Adept – Sleepless

 

Das neue Album der Post-Hardcore-Band Adept hätte an sich schon längst auf dem Markt sein sollen. Die neue Scheibe mit dem Namen „Sleepless“ war 2015 längst fertig aufgenommen und produziert, jedoch führten Differenzen mit dem damaligen Label Burning Heart Records dazu, dass das Album noch mal komplett neu im Studio eingespielt und ein neues Label hergezaubert werden musste. Gesagt, getan: Noch einmal alles neu eingespielt und mit Napalm Records einen neuen Partner gefunden – nun kann das neue Werk endlich auf die Menschheit losgelassen werden. Doch gilt auch hier das Motto „Was lange währt, wird endlich gut“?

Der Weg, der damals mit Ihrem dritten Album „Silence The World“ eingeschlagen wurde, verfolgen die fünf Jungs aus Trosa konsequent weiter. Dem Hörer wird hier düsterer Post-Hardcore mit einer ordentlichen Portion Metalcore um die Ohren gehauen. Und wer dann noch steht, wird spätestens von Robert Ljungs Shouts und Growls vollends von den Beinen gerissen. Da rummst es nur so, dass es eine wahre Freude ist.

Was bei Adept aber auf allen Alben nie zu kurz kam, war Ihr Hang zur Melodie. Auch auf Ihrem neuesten Werk beweisen die Schweden ihr feines Näschen für schön getragene Gitarrenmelodien und tolle Gesangslinien. Vor allem muss man hier ein Lob an Sänger/Shouter Robert aussprechen: Grade diese Wechsel zwischen Shouts und cleanem Gesang setzt er auf diesem Album noch viel besser um, als auf den vorherigen.

Auch in Sachen Songwriting hat Adept noch einmal eine Schippe drauflegen können: Alles wirkt durchdachter, ausgefuchster und harmonischer als auf den vorherigen Werken. Keine überwiegend „Schema-F-Songs“ mehr – hier wird Mut zur Veränderung und Weiterentwicklung bewiesen. Bestes Beispiel ist hier wohl der Song „Down and Out“, eher zurückhaltend und als tragendes Mid-Tempo-Stück zeigt dies doch eine recht unbekannte Seite der Band. Vielleicht lässt das manchmal die Zügellosigkeit vermissen, welche man in manch alten Adept-Songs spürt und hört, aber das machen die neuen Songs einfach allein mit ihrer Stimmigkeit auf jeden Fall wett.

Was lange währt, wird doch anscheinend mehr als gut und das Album wird Adept (hoffentlich) in neue Höhen katapultieren. Die Empfehlung lautet hier eindeutig: Zugreifen! Für alle ungeduldigen Leser gibt es unter diesem Link bereits die erste Single „Dark Clouds“ samt Video.

von Sash

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