als wolle man noch einmal die Erfolgswelle der alten Alben reiten und damit eine Zeit aufleben lassen, die leider schon lange vorbei ist.
Der große Kritikpunkt am neuen Album ist der fehlende Biss. Viele Songs, wie etwa „Something Of My Own“ fangen mit einem coolen Riff an und versinken dann komplett in Schema F und damit in der Belanglosigkeit.
Man hat eben jeden einzelnen Part auf „Project Regeneration, Vol.1“ schon um einiges besser umgesetzt gehört. Dabei sind Songs, wie „Hollow“ doch recht passabel, wenn man eben nicht die besseren alten Tracks der Band kennt. Sehr schade, denn mit ein Wenig mehr Mut zu neuen Ideen, hätte man aus den Gesangsspuren doch etwas mehr machen können. Alle guten Momente der Platte zusammengenommen hätte man hier allenfalls eine gute EP aus dem Material basteln können.

Belanglosigkeit des Gesamtbildes

Leider verpasst „Project Regeneration, Vol.1“ die Chance das erste Static X Album seit „Shadow Zone“ zu werden, das mich vom Hocker reißt. Dabei muss ich mich hier als großen Fan outen, der sowohl „Wisconsin Death Trip“, „Machine“ als auch „Shadow Zone“ noch sehr oft hört. Einige Ideen und Riffs sind wirklich hörbar, aber auch diese gehen dann in der Belanglosigkeit des Gesamtbildes unter. Unterm Strich bleiben einige Stellen, an denen man zustimmend mit dem Kopf nickt und sich wünscht das ganze Album würde klingen, wie zum Beispiel die durchweg gute Strophe von „Otsego Placebo“.

Video: Static X – Bring You Down

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Hier erhältlich
Static X - Project Regeneration Vol.1Static X – Project Regeneration (Vol.1)
Release: 10. Juli 2020
Label: Otsego Entertainment Group