The Iron Roses haben in den vergangenen Jahren für viel Furore gesorgt, was auch an den vielen Tourneen und dem nun dem zweiten starken Album „Molotov Nights“ liegt. Seit 2023 ist die Band, die sich zuerst als Backing Band für das Soloprojekt von Nat Gray, bekannt als Frontperson von Boysetsfire gründete, als Hauptband aktiv. Dabei lebt sie vor allem von den so unterschiedlichen Stimmen von Sängerin Becky und eben Sängerin Natascha Gray, die sich vor allem Themen rund um die LGBTQ+ Community verschrieben haben. Am Dienstag, den 20.10., machen The Iron Roses Halt in Hannover in der Faust, im Mephisto. Den Support übernehmen Bad Career aus Hannover und Umgebung.
Hardcore Punk und Spendensammeln
Bad Career starten mit Intro und den Drums, dann legen Sänger Nils und seine Mitstreiter:innen direkt legt los. Und von Beginn kann das Quintett mit seinem kompromisslosen Hardcore-Punk überzeugen, der immer wieder mit tollen Melodien überrascht. Bad Career machen ihre Sache hervorragend, habe einen unglaublich guten und runden Sound und richtig Spaß auf der Bühne. Und so zieht es Sänger Niels immer wieder ins Publikum. „Vielen Dank, dass ihr hier seid und uns zuhört“, begrüßt der Frontmann das Publikum. Später stellt Bassistin Sissi noch ein spannendes Projekt vor. Auf dem Merchtisch der Band steht eine Spendendose, jeder kann etwas geben, wenn möglich. Ist die Dose voll, wird gespendet. Dieses Mal geht die Spendensumme an einen Verein in Braunschweig, der sich gegen sexualisierte Gewalt einsetzt. Tolle Aktion. Und auch musikalisch punktet die Band bei den knapp 120 Anwesenden mit Songs wie „Run With You“, „Cutting Glass“, „Fight Against Me“, „Duck Tape“, „Hollow Heads oder „Mosh Pigs“. Das ist richtig rund und macht wirklich allen Spaß. Starker Auftritt, der nach knapp 30 Minuten bereits zu Ende ist. Bad Career sollte man sich aber merken, denn da wird sicher noch einiges kommen.
Punkrock und Safe Place
Dann sind The Iron Roses an der Reihe, die von Beginn an die Herzen der Zuschauer für sich gewinnen. Denn auch die Amis haben sichtbar Spaß. Dabei stört es auch nicht, dass die Show aufgrund der überschaubaren Nachfrage von der 60er-Jahre-Halle ins Mephisto verlegt wurde. Los geht es mit „Class War Sheer Squad“, „Dead Eyes“, „To The Last”, „Old Guard“ und „Soldier Of Fortune“. Natascha begrüßt die Zuschauer und freut sich über jeden einzelnen Anwesenden, der seine Zeit mit der Band verbringt. Musikalisch geht der Punkrock mit dem Doppelgesang ordentlich ins Ohr. Natascha beweist dabei, wie unfassbar außergewöhnlich ihre Stimme ist, wie sie es früher auch schon bei Boy Sets Fire regelmäßig unter Beweis gestellt hat. Die Musik lebt aber von den Unterschieden und vor allen von den Ergänzungen im Gesang. Das passt einfach wie die Faust aufs Auge.
Becky versammelt später Besucherinnen vor der Bühne, um ihnen einen sicheren Raum zu bieten und mit ihnen einmal alles Negative der letzten Wochen, alles Diskriminierende und die schlechten Vibes herauszuschreien. Auf der Setliste folgen u.a. „Body Count“, „All American“, Fight Back“, „Hearts Of Fire“ oder „Look Away”. Schwerpunkte der Show und der ganzen Tour ist das aktuelle starke Album „Molotov Nights“, dessen Titelsong später auch nicht fehlen darf. Die Stimmung ist ausgelassen und die Iron Roses machen richtig Laune. Natascha übernimmt dann auch den Part über die schweren Themen zu reden: „Wir haben Merch“. Sie ergänzt dann noch: „Wir wissen, wie widersprüchlich das ist, wir singen hier über Anti-Kommerz und dann sollt ihr was kaufen. Aber natürlich ist das für eine Band wie uns dennoch wichtig!“ „Breathing Static“ und „Good News“ beschließen schließlich dieses starke Set.
Musik gibt denen eine Stimme, die selbst keine haben
Aber natürlich dürfen noch ein paar Zugaben nicht fehlen. „Hannover, ihr habt einen Preis gewonnen, denn wir spielen heute das ganze Set“, kündigt Natsache dann „Facist Lullabies“ und „Rebel Soul Sound“ an. Vor dem abschließenden Song „Screaming for A Change“ nutzt Natascha noch einmal die Zeit für einen Statement mit Gewicht: „Musik steht dafür, denen eine Stimme zu geben, die nicht selbst sprechen und sich erheben können. Dafür und für so viel mehr steht Musik. Musik heilt und dafür sind wir doch alle hier und so danken wie euch für euren Support, danke!“ Und dann wird ein letztes Mal an diesem Abend gefeiert, gesungen und getanzt. Nach knapp 65 Minuten ist dieses super Konzert vorbei, und jeder der nicht da war, hat definitiv etwas verpasst. Ganz groß!









