The Menzingers – From Exile

Wir schreiben den 14. März 2020 – The Menzingers spielen eine Show in Melbourne, Australien und wissen zu diesem Zeitpunkt schon, dass es für absehbare Zeit das letzte Mal sein wird, dass sie und ihre Fans auf diese Art zusammenkommen. Sänger Greg Barnett beschreibt es als surreales Erlebnis, eine letzte Chance auf eine gute gemeinsame Zeit. Am nächsten Tag wurde ihre Tour zum Album “Hello Exile” abgebrochen und sie haben die Heimreise nach Philadelphia angetreten und sich zuhause einschließen müssen. “Hello Exile” – im wörtlichen Sinne.

„‚From Exile‘ ist nicht einfach eine stumpfe 1:1-Kopie der Songs von ‚Hello Exile‘ auf Akustikgitarren, denn die Menzingers haben jedem Song eine neue, eigene Seele verpasst.“

Der Lebensgrundlage entrissen

Die USA waren nicht mehr die Gleichen, wie vor ihrer Abreise und die Band war von einem auf den anderen Moment ihrer Lebensgrundlage, dem Touren, entrissen. Zwischen Tour-Verschiebungen und erneuten Verschiebungen und schließlich der kompletten Absage entstand die Idee, statt akustische Live-Streams aus den eigenen vier Wänden anzubieten, die gewonnene Zeit in etwas anderes zu stecken: Ein besonderes, dezentrales Projekt mit dem Titel “From Exile”. Dadurch, dass sie aufgrund von Lockdown-Maßnahmen nicht an einem Ort zusammenkommen konnten, beschlossen sie, die Songs des aktuellen Albums auseinander zu nehmen und ihnen ein neues, akustisches Gewand zu verpassen.

Keine Idee zu verrückt

Was herauskommt, ist nicht einfach eine stumpfe 1:1-Kopie der Songs auf Akustikgitarren, denn die Menzingers, rund um das Sänger Duo Barnett und May, haben jedem Song eine neue, eigene Seele verpasst. Sie haben ganze Parts umarrangiert, Tonarten und Melodien verändert und zum Teil sogar zusätzliche Strophen hinzugefügt. Keine Idee war zu verrückt. Unterstützung bekamen sie dabei von Kayleigh Goldsworthy, die durch Auftritte in den Bands von Dave Hause und Frank Iero bekannt ist und auf “From Exile” zwei Songs auf der Geige begleitet.

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Gearbeitet hat jeder der vier Bandmitglieder im „Homeoffice“ und am Ende hat der langjährige Begleiter der Band, Produzent Will Yip, das ganze zusammengesetzt und dem Album einen roten Faden verpasst. So steht eine Version vom Song „America (You’re Freaking Me Out)“, die sich fast zu 100% vom Original unterscheidet, in perfekter Nachbarschaft zu einer großartigen Version von „Anna“, die sich musikalisch sehr nah am Ursprungssong bewegt, doch durch zusätzliche Zeilen noch mehr Intimität erhält. „Last to know“ wartet dann mit einem sehr elektronischen Beat, einem wummernden Bass und der angesprochenen Violinen-Unterstützung auf. Die zwölf Songs werden zu einzelnen wunderschönen Zahnrädern im gleichen Uhrwerk, ohne je monoton zu wirken. Up-Tempo-Country-Songs mit Rockabilly-Anleihen, geben sich mit melodiösen Balladen oder Lagerfeuer-Träumereien die Klinke in die Hand und „From Exile“ wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung des Albums „Hello Exile“. Fans des vorherigen Albums werden genauso begeistert sein, wie Leute, die für die aktuelle, schwierige Situation den perfekten Soundtrack suchen.

Video: The Menzingers – High School Friend

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The Menzingers From Exile Albumcover

The Menzingers – From Exile
Release: 25. September 2020
Label: Epitaph Records

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