Alkaline Trio – Is this thing cursed?

Sie sind zurück! Nach nun mehr als fünf Jahren steckten sich die Vollblutmusiker mit über zwanzigjähriger Bandgeschichte die Messlatte irgendwie selbst hoch: Das kommende und somit neunte Studioalbum sei als Geschwisterkind des Albums „Maybe I’ll Catch A Fire“ zu betrachten. Das Songwriting verlief in einem ähnlichen Prozess und besonders die Fans der alten Platten würden sich angesprochen fühlen. Mutig, immerhin ist das ältere Geschwisterchen nun schon 18 Jahre alt.

„Stark ohrwurmlastiger Melodic-Punk mit einer satten Prise Emo-Melancholie.“

Die Gesamtatmosphäre lässt gedanklich irgendwie die Halloweensaison einläuten

Nicht nur der Frontmann Matt Skiba, bringt durch seine Besetzung bei Blink-182 , vielleicht doch so manchen Neueinfluss mit, der prägnant sein könnte. Auch Dan Adriano saß zwischenzeitlich keinesfalls faul rum, sondern ließ seine Spielfreude im Zweitprojekt „The Falcon“ aus, in dem er mit weiteren Künstlern der US-Punk-Szene den Kids zeigt, was Oldschool-Punkrock heißt. „Is this thing cursed“ – ein Titel, dessen Aussprache dem einen oder anderen Nicht-Muttersprachler mehrere Ansätze abverlangt. Wie eigentlich bei allen vergangenen Alben gibt es auch bei diesem ein festes Gesamtkonzept, welches sich in schwarzrot gehaltener Optik des Artworks an Gruselfilme der 20er anlehnt. Die Gesamtatmosphäre lässt gedanklich irgendwie die Halloweensaison einläuten.

Bittersüß und schaurigschön

Die Vorveröffentlichungen des Songs „Blackbird“, welcher Einflüsse von The Smiths aufweist, und dem Opener „Is this thing cursed?“ ließen die Spannung steigen und machten neugierig auf mehr. Beide kommen dabei recht unterschiedlich daher, fangen den Zuhörer allerdings schnell ein und scheinen auf ein breites Publikum angesetzt zu sein. Als drittes Lyric-Video wurde kürzlich auch der dritte Albumtrack „Demon and Division“ veröffentlicht. Dieser Song ist ausgelassen und catchy, mit gewohnter Alkaline-Trio-Melancholie. Ehrliche Texte erzählen von den Abgründen des menschlichen Seins ohne dabei schlechte Laune zu verbreiten.

Wann wird es langweilig?

Es ist fast, aber auch nur fast schwierig, sich auf einzelne Songs zu konzentrieren: so voll gepackt ist der neue Silberling mit starken Riffs, eingängigen Melodien in mehrstimmigen Chören und immer wieder diese wunderbaren Texte. Bei manchem Song wünscht man sich just, er könnte länger sein, da beginnen schon die nächsten Takte eines neuen potentiellen Lieblingsliedes -„I can’t believe“, „Sweet Vampires“, „Throw me to the lions“- zu schön, um wahr zu sein. Wann wird es langweilig?

Aus echter Freude und mit Herzblut

Bei genauem Hinhören lässt vermuten, dass Skiba nicht umsonst die perfekte Besetzung für Blink 182 sein muss, da er scheinbar die Band aus San Diego durch Alkaline Trio-Einflüsse bereichert und nicht umgekehrt. Ob „Is this thing cursed?“ es nun mit dem „Geschwisteralbum“ von 2000 aufnehmen kann, sei dahin gestellt und jedem Fan selbst überlassen. Sowohl Skiba als auch Adriano und Derek Grant, Schlagzeuger des Trios, der sich im Songwriting ebenfalls einbringt, machen deutlich, dass ihre Herzen nach wie vor fürs Alkaline Trio schlagen und ihre Hausaufgaben nicht nur aus einem gewissen Pflichtgefühl heraus, sondern aus echter Freude und mit Herzblut gemacht haben.

Alte Liebe rostet nicht

Der Abschluss „Krystalline“, ein wunderbarer Akustik-Song, erzählt uns noch eine leidenschaftliche Love-Story verpackt in einen letzten hartnäckigem Ohrwurm, bevor uns die bittersüße Atmosphäre düsterer Klänge verabschiedet. Im Ganzen enttäuscht die Platte keinesfalls. Fans dürften die altbekannte Melancholie in den nicht unbeschwerten Melodien, ohne auch nur einen Anflug von Enttäuschung, wiedererkennen – stark ohrwurmlastiger Melodic-Punk mit einer satten Prise Emo-Melancholie eben.

Video: Alkaline Trio – Demon and Division

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Alkaline Trio Is this thing cursedAlkaline Trio – Is This Thing Cursed?
Release: 31. August 2018
Label: Epitaph