Weezer – Van Weezer

Puuh… Weezer Fans mussten sich sehr in Geduld üben: Seit 2019 ist nun die Veröffentlichung des mittlerweile 15. Albums in Planung. Ursprünglich sollte es im Mai 2020 zu hören und kaufen sein. Aber mal von Anfang:

Die Platte lässt sich nur schwer in die Diskografie der Band einordnen: Sie bleiben sich treu, aber es ist allemal eine gelungene Überraschung – im positiven Sinne.

Album, Tour… Corona

Als die ersten Songs für dieses Album 2018 geschrieben wurden, erfuhren Weezer, dass sie 2020 mit Green Day und Fall Out Boy auf große Stadiontour gehen werden. Die zu diesem Zeitpunkt geschriebenen Songs boten sich jedoch nicht besonders für eine lange Stadiontour an – wenig Gitarrensounds, alles eher ruhiger.

Somit wurden die Songs kurzerhand umgeschrieben, damit das „neue“, thematisch passendere Album im Mai 2020 – pünktlich vor der Tour – veröffentlicht werden kann und besser auf die Größe und Atmosphäre der geplanten Venues zugeschnitten ist. Dann, na klar, kam Corona. Aufgrund der Pandemie wurde die Tour abgesagt.

Nun standen Weezer mit einem Album, das sich für eine Stadiontour anbot, etwas unglücklich da. Die Songs wurden ja immerhin für genau diese Art von Tour (um)geschrieben und arrangiert. Ergo: Die Veröffentlichung wurden abermals verschoben – auf Mai 2021.

Gitarrist Eddie Van Halen verstarb im Oktober 2020 letzten Jahres und somit stand der Albumname für Weezer fest.

„Van Weezer“

Das 10-Track umfassende Album wurde von Suzy Shinn produziert, auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen werden. Der Name des Albums „Van Weezer“ wurde erst Ende 2020 final bestimmt. Der Grund für diese Benennung ist simpel: Das bereits 2002 erschienene Album „Maladroit“ ließ Fans einen Einblick in den Musikgeschmack der Band erhaschen. So sind Einflüsse von Metallica, KISS, Black Sabbath und eben auch Van Halen auf dem Album zu hören. Diese Einflüsse wurden bei „Van Weezer“ sowohl wieder musikalisch, als auch namentlich aufgegriffen: Gitarrist Eddie Van Halen verstarb im Oktober 2020 letzten Jahres und somit stand der Albumname für Weezer fest.

Eine schöne Wertschätzung. „Van Weezer“ stellt aber keinesfalls ein Hard Rock oder Cover Album dar, sondern eher ein weiteres gelungenes Experiment. Die Platte lässt sich nur schwer in die Diskografie der Band einordnen: Sie bleiben sich treu, aber es ist allemal eine gelungene Überraschung – im positiven Sinne.

Neuer (oder doch alter) Sound?

Als ich das Album bzw. die bereits zuvor erschienenen Singles hörte, musste ich direkt an eine Mischung aus One Direction und Simple Plan denken. Es klang irgendwie nach poppigem Stadionrock – ja, ist eher nicht so meins. Während des kompletten Durchhörens bestätigte sich dann meine ursprüngliche Annahme.

Tracks wie „Hero“, „The End of the Game“ oder „I Need Some of That“ haben eingängige Melodien, Klatsch-Elemente und Nickelodeon „Teenage-Serien“ Vibes. Wie bereits erwähnt, produzierte Suzy Shinn das Album. Sie hat zuvor an Alben für beispielsweise Fall Out Boy, 5 Seconds of Summer, Panic! at the Disco und Katy Perry mitgearbeitet. Mit diesem Wissen erklärte sich mir dann auch der neue Pop-Sound.

Songs wie „Blue Dream“ und „She Needs Me“ lassen ganz deutlich die Einflüsse der zuvor genannten Bands hören. Während die im Galopp treibende Strophe von „Blue Dream“ an „I Was Made For Loving You“ von KISS erinnert, steht die E-Gitarre bei „She Needs Me“ im absoluten Fokus.

Was mich zunächst an dem Album gestört hat, entpuppte sich während meiner Recherche zu einem krassen Plus

Dann wiederum gibt es Songs, die eine Mischung aus neuem und altem Sound präsentieren und sie geschmackvoll kombinieren: „The Beginning of the End“ und „1 More Hit“. Bei „The Beginning of the End“ versteckt sich der alte Sound á la „Weezer – The Blue Album“ aus dem Jahr 1994, während der Refrain absolut den neuen Sound beherbergt. „1 More Hit“ lässt im Intro und in den Strophen die Metall-Einflüsse vermuten, welche sich dann im Chorus in gewohnte Gefilde auflösen.

Aber auch der „gewohnt typische“, möglicherweise „alte“, Weezer-Sound ist in einzelnen Tracks repräsentiert. So erinnern „All of the Good Ones“ an „Beverly Hills“ vom Album Make Believe (2005) und „Sheila Can Do It“ an alte Zeiten.

Der letzte Track des Albums heißt „Precious Metal Girl“ und ist die einzige Ballade auf diesem Album. Wenn man in den Titel und in den Text des Liedes etwas hineininterpretieren möchte, dann kann es sich um ein Liebeslied an die Metall-Musik und die Einflüsse handeln, die sich in diesem Album deutlich wiederfinden lassen. Der Song könnte somit das Schlusswort und Fazit des Albums darstellen und das finde ich einen schönen Gedanken.

Das Ende vom Lied

Was mich zunächst an dem Album gestört hat, entpuppte sich während meiner Recherche zu einem krassen Plus: Die Story zum Album ergibt nun mit dem Sound der Songs einen zweifellosen Sinn. Ich kann sie mir gut auf Stadionbühnen während der geplanten Sommertour mit Green Day und Fall Out Boy vorstellen. Stadiontouren sind und bleiben Geschmackssache, genauso wie der neue Sound des Albums, aber das Bild ist rund und das gefällt mir sehr.

Video: Weezer – Van Weezer

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Weezer - Van WeezerWeezer – Van Weezer
Release: 07. Mai 2021
Label: Atlantic (Warner)
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