A.J. und Wes von Doc Rotten im Interview

Doc Rotten ILLUSION TO CHOOSE
Foto: Bryan Griffin

Wes Bentley, Andrew Keris, Robert “Scrotes” Richardson and A.J. Martinez gründeten im Winter 2017 Doc Rotten. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Philadelphia und New York City wurde das Quartett allmählich zu einer der am härtesten arbeitenden Bands New Jerseys. Nach kurzer Zeit zog es die Musiker ins Studio, um die Debüt-EP „Fallout“ zu produzieren. Gerade einmal sechs Monate später erschien die EP „Sick and Suffer“ und die Band machte sich zum ersten Mal auf Tour. In wenigen Wochen kommen Doc Rotten im Zuge ihrer Europatour auch nach Deutschland, um ihre dritte EP „Illusion To Choose“ vorzustellen. In unserem Interview erfahrt Ihr mehr über die Punkband aus New Jersey.

„Jeder von uns kennt Situationen, in denen ein PunkSong unsere Stimmung von negativ zu positiv verändert hat“

Beschreibt doch mal Doc Rotten für jemanden, der noch nie von Euch gehört hat.
Doc Rotten ist eine Punk Rock Band aus New Jersey – Ein paar Freunde, die Musik so sehr lieben, dass sie dafür ihre „richtigen“ Jobs aufgegeben haben.

Ihr seid gerade auf Eurer ersten Tour durch Asien und kommt bald nach Europa. Wie aufgeregt ist man da?
Wir leben gerade unseren Traum. Jeder, der in einer Band spielt, kann sich mit der Vorstellung identifizieren, die Welt zu bereisen und dabei zuzusehen, wie Leute Deine Songs singen, während Du sie spielst. Nun, es ist viel besser, als wir es uns vorstellen konnten! Wir freuen uns darauf, in Japan und ganz Europa weiterzumachen.

Wie würdet Ihr die asiatische Szene beschreiben?
Japan ist unglaublich. Es wirkt für uns Typen aus New Jersey wie eine völlig neue Welt. Alle hier gehen extrem respektvoll miteinander um und lieben es an Live-Shows teilzunehmen. Wir sind von dieser Gastfreundschaft sehr berührt und dankbar.

„Es gibt immer Dinge, aus denen man lernen und wachsen kann“

Was kommt Euch in den Sinn, wenn Ihr an Europa denkst?
Großartige Musik! Wir lieben europäische Musiker und sind glücklich in Europa touren zu können.

Wie vertreibt man sich die Zeit im Tourbus am besten?
Einige von uns lesen oder sehen gerne Filme. Wenn wir fahren und alle wach sind, gehen wir gemeinsam zu ein paar Songs ab.

Gibt es etwas, dass Ihr bei der nächsten Tour anders machen würdet?
Es gibt immer Dinge, aus denen man lernen und wachsen kann. Hoffentlich haben wir eine Liste von „Do’s and Don’ts“ wenn wir nach Hause kommen, aber bisher ist (glücklicherweise) alles glatt gelaufen.

Entdeckt Ihr auf Tour Angewohnheit aneinander, die die anderen Bandmitglieder in den Wahnsinn treiben?
Klar, die gibt es. Und wir machen uns ständig über sie lustig. Es ist alles im Spaß und aus tiefster Liebe. Wir kümmern uns wirklich sehr gut um einander. Also wenn jemand aus der Reihe tanzt, lassen wir es ihn wissen, warten aber direkt auf die nächste schräge Situation.

„Punkrock bereichert unser Leben“

Was bedeutet Punk für Euch?
Punk ist der Musikstil, über den wir uns alle einig sind. Wir alle mögen verschiedene Genres neben Punkrock, aber im Punk trifft sich unser gemeinsamer Nenner. Jeder von uns kennt Situationen, in denen ein Punk-Song unsere Stimmung von negativ zu positiv verändert hat. Punkrock und/oder Musik im Allgemeinen beeinflusst nicht unsere politischen Ansichten oder zwingt uns zu bestimmten Handlungen. Es bringt uns Freude und eine kurze Flucht aus der Realität. Punkrock bereichert unser Leben. Wir hoffen, dies auch für andere zu tun.

Musikalisch findet man Euch zwischen klassischem 90s-Skate Punk und messerscharfen Street Punk. Woher kommt Eure musikalische Prägung?
Wir wuchsen in dieser Zeit auf und hörten genau diese Musik. Es ist eine Konstante durch unser ganzes Leben. Somit ist es nur natürlich, dass wir Lieder spielen, die wir selbst gerne hören würden.

Gibt es einen Song, den Ihr besonders gerne live spielt?
„So Long“ macht Spaß, denn egal wo Du bist oder welche Sprache gesprochen wird, jeder weiß, was „Fuck You“ heißt.

Welche Themen verarbeitet Ihr in Euren Songs?
Was unheimlich ist, ist, dass wir untereinander fast nie ernst bleiben können. Wir sind durchaus im Stande ernst zu sein, aber meistens kommunizieren wir scherzend miteinander. Wir bekommen allerdings immer wieder das Feedback, dass unsere Songs „zwar fröhlich und gut tanzbar, aber auch ernsthaft und manchmal sogar recht düster“ klingen. In unseren Songs schreiben wir über eigene Erfahrungen. Somit ist thematisch zwischen dem Bezug zur Drogen- und Alkoholanhängigkeit und gemeinsamen Wegen mit Personen, die am Ende nie die waren, die sie vorgaben zu sein, alles möglich.

„Habt keine Angst das zu tun, was Ihr liebt, auch wenn die Leute über Euch denken, dass Ihr verrückt seid“

Was möchtet Ihr den Menschen mit Euren Songs mit auf den Weg geben?
Wie bereits erwähnt, schreiben wir Lieder aus unseren eigenen Erfahrungen. Wenn wir also irgendjemandem damit in irgendeiner Weise helfen können, wenn derjenige ein Stück unseres Lebens teilt, freuen wir uns genau darüber. Unsere generelle Botschaft entsteht durch unsere Taten, nicht durch unsere Lieder. Habt keine Angst das zu tun, was Ihr liebt, auch wenn die Leute über Euch denken, dass Ihr verrückt seid – don’t be a dick about it.

Ihr habe für „Illusion to Choose“ mit dem Bouncing Souls Gitarristen Pete Steinkopf zusammengearbeitet. Wie war die gemeinsame Arbeit?
Das war ein Traum, der in Erfüllung ging. Wir sind mit der Musik der Bouncing Souls aufgewachsen und jetzt habe wir seine Nummer in unseren Telefonen. Es ist immer noch seltsam, wenn er einem von uns schreibt. Wir sind dann wie kleine aufgeregte Kinder.

Wem würdest Du richtig gern mal die Meinung sagen?
Den Egoistischen und Faulen. Vermehrt Euch bitte nicht weiter!

Das letzte Wort hast Du!
Danke an all´ unsere Fans und an alle, die unsere Band unterstützen! Wir lieben Euch alle!

Video: Doc Rotten – Sick & Suffering

Hier erhältlich

Rotten - Illusion to ChooseDoc Rotten – Illusion to Choose
Release: 31. August 2018
Label: Doc Rotten Records

Bei Maria reichen sich Punk und Politik nicht einfach nur die Hand, sie liegen sich quasi eng umschlungen im Arm und trinken Schnäpschen auf die alten Zeiten. Wenn sie nicht gerade davon träumt durch die Welt zu reisen oder ihrem Ärger auf Demos Luft macht, testet sie die neuesten Eiskreationen der Stadt, träumt vom Ruhrpott Rodeo oder sortiert ihre Platten zwischen der Terrorgruppe, Wizo, Propagandhi und No Use For A Name.

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