The Bottom Line – No Vacation

Irgendwo auf der Insel, gibt es offensichtlich ein Nest für Pop-Punk und Punkrock Bands. Man kann unzählige nennen und nun kommt mit The Bottom Line ein weiteres Quartett aus Südengland dazu. In Deutschland ist die Band noch lange nicht so bekannt und so erhofft man sich, nach der 2017er EP „I Still Hate You“ mit „No Vacation“ den Sprung in das Gehör der Menschen zu finden. Die Band selbst gibt Einflüsse, wie Simple Plan, New Found Glory und Neck Deep an und das hört man tatsächlich auch raus.

„Album Nummer Zwei und die erste Richtige Chance in Europa groß zu werden“

Eine Definition von Urlaub

Zehn ganze Lieder findet man auf dem Langspieler und obwohl sich der Titel im ersten Moment eher gegen das Thema Urlaub richtig, macht das Hören der Platte schon Bock auf Sommer und Park – eine Definition von Urlaub. Man fühlt sich zurückgesetzt in eine Zeit, in der man vor dem ICQ Messenger saß und den Huster bei All-Time-Low mitsingen musste, weil es ja ungeschriebenes Gesetz ist, den mitzusingen. Viele der Lieder erinnern tatsächlich an die Band aus Baltimore, obwohl die Stimme von Sänger Callum Amies eher an den Sänger von New Found Glory erinnert, als an Alex Gaskarth.

Es ist durchaus schön zu sehen, dass es noch Bands gibt, die nicht auf jeden Zug Richtung Emo-Stadt aufspringen, sondern einfach direkt in die Sonne fahren. „Gone“, die erste Singleauskopplung, ist dafür ein perfektes Beispiel. Lyrisch geht es darum, wie langweilig so ein Kleinstadtleben sein kann, wenn beispielsweise jeder jeden kennt und auch alles über den Anderen weiß. Schwieriges Thema, gut verpackt. Fängt das Lied doch eher schwerfällig und „traurig“ an, wird man gleich durch die leichten Gitarrenriffs wieder ins Shlaraffenland Pop-Punk-Central versetzt.

Eingängige Riffs und Lyrics

Die Obligatorischen “woahos” sind auch in einigen Songs zu hören, bei einem sogar so, dass man erstmal ins Überlegen kommt, warum die Band gefühlt bei A Day To Remember abkupfert. Obwohl „Gone“ als erste Single Auskopplung betitelt wurde, gibt es ein Lied namens “Reasons”, dessen Video schon neun Monate alt ist. Auch hier ähnelt einiges der oben genannten Band aus Ocala. Das dazugehörige Video ist vollgepackt mit etwas kleineren Größen der Musik, unter anderem Jason Butler von Fever333 und Pierre Bouvier von Simple Plan. “In Your Memory” ist das letzte Lied der Platte und auch gleichzeitig einer der Hoffnungsträger. Stellt man sich vor eine gute Zeit in Mosh Pits zu haben, versagt es allerdings. Es ist eher eins der Pop-Punk Lieder die dazu verleiten, zu feiern, aber mehr als ein hoch und runter springen nicht drin ist.

Eingängige Riffs und Lyrics ziehen sich durch das ganze Album. Ohrwürmer sind vorprogrammiert. Dennoch würde man sich aufgrund der häufig passenden Vergleiche wünschen, dass The Bottom Line es schaffen, mehr ihr eigenes Ding zu machen. Stellen wir uns einfach auf einen heißen Sommer ein und darauf, dass The Bottom Line es auf den ein oder anderen Soundtrack schaffen.

Video: The Bottom Line – In Your Memory

Hier erhältlich
The Bottom Line No VacationThe Bottom Line – No Vacation
Release: 21. Juni 2018
Label: Marshall Records
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