Shoreline: 5 Alben, die das neue Werk „Eat My Soul“ beeinflusst haben

Shoreline 2019
Foto: Philipp Steinhoff

Die Münsteraner Punkrock Band Shoreline veröffentlicht morgen ihr neues Album „Eat My Soul“, auf dem sie insgesamt elf neue Songs präsentieren. Uns hat die Band verraten, welche fünf Alben sie während des Entstehungsprozesses inspiriert haben. Dabei ist laut Band nicht alles auf dieser Liste als direkter musikalischer Einfluss zu verstehen. Es geht vielmehr darum, welche Platten sie in der Zeit, in der „Eat My Soul“ entstanden ist, bewegt haben und in welchem Kontext sie für sie wichtig sind.

„Wir haben diese Platte exorbitant oft […] gehört. So oft, dass ich das Album angefangen habe zu hassen“

Title Fight – Floral Green

Unser Proberaum ist nicht direkt in Münster, sondern etwas außerhalb – so circa 20 bis 25 Autominuten vom Zentrum weg, in einem kleinen Dorf Namens Nordwalde. In der Zeit als wir die Pre-Production dort aufgenommen haben, waren wir fast jeden Tag in der Woche für mehrere Stunden dort. Aus irgendeinem Grund hat Tobis Handy, wenn es sich mit der Anlage des Autos verbunden hat, immer dieses Album abgespielt, so dass wir diese Platte exorbitant oft auf dem Hin- und Rückweg gehört haben. So oft, dass ich das Album angefangen habe zu hassen, obwohl ich (auch jetzt noch) sagen würde, dass es ein fantastisches Stück Musik ist. Der Sound und die Atmosphäre dieser Platte war während der Pre-Production also sehr präsent für uns, was ich zumindest auch auf „Eat My Soul“ wiederfinde.

Bon Iver – Blood Bank

Ich bin der Überzeugung, dass viele gute Punkrock/Hardcore Songs im Kern einfach gute Pop Songs sind. Also damit meine ich, dass im Songwriting ähnliche Dinge gut funktionieren, obwohl die Instrumentierung anders ist. Der erste Song der EP „Blood Bank“ – der Titeltrack – hat so eine weirde Struktur und der ganze Song lebt total von der starken Gesangsmelodie. Viele von Bon Iver’s Werken aus den späten 00er Jahren hat diese unfassbare Melancholie und ich wollte ein Album machen, dass irgendwie auch so eine Grundstimmung hat. Letztendlich klingt es natürlich sehr anders, weil wir andere Instrumente, härtere Sounds und so weiter gewählt haben. Trotzdem für mich eine der Platten, die super wichtig waren, während die Songs für „Eat My Soul“ entstanden sind.

„Ich habe ja immer Sorge, dass wenn man mit Bands zusammen spielt, die man privat auch gut findet, sich besagte Bandmitglieder als unangenehme Idioten entpuppen“

The Deadnotes – I´ll Kiss All Fears Out Of Your Face

Darius, Jakob und Yannic (plus Crew) sind ein paar unserer besten Freunde in diesem Bandkosmos. Ich war früher super oft in Freiburg, habe teils mal einen Monat in Darius alter WG gewohnt und bin in ihrem Proberaum abgehangen, bevor Shoreline überhaupt eine „richtige“ Band war. Die Art wie sie proben, wie sie ihre Songs schreiben und wie diese Platte klingt, hatte eine riesige Wirkung auf mich. Der Song „Wasps & Flies“ auf der neuen Shoreline-Platte hatte den Arbeitstitel „Deadnotes Song“, weil er in der Verse teilweise so einen Drumbeat benutzt, den ich von Yannic hatte. Wenn es eine Band aus dieser DIY-Punk-Szene gibt, denen ich wünsche, dass sie Erfolg mit ihrer Musik hat, dann sind es The Deadnotes. Period.

Boston Manor – Saudade

Das ist für mich immer noch DIE Platte von Boston Manor. Die Band wird gerne in einen Topf geworfen mit diesen ganzen Pop Punk Bands wie Neck Deep, State Champs, The Story So Far und so weiter, wobei ich finde, dass sie durchaus mehr Eigenständigkeit hat. Die Art wie sie einen relativ harten, schnellen Sound mit viel Melodie und einer gewissen Schwermut kombinieren finde ich richtig gut und war bestimmt auch entfernter Leitfaden für den Sound der neuen Shoreline Platte. Wir haben letztes Jahr mit ihnen zusammen gespielt und sie waren zum Glück ziemlich nette, bodenständige Menschen. Ich habe ja immer Sorge, dass wenn man mit Bands zusammen spielt, die man privat auch gut findet, sich besagte Bandmitglieder als unangenehme Idioten entpuppen. Das ist bis jetzt zum Glück (fast) noch nie vorgekommen.

FJORT – Couleur

Ich glaube es gab wenige Leute, die grob in unserem Alter sind und irgendwas in Richtung Punkrock, Hardcore, Alternative hören, die um dieses Album herumgekommen sind. Ich persönlich habe erst recht spät einen Zugang zu Album gefunden, aber glaubt mir – wenn deine Bandkollegen das Album auf einer wochenlangen Tour fast jeden Tag im Van spielen lassen, dann bist du auch irgendwann einfach Fan. Wir haben letztes Jahr ein Festival mit FJORT gespielt und um ehrlich zu sein: für uns war es eine schwierige Show. Wir haben als Erstes gespielt, es waren fast keine Leute da, Tobi konnte die Show nicht mitspielen… Später hat uns David (der ja auch bei Adam Angst spielt) auf der Adam Angst Tour erzählt, dass er uns dort gesehen hat und er uns deshalb als Toursupport vorgeschlagen hat. Das war nur eine handvoll Tage vor unserem ersten Studiotag für das Album. Es ist cool zu sehen, dass er versucht kleineren Bands zu helfen und nicht vergessen hat, wie tough es manchmal sein kann.

Video: Shoreline – Bent / Broken

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Hier erhältlich
Shoreline - Eat My Soul AlbumcoverShoreline – Eat My Soul
Release: 12. Juli 2019
Label: Uncle M Music

Tourdates

13.07. Gladbeck, Maxus
18.07. München, Free And Easy Festival
27.07. Goldenstedt, Afdreiht Un Buten Festival
06.09. Saarbrücken, Devil´s Place
18.09. Oberhausen, Druckluft
19.09. Aachen, Wild Rover
20.09. Darmstadt, Oetinger Villa
21.09. Zwiesel, Jugendcafé
24.09. Würzburg, Cairo
25.09. Jena, Rosenkeller
26.09. Berlin, Schokoladen
27.09. Braunschweig, B58
28.09. Karlsruhe, P8
05.10. Hamburg, Astra Stube
12.10. Münster, Sputnik Café