Stray From The Path, Guilt Trip & Vatican live in Hannover

Stray From The Path am 11.10.22 live mit Guilt Trip und Vatican im MusikZentrum in Hannover
Foto: Bastian Klein/Schwarze Szene Nazifrei

Vor kurzem hat die Hardcore-Combo Stray From The Path ihr neuestes Album Euthanasia veröffentlicht (Albumreview) und präsentiert diese jetzt im Livegewand auf ihrer Release-Tour durch Europa. Heute macht die Band im MusikZentrum in Hannover Halt und hat noch zwei besondere Leckerbissen für das Publikum parat: Guilt Trip und Vatican. Das MusikZentrum ist leider nicht ausverkauft diesen Abend und es gibt noch jede Menge Platz. Das soll der Feierstimmung aber hoffentlich nicht im Weg stehen.

We stand against racism, fascism, sexism and homophobia. Everyone is welcome here. Except those Nazi-Scumbags. There is the door. Get out!Stray From The Path

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von open.spotify.com zu laden.

Inhalt laden

„We have nothing but gratitude for being here. Thanks a lot for checking us out.“

Den Anfang machen heute die UNFD-Labelkollegen von Stray From The Path. Vatican, die übrigens heute ihr allererstes Deutschland-Konzert überhaupt spielen, haben dieses Jahr ebenfalls ihr neues Album „Ultra“ veröffentlicht und haben davon natürlich einige Stücke für ihr Set parat. Los geht’s auch gleich mit dem Opener des Albums, „Slipstream Annihilation“. Die Menge hat anscheinend schon gut Bock auf Bewegung und so öffnet sich bereits vor der Bühne ein großer Pit, wo immer mal wieder ordentlich gemosht wird. Die Band aus Savannah, Georgia macht überhaupt keine Gefangenen und ballert dem Publikum ein Brett nach dem anderen um die Ohren und bringt dieses schon ordentlich auf Betriebstemperatur. Kein Wunder, dass Vatican auch als Hardcores Antwort auf Metalcore bezeichnet werden.

Frontmann Mike Sugars ist sichtlich begeistert, dass schon so viele Leute den Auftritt der Band beiwohnen und vor allem, dass sie auf dieser Tour dabei sein dürfen. Nach einer gut halben Stunde und dem Song „Xero Line Crisis“ verlässt die Band unter lauten Beifall die Bühne. Das war schon einmal ein ziemlich gelungener Auftakt und der ein oder andere muss schon mal kurz die Klamotten lüften, da es teilweise bereits heiß vor der Bühne herging.

Bildergalerie: Vatican

„From this side to this side: Spin this fuckin‘ room!“

Guilt Trip ist in der Szene schon lange kein Geheimtipp mehr. Die Briten aus Manchester haben mit ihrem Debüt-Album „River Of Lies“ aus 2019 so einige Konzerthallen und Wohnzimmer in Schutt und Asche gelegt und mit ihrer EP „Rain City“ aus 2021 kräftig nachgelegt. Dementsprechend erwartungsvoll steht die Menge vor Beginn des Sets vor der Bühne. Mit „Unrelenting Force“ von ihrer ersten EP wird das MusikZentrum in seinen Grundfesten erschüttert. Der Pit ist sofort wieder da, um zu zerstörerischen Hardcore-Klängen aufs härteste zu moshen und zu feiern. Frontmann Jay Valentine hat die Menge von Anfang an fest in seinem Griff und treibt diese bereits zu absoluten Höchstleistungen an. Songs wie „All I Hate“, „Emerald Gate“ und „Disdain“ knallen durch das MusikZentrum und das Publikum denkt gar nicht daran, auch nur ein Sekündchen Pause zu machen. Sogar die ersten Circle Pits düsen durch die Halle.

Kurz vor Ende des Sets betont Frontmann Jay ebenfalls, wie glücklich sie sind, auf dieser Tour dabei zu sein und dass sich das Publikum den Auftritt der Band anschaut. Aber am besten bedankt man sich immer noch mit Musik: Mit „Guilt Trip“ und „Thin Ice“ reißen die Jungs noch einmal alles ab und verabschieden sich dann unter lautstarken Beifall von der Bühne. Nun aber schnell noch einmal verschnaufen und frische Luft schnappen, denn der Headliner will das MusikZentrum nun vollends bis auf die Grundmauern abreißen.

Bildergalerie: Guilt Trip

„Alright Hannover, how the fuck are we doin‘ tonight?“

Unter lautstarken Beifall entern der Headliner des Abends, Stray From The Path, jetzt die Bühne und Frontmann Drew York feuert die Menge kräftig an, um beim Opener „Needful Things“ alles niederzureißen. Und das Publikum folgt dem Aufruf nur zu gerne, mosht was das Zeug hält und brüllt aus Leibeskräften mit. Direkt danach geht es mit „May You Live Forever“ direkt weiter und die Shouts des Publikums bei der Zeile „No Peace For My Enemies“ hat man wahrscheinlich in ganz Hannover gehört. Besser kann ein Konzert kaum starten.

Glücklicherweise hat das Publikum noch mehr als genug Energiereserven und so werden auch die darauffolgenden Songs wie „Outbreak“, „Chest Candy“, „Fortune Teller“ oder „III“ gnadenlos abgefeiert. Beim Song „Neighbourhood Watch“ werden auch die ersten Stagediver gesichtet.

Bildergalerie: Stray From The Path

„We stand against racism, fascism, sexism and homophobia. Everyone is welcome here. Except those Nazi-Scumbags. There is the door. Get out!“

Das Stray From The Path eine überaus politische Band sind, machen sie auch heute wieder deutlich. So sagt Frontmann Drew, dass dies hier ein sicherer Ort für alle ist, egal welche Hautfarbe, welche Religion oder welches Geschlecht sie haben. Nur eine Personengruppe hat hier nichts zu suchen, und zwar nämlich die, die andere diskriminieren: Dreckige Nazi-Arschlöcher. Kampfeslustig streckt das Publikum die Fäuste in die Höhe und spendet eine Menge Applaus zu den Worten von Drew. Direkt danach geht es brachial mit „Good-Night Alt-Right“ passend zum vorher Gesagten weiter.

Ein besonderes Schmankerl hat die Band heute für Fans mit dabei, die schon etwas länger der Band folgen. Der Song „Badge & A Bullet“ von dem Album „Anonymous“ hat die Band heute ebenfalls im Gepäck, was bei vielen Besuchern ein ziemliches Grinsen ins Gesicht zaubert.

Mit „First World Problem Child“ reißt die Band noch den allerletzten Rest nieder, was vom MusikZentrum noch steht und das Publikum hilft kräftig dabei mit. Danach verabschieden sich Stray From The Path unter tosendem Beifall von der Bühne. Wer schon einmal auf einem Stray From The Path-Konzert war weiß, dass die Band kein Fan von Zugaben ist und so gibt es auch heute keine. Das brauch es aber auch nicht, denn besser hätte der Abend eh nicht mehr werden können. Die verschwitzt glücklichen Gesichter des Publikums können das nur unterstreichen.